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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Anlage der Straßen. Straßenbrücken. 459

Treppe zwischen der Kaiser- und Adlerstraße in Nürnberg und die Treppe zur Strand-straße in Blankenberge . Enge Zwischengassen, in denen sich nicht zwei Fuhrwerke begegnenkönnen, kommen namentlich in England vor, aber auch anderweit z. B. in Hamburg , woman sie Twieten nennt. — Einseitig bebaute Straßen finden sich am Rande von Park-anlagen, wie denn in Hannover die Maschringstraße in dieser Form geplant ist. An Häfen,Wasserbecken, Flußläufen ergibt sich diese Form als Quai, Staden, Gracht, Ufer vonselbst. Glänzende Beispiele sind in Venedig die Riva degli schiavoni, in Hamburg dieStraßen am Alsterbecken.

Die am meisten vorkommende städtische Wegeanlage, welche schlechtweg den NamenStraße führt, hat den Fahrweg in der Mitte, die Bürgersteige zu beiden Seiten. Zu-weilen liegt in älteren wie in neueren Städten der Bürgersteig unter schützenden Arkadenoder Lauben, namentlich in Italien, aber auch im südlichen Frankreich, in der Schweiz ,in Deutschland und Österreich. In Bologna sind wohl sämtliche Straßen mit Arkadeneingefaßt. In Venedig sind die Kolonnaden des Markusplatzes, in Straßburg die

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Gewerbslauben, in Hamburg die Arkaden an der kleinen Alster bekannt. In Berlin dienendie Jäger-, Spittel-, Mühlendamm- und Königskolonnaden znr Verdecknng eines unter-geordneten und unschönen Flußlaufes oder Ufergeländes. In heißen Ländern bieten solcheKolonnaden angenehme Schattengänge und bilden zugleich den Schauplatz eines lebhaftenÄleinverkehrs, indem sich daran im unteren Stockwerk der Häuser weitgeöffnete Kauf-gewölbe und Werkstätten anzuschließen Pflegen. Im Norden treten ihre Vorteile besondersbei schlechtem Wetter hervor; jedoch verdunkeln sie gerade dann die ohnehin schon starkbeschatteten Ladenräume noch mehr. Sie haben daher in weniger sonnigen Gegendennur einige Berechtigung, wo man, wie in Hamburg , eine schmale Straße durch diebedeckten Bürgersteige verkehrsfähig machen will. Freilich müssen dann die geschildertenNachteile in den Kauf genommen werden, und finanziell ist diese Einrichtung kaum vor-keilhaft, da die kleinen dunklen Läden wenig Wert haben. Erreicht eine Straße einegewisse Breite, so ist sie einer reicheren Ausbildung mit Baumreihen, stattlichen Spazier-,Neit- und Fahrwegen fähig. Es sind dies unter den Namen Allee, Promenade,Avenue, Wall, Ring, Corso, Cours gehende Straßenzüge.

Wenn man in den älteren Stadtteilen der Städte sich auch für Hauptstraßen mitgeringen Breiten begnügen muß, so kann man in neueren Quartieren für Nebenstraßen

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