Straßenremigung. 491
der Landwirtschaft zu gute kommen lassen. In sehr großen Städten treten aber zu-weilen Stockungen in der Verwertbarkeit des Unrats ein. Die ohnehin schon vorhandeneGefahr, daß sich durch den aufgerührten, umhergefahrenen und wieder aufgehäuftenKehricht Krankheitskeime in erheblichem Maße verbreiten, wird alsdann noch größer.Man hat daher in England, wo der Straßenkehricht stark mit halbverbrannten Kohlcn-teilchen vermischt ist, mit Erfolg, allerdings unter nicht unerheblichen Geldzuschüssen,damit begonnen, ihn in eigens dazu konstruierten Öfen.zu verbrennen oder, eigent-licher gesagt, ihn unter Verbrennung der organischen Bestandteile in Schlacke zu ver-wandeln. Leeds, Manchester, Birmingham haben das Beispiel gegeben, zahlreiche Städtefolgen nach.
Unter den dort benutzten Müllöfen oderDestruktors scheint sich besonders der vonHorsfall erfundene zu bewähren. Er besteht aus einer Gruppe von sechs einzelnenHerden, osUs genannt, die mit einem vielfach durchbrochenen Gewölbe aus feuerfestenSteinen und darüber mit einem zweiten durchbrochenen gemeinsamen Gewölbe bedecktsind. Ein beweglicher Rost, der mit der Hand oder mittels einer durch die Wärme des
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«85. Krhrrchtvrrbreimungsvfm von Horsfall.
Destruktors getriebenen kleinen Dampfmaschine in Bewegung gesetzt wird, führt den Müllvon den kältesten zu den heißesten Teilen des Ofen. Hierdurch werden die Abfälle schnellund wirksam vorgetrocknet, ehe sie der Verbrennung unterliegen. Ein Dampfinjektor, derdurch einen von den Verbrennungsgasen geheizten Dampfkessel bedient wird, mündetunter dem Rost und bringt im Ofen eine Temperatur von 780° 0. hervor. In demdurchbrochenen Gewölbe, das durch das Feuer in Rotglühhitze erhalten bleibt, findet einevollständige Rauchverbrennung statt. Durch das obere Gewölbe ziehen die Gase nach demerwähnten Dampfkessel ab, den sie umspülen, um endlich durch den Schornstein zu ent-weichen. Auf einem solchen Destruktor werden wöchentlich 36 Tons Müll verbrannt.Der gewonnene Dampf dient, um Pumpen zu treiben, elektrisches Licht herzustellen,sowie auch früher zum Mahlen der schlackenartigen Verbrennungsrückstände, welche mithydraulischem Kalk vermischt, einen brauchbaren Zement ergaben, der aber zu wenig Ab-nehmer fand, um seine Herstellung weiterhin rentabel zu machen.
In Chicago vernichtet man neuerdings die Abfälle auf fahrbaren Maschinen mittelseiner mir Petroleum gespeisten Verbrennungsvorrichtung gleich an den Orten ihrer Ent-stehung. In Berlin und Hamburg , wo der Kehricht noch den Zusatz brennbarer Mate-rialien erfordern würde, ist man zur Zeit noch mit praktischen Versuchen beschäftigt.
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