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Bau und Befestigung städtischer Straßen.
reiner Kies in der Menge von etwa 7 Teilen ausgebreitet, 1 Teil Zement gleichmäßigdarüber verteilt und dann diese Masse trocken gut durcheinander gemischt wird. NachZusatz des nötigen Wassers wird die Mischung mit Schaufeln nochmals ordentlich durch-gearbeitet, in richtiger Höhenlage auf das Plannn: gebracht und mit dem Richtscheit genauabgeglichen, um nunmehr binnen 8—10 Tagen zu einer vollkommen festen Masse zuerhärten. Nach Ablauf dieser Zeit wird der in Pulverform gebrachte bituminöse Kalkstein,Asphalt genannt, welcher einen Harzgehalt von ca. 9,s°/o besitzen soll, auf Darren, thun-lichst auf solchen, welche transportabel sind, bis zu 160" 0. erhitzt und in gleichmäßigerStärke, mit einem Zuschlag von 40°/o zu der beabsichtigten Dicke der fertigen Decke, aufdie Betonnnterlage aufgetragen. Mittels eines Richtscheites, welches auf Querlatten läuft,wird eine gleichmäßige Verteilung des Planums erzielt. Zunächst werden nun die An-schlüsse der Decke an die Randsteine der Straßen und an fertige Straßcnteile mittelsoblonger Stampfeisen hergestellt, um als Lehren für die weitere Zusammenpressung undPlaniernng zu dienen, alsdann wird innerhalb dieser Lehren mittels Stößeln von runderForm und von etwa 25 Gewicht das Asphaltpulver vorsichtig und gleichmäßig zusammen-gedrückt. Alle zum Pressen des Asphalts dienenden Werkzeuge werden stark erhitzt, um einAnhaften des Pulvers zu verhüten, jedoch nicht bis zur Rotgluthitze, da diese den Asphaltverbrennen würde. Nachdem so schon eine einigermaßen feste Decke vorgearbeitet ist, welchesich nicht mehr leicht verschiebt, wird der Asphalt mit Walzen, die in ihrem Innern zurErwärmung des Mantels einen Kokskorb enthalten, befahren. Es werden hierzu dreiWalzen in verschiedener Größe im Gewicht von 400—900 verwendet, welche derReihe nach auf der Decke hin- und hergezogen werden. Sodann wird abermals mittelsrunder Stößel eine letzte Zusammenpressung vorgenommen und schließlich mit einemgebogenen 25 leg schweren Bügeleisen, welches die Harzteilchen der obersten Schicht zumSchmelzen bringt und in die Poren hineindrückt, das Ganze geglättet. Nach einer Ab-kühlung von wenigen Stunden kann die fertige Straße dem Verkehr übergeben werden,und erst dieser gibt ihr die letzte Vollendung, denn in den ersten Tagen bleibt dieAsphaltdecke, welche die Spuren der Pferdehnfe und der Räder noch annimmt, ziemlichunansehnlich, bis sie unter dem Druck des Verkehrs ihre volle Festigkeit erhält und sichihre erst dunkelbraune Färbung in ein lichtes Gran verwandelt.
Als größte Steigung, bei der Asphalt noch mit Vorteil verwandt wird, gilt 1:60,da beim Überschreiten dieses Maßes die Zugtiere auf dem fugenlosen Boden zu starkangestrengt würden. Auch nach der Quere ist eine größere Wölbung als 1:60 nichtrötlich, da die Masse, welcher eine leichte Dehnbarkeit verbleibt, sonst durch den Verkehraus der Mitte der Fahrbahn gegen die Randsteine hin gedrängt würde. Dieses nachFertigstellung eine zusammenhängende Decke darstellende Pflaster hat die Vorzüge derEbenheit, Reinlichkeit und Undurchdringlichkeit gegen Flüssigkeit und Schmutz. DasWagengeräusch verschwindet darauf, nur das Aufschlagen der Pferdehnfe macht sich nochbemerkbar. Bei Regen wird es etwas schlüpfrig.
Immer werden neue Versuche gemacht, andre bessere oder doch billigere Arten derStraßenbefestigung zu finden; in der Praxis haben sich aber alle diese Neuerungen nichthalten können. So wurde z. B. in den siebziger Jahren ein Pflaster aus gußeisernenFormstücken eingeführt: es hat sich so wenig bewährt wie Pflasterungen aus Haustein-platten, wie sie im Süden zur Anwendung kommen.
Die genannten besseren Arten der Straßendecken schließen, namentlich bei Beton-unterbettung, den Untergrund fast völlig gegen Durchdrungen von Feuchtigkeit sowohl vonoben als von unten her ab. Man läßt daher neuerdings, falls Wasserröhren unter derStraßendecke liegen, kleine mit Korkstückchen gefüllte eiserne Röhren von der Oberflächebis auf das Wasserrohr gehen, damit etwaige Rohrbrüche sich erkennbar machen können.Gasröhren werden mit einer Schotterlage und darüber mit Asphaltpappe bedeckt, undman rechnet darauf, daß etwaige Ausströmungen sich durch die Höhlung der eisernenLaternenpfosten bemerkbar machen werden.
In breiten Straßen kann es zweckmäßig werden, die Befestigung streifenweisewechseln zu lassen, etwa die Mitte für den Equipagenverkehr zu makadamisieren, die