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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Erwachsen der Stadtverwaltung durch die Straßenreinigung regelmäßig wieder-kehrende unumgängliche Kosten, so schädigen in den Städten des Nordens winterlicheSchneefälle oft sehr erheblich den Gemeindesäckel. Für solche Ereignisse Pflegen Ver-träge mit Unternehmern geschlossen zu werden, welche auf die erste Aufforderung derBehörde hin innerhalb weniger Stunden Wagen und Kippkarren nebst deren Bespannungund Fuhrpersonal zu liefern haben. Sobald ein starker Schneefall eintritt, fahren dieseWagen auf den verabredeten Sammelplätzen an. Das verfügbare Personal der Straßen-reinigung und sonstige städtische Arbeiter sind zur Stelle. Zahlreiche im Winter arbeitsloseBauhandwerker finden sich gleichfalls ein. Zunächst werden die Übergänge, die Trambahnen,die Hauptstraßen, dann wichtigere Nebenstraßen frei gemacht. An den Bürgersteigen machensich die Anlieger je nach Polizeivorschrift nützlich. Der abgefahrene Schnee wird an Ablade-stcllen niedergelegt oder in Flußläufe gestürzt, und bald ist der ungestörte Verkehr wiedergesichert, wenn nicht alsbald wieder ein neuer Schneefall neuen Aufwand nötig macht.

Wekeuchtung und Keizung der Städte.

In früherer Zeit behalf man sich mit der Straßenbeleuchtung in der primitivstenWeise. Den ersten Anfang einer solchen bewirkte im 12. Jahrhundert die päpstlicheMahnung, thnnlichst an allen Eckhäusern Heiligenbilder und vor ihnen ewige Lampenanzubringen. Im 14. Jahrhundert begann man in einzelnen Städten Italiens, bald auchDeutschlands , allgemeiner aber erst seit dem 17. Jahrhundert, die Hauptstraßen volk-reicher Städte durch Öllampen zu beleuchten. Erst im 19. Jahrhundert beginnt vonEngland ausgehend die Benutzung des Leuchtgases.

Das Leuchtgas wird aus Steinkohlen durch trockene Destillation in besonderenAnstalten hergestellt, in Gasbehältern, Gasometern, aufgespeichert, und nachdem es denDruckregler Passiert hat, wo ihm ein normaler Druck von 40 — 60 mm Wassersäulemitgeteilt wird, der Stadt zugeführt. Die Lage der Gasanstalt wird zweckmäßig sogewählt, daß die Kohlenversorgnng entweder durch die Eisenbahn oder auf dem Wasser-wege eine leichte ist, in nicht zu großer Entfernung vom Verbrauchsort, an einer nichthoch gelegenen Stelle. Der Bedarf an Gas ergibt sich aus Zahl und Brenndauer deretwa 175 1 stündlich verzehrenden Straßenlaternen und der Flammen in den Häusern,welche etwa 125 I stündlich verbrauchen. Hierzu ist noch 10—15 Prozent an Verlustzu erwarten. Die Gasometer sollen bis zu Dreiviertel des größten Tagesbedarfs, welchernach Winter und Sommer von '/zoo—st.ovo des Jahresverbrauchs wechselt, aufnehmenkönnen. Von der Gasanstalt führt ein gußeisernes Hauptrohr, oder der Sicherheit halberein Paar solcher, zur Stadt, wo diese Hanptstränge sich in Ringrohren und Durchmesser-rohren verteilen, von denen sich die Nebenleitnngen abzweigen. Die Hausanschlüsse unddie Leitungen in den Gebäuden werden zur größeren Sicherheit gegen Druck durchgezogene schmiedeeiserne Rohre gebildet. Beim Brennen aller Flammen soll der geringsteDruck nicht unter 25 inw sinken. Die Gasrohre pflegt man 1—1,2 m unter der Straßen-obersläche mit Gefällen von 1:100 — 1:200 zu verlegen. Etwa 30 am unter den tiefenPunkten des Rohrnetzes baut man Töpfe zum Aufsaugen des vom Gase abgegebenenWassers ein, welche mittels eines bis zur Straßenoberfläche reichenden und mit einemDeckel verschlossenen Standrohres durch Auspumpen entleert werden. Schieber, welchewagerecht in gemauerten Schächten angebracht werden, ermöglichen es, ganze Straßen-rohre abzutrennen. Durch Absperrhähne kann man die Hauszuleitungen abschneiden.

Die Beleuchtung der Straßen und Plätze geschieht meist durch Schnittbrennerflammen,auch an hervorragenden Stellen durch Zwillings- oder Gruppenbrenner, Verbindungenzweier oder mehrerer Schnittbrenner. Die Konkurrenz mit dem elektrischen Licht hatvielfach zur stärkeren Ausnutzung des Leuchtgases geführt und die Jutensivbrenner insLeben gerufen, deren Prinzip darin besteht, daß die zur Verbrennung verbrauchte Luftund das Gas selbst durch die Verbrennungsgase der Flamme angewärmt werden und soder Flamme eine Temperatur verliehen wird, welche deren Kohlenstoffteilchen in Weiß-glühhitze versetzt. Solche Brenner kommen gelegentlich für die Vorplätze öffentlicher Ge-bäude, für Hauptplätze und Hauptstraßen zur Verwendung.