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Die öffentlichen Plätze.
schöner älterer Marktplätze sind zum Glück noch sehr zahlreich, und erfreulicherweise machtsich immer mehr die Neigung und allmählich auch das Geschick geltend, ihre stattliche underinnernngsreiche Erscheinung zu erhalten, auch Wohl durch neue des Alten würdige Bautenund Zuthaten noch in der Wirkung zu erhöhen. Welchen Reiz gewährt z. B. der Markt-platz zu Lübeck , dessen eine Ecke das alte Rathaus einnimmt, auf leichtgeschwungenenoffenen Bogenhallen ein dunkler Backsteinbau, dessen hohe durchbrochene Giebel wiederumvon den schlanken Türmen der Marienkirche überragt werden. Die Neuzeit hat auf denPlatz neben die alte mit Mühe vor dem Abbruch gerettete sogenannte Butterbude einenschönen gotischen Lanfbrnnnen und an die Gegenseite des Rathauses ein stilgerechtangepaßtes Postgebände gesetzt. Auch der Marienplatz in München hat zu seinem altenSchmuck das neue stattlicheRathaus erhalten. In Bre-men schließt sich dem reich-gezierten Renaissancebau desRathauses mit dem davor-stehenden Roland und denhochgiebeligen Kaufhäusern,welche den Markt umgeben,die neue Börse, des Altennicht unwert, an. Aus Ita-lien nennen wir die Piazzad'erbe, den Krautmarkt inVerona , dessen farbiges Ge-wühl zwischen hohen Denk-säulen und trotzigen Palästenunter tiefblauein Himmelschon oft den Pinsel desMalers zur Wiedergabe ver-lockt hat. Und als vor allemprächtig istder alte Marktplatzin Brüssel zu preisen wegenseines betürmten reichgeglie-derten gotischen Rathausesund seiner hochragenden initSkulpturen und Vergoldun-gen geschmückten Gildehäuser.
Nach dem Vorgänge derBazare im Orient, der be-deckten Märkte im Süden, deralten Kaufhallen im mitt-leren Europa hatanan neuer-dings zur Beseitigung der Verkehrsstörungen, welche den offenen Märkten anhaften, undzum Schutze der Handeltreibenden und ihrer Waren die Erbauung von Markthallenmehr betrieben. Voran ging Paris mit seinen Zentralhallen und zahlreichen bedecktenMärkten von Glas und Eisen. Es folgte London mit den Poultry and meat market Halls,dann Berlin mit einer ganzen Anzahl von Markthallen; ferner Brüssel, Frankfurt a. M.,Leipzig, Hannover, Dresden . Doch davon soll später besonders die Rede sein.
Än Nutzplätzen von zweckentsprechenden weitgedehntcn Abmessungen erwähnen wirnoch Jahrmarkts- und Meßplätze, wie den Klagesmarkt in Hannover und mehrereder Leipziger Hanptplätze; Plätze für Volksspiele, wie die Piazza Navona , eine antikeRennbahn zu Rom; endlich die Exerzierplätze, wie die Piazza d'armi zu Mailand unddas Marsfeld in Paris .
Schmuckplätze nennen wir solche, welche weder zur Sammlung und Verteilungeiner beweglichen Bevölkerung noch als Verkaufsstellen für Marktwaren noch sonst für
Das Buch der Erfind. I. 60
472. Der Matz am Spatrnthore ja Kaftl.Nach einer phowgraphischen Naturaufnahme.