Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
Bon den zur Wohnlichkeit der Ortsanlagen erforderlichen gemeinnützigen baulichenVeranstaltungen scheiden wir diejenigen aus, welche wegen ihres Zusammenhanges mitdem Weltverkehr den staatlichen Behörden unterstellt zu sein Pflegen. Es sind dies dieEisenbahnen für Fernverkehr, die Stadt- und Ringbahnen, die.Telegraphenleitungen, dieFernsprechverbindungen, die Rohrpost. Ferner fallen aus dem Umfang unserer Be-sprechungen diejenigen Einrichtungen, deren Anlage und Ausbeutung man wegen ihrerzahlreichen im amtlichen Geschäftsgänge schwer zu behandelnden Einzelheiten Privatunter-nehmern zu überlassen Pflegt, nämlich die Pferdebahnen, die Kabelbahnen und dieelektrischen Bahnen. Es verbleiben znr Erörterung der Bau und die Befestigungstädtischer Straßen, die Straßenreinignng, die Beleuchtung und Heizung, die Wasserver-sorgung, die Beseitigung der flüssigen und festen Abfallstoffe, die städtischen Hochbauten,die Lebensmittelversorgung, die sanitären Wohlfahrtseinrichtnngen, endlich das Feuer-löschwesen.
Z3au und ZLesestigung städtischer Straßen. — Straßenreinignng.
Ein Gebiet, auf dem die Fürsorge der städtischen Behörden wohl am augen-fälligsten in die Erscheinung zu treten Gelegenheit hat, ist die Befestigung und dieReinlichkeit der Straßen. Die Anlage und Ausstattung der öffentlichen Gebäude liegteinem großen Teil des Publikums fern. Die Wasserzuleitungen, die Entwässerungs-anlagen liegen versteckt, die Beleuchtung kommt nur in den Nachtstunden zur Geltung.Aber die Ebenheit, Festigkeit und Sauberkeit der Straßen fällt jedem, der sie betritt,angenehm auf.
Die Kunst der Straßenbefestignng ist eine sehr alte, wenn auch zeitweise außerÜbung geraten. Die Römer waren vorzügliche Straßenbauer. Ihre Pflasterungenbestanden ähnlich den besten heutigen aus einer Sandlage, einem Unterbau von größerenBruchsteinen, welche mit kleineren ausgezwickt und durch Mörtelguß zu einer Art Betonverbunden waren, und einer vorzüglichen Deckschicht aus vieleckigen behauenen Steinen.Im Mittelalter scheint die Straßenbefestignng im argen gelegen zu haben. Erst aus demBeginn der Renaissancezeit haben wir Nachrichten, daß die Hauptstraßen der bedeutenderenStädte mit Pflasterung von aus nächster Nähe gewonnenem Material versehen gewesenseien. Erst seit es in der Neuzeit durch die Eröffnung zahlreicher Verkehrswege möglichgeworden ist, entferntere Bezugsquellen von besseren Materialien, als sie die Nähe zubieten vermochte, auszuschließen, beginnt auch auf diesem Gebiet ein reger Wetteifer, dietüchtigsten Werkstoffe in zweckmäßigster Weise nutzbar zu machen.
Die Straßenfläche scheidet sich nach ihrer Benntzungsart und demzufolge nach ihrerBefestigung in Fahrwege, Reitwege und Fußwege.
Fahrwege werden bei erheblicher Breite und geringem Verkehr mit Chaussierung,bei starkem Verkehr mit Steinpflasterung, falls auf Vermeidung des Geräusches beimBefahren besonderer Wert gelegt wird, mit Asphaltdecke oder Holzpflaster versehen.Bon den nach den Ortsgepflogenheiten, den zu Gebote stehenden Werkstoffen und derschließlichen Bewährung in Ebenheit und Haltbarkeit höchst verschiedenen Herstellungsartender Straßendecken sollen hier nur einige der besseren aus größeren deutschen Städtenaufgeführt werden.
Die leichteste Art der Chaussierung ist die Kiesbahn, bestehend aus einem etwa15 am starken Lager von schwererem Kies, welcher mit einer Schicht leichteren Kieses,dem ein sandiges Bindemittel beigemischt ist, überdeckt wird. Bei größeren Ansprüchenwird der Kiesbahn eine Packlage aus gröberen Steinen von etwa 12 om Stärke, aufrechtgestellt, als Sohle unterlegt. Schwerere Chaussierung, sogenannter Makadam, wirdin größeren Städten in folgender Weise hergestellt. Besteht der Untergrund nicht auseiner völlig durchlässigen Bodenart, Kies oder Sand, so wird vor Herstellung der untersten
Das Buch der Erfind. I. 61