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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Bau und Befestigung städtischer Straßen.

Seitenstreifen für Frachtfuhrwerk und zur Abwässerung zu pflastern. Wo Pserdebahn-geleise in inakadamisierten oder asphaltierten Straßen liegen, ist es zweckmäßig, denJnnenraum der Geleise und zwei seitliche Anschlußstreifen von etwa 50 oin Breite mitStein oder Holz zu pflastern.

Reitwege, welche nur allein ihrem eigentlichen Zweck dienen sollen, müssen aufeiner durchlässigen und gut entwässerten Unterbettung von Steinschotter den Pferdeneinige Zentimeter hohen weichen Boden, am besten aus einer Mischung von Sand,Gerberlohe und Sägemehl, bieten. Man kann sie in beiderseits bebauten Straßen nurin der Mitte, an einseitig bebauten nur an der den Häusern abgekehrten Seite anordnen,da man die Wohnungen von den Fuß- und Fahrwegen nicht durch einen Reitweg trennendarf. Eine Breite von mindestens 3 in ist erwünscht.

Fußwege lassen sich in Spazierwege und Bürgersteige unterscheiden. Erstere,zwischen Baumgängen und in Parkanlagen verwendet, werden meist als Kiesbahnen her-gestellt. Auf dem geebneten und gestampften Untergrund wird aus natürlichen Steinenoder harten Ziegelbrocken von Faustgröße eine Schicht gebreitet, deren Fugen durch kleinereStücke ausgefüllt werden. Nach Abstampfung wird eine dünne Schicht von kleinen hartenSteinsplittern unter Begießen mit lehmigem Wasser aufgebracht und auf die so gebildetefeste Steinlage eine dünne Decklage von reinem feinem Kies naß eingewalzt. Bürger-steige befestigt man mit natürlichem oder künstlichem Steinmaterial in Pflaster- oderPlattenform oder in zusammenhängender Decke. Das Mosaikpflaster, einfarbig oder ausvielfarbigen Steinchen in Mustern verwendet, wird aus Stücken von Granit, Porphyr,Marmor, Basalt in 3—5 am Größe in Sand oder hydraulischen Mörtel mit Wasserzusatzeingerammt. Reihenpflaster wird den leichteren Ausführungsarten des Fahrwegpflasters ent-sprechend aus kleineren etwa 10 ein hohen und breiten Kopfsteinen mit diagonal laufendenFugenlinien ausgeführt. Plattenbeläge aus Hartgestein, Granit oder Basaltlava verlegtman in Sand. Bürgersteigbefestigungen aus Klinkern sind in Holland üblich. Zementbetonmit einer geglätteten feineren Zementschicht als Decke, oder in größeren Platten hergestellt,ist neuerdings sehr beliebt geworden, hat aber den Nachteil, daß er infolge der Temperatur-veränderungen und der Bodenbewegungen leicht aufreißt und abbröckelt. Asphalt kommtmeist in gegossener Form in Anwendung. Auf einer Unterlage von magerem Beton wirdeine Mischung von magerem und fettem Asphalt mit 10 °/o Mineralteer (Goudron) undetwa 30 o/o reinem Kies flüssig heiß in zwei 12 nun starken Schichten ausgebreitet, welchenach dem Erkalten sofort begehbar ist.

Zur Abtrennung des Bürgersteiges vom Fahrweg legt man die sogenannten Bord-schwellen oder Randsteine, etwa 25—33 ein breite und 28—35 am hohe Streifen ausHartgestein in mindestens 1 in langen Stücken, auf Untermauerung oder Betonunterlage,an der Fahrbahnseite etwas abgeschrägt und letztere um 9—14ain überragend, so daß derBürgersteig um ebensoviel höher liegt. Bei den nur sehr schwach gewölbten Asphalt-und Holzpflasterstraßen stößt die Straßendecke unmittelbar an die Bordschwelle. Dasstärker gewölbte Steinpflaster verlangt eine Rinne znr Ableitung des Tagewassers, welchein kanalisierten Straßen aus einer etwas tiefer gesetzten Kopfsteinreihe oder einem flachausgehöhlten Hausteinstreifen besteht. In nnkanalisierten Städten müssen trogförmigeRinnen oft von bedeutendem Umfang durch Pflasterung hergestellt werden. Es empfiehltsich dort, di.e Steine mindestens in hydraulischem Mörtel zu versetzen.

Bei der großen Zahl der unterirdisch geführten verschiedenartigen Leitungen, welchebei Hausanschlüssen oder Ausbesserungen immer wieder ein Aufbrechen der Straßen-befestigung veranlassen, liegt die Frage nahe, warum man nicht alle diese verschiedenenStränge oder Rohre in einen gemeinsamen unterirdischen Gang verlegt. Nun liegenfür gewöhnlich die Gasröhren und die elektrischen Kabel 1,»ni, die Wasserleitungsröhren1,so—2,oo in unter der Straßenfläche, die Abwässerkanäle erheblich tiefer bis zu 8 niunter dem Boden. Da letztere diejenigen sind, welche innerhalb der Stadt als begehbareStollen vorkommen, so müßten die übrigen Leitungen unnötig tief verlegt werden, wo-durch die Hausanschlüsse erschwert und verteuert würden. Anderseits ist es aber für denAbwasserkanal an sich keineswegs erforderlich, ihn überall begehbar zu gestalten. Er