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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Wasserversorgung der Städte.

Das Ideal einer guten Wasserversorgung ist die reichliche Lieferung von klarem,wohlschmeckendem und gesundem Trinkwasser. Die erste Eigenschaft haben die Quellenund das Grundwasser in der Regel von Natur, sonst ist es möglich, durch künstliche Mitteltrübes Wasser kristallhell herzustellen. Über das zweite Erfordernis, den Wohlgeschmack,gehen die Ansichten auseinander, jedoch ist wohl sicher, daß brackiges Wasser, wie es sichim Untergründe an Meeresküsten findet, ebenso mooriges mit mineralischen Substanzenversetztes oder mit unangenehmem Geruch behaftetes Wasser zu vermeiden ist. Die drittenötige Eigenschaft, daß das Trinkwasser der Gesundheit zuträglich sei, ist die wichtigste.Die hier in Betracht kommenden Beimengungen zum Wasser können chemische undorganische sein. Erstere treten meist in so geringer Menge auf, daß sie wenig gefährlichsind. Höchst schädlich aber können organische Beimischungen, faulende pflanzliche oder

animalische Abgänge sein, da sie selbst in geringenMengen die Entwickelung zahlloser kleinster Lebewesenbegünstigen, welche als Krankheitserzeuger zu verhängnis-vollster Bedeutung gelangen können.

Das reine Grundwasser und das Wasser derzu Tage tretenden Quellen waren von jeher zur Ver-sorgung der menschlichen Wohnstätten am meisten be-gehrt. Während man aber früher mit gutem Quellwassernur sorgfältig behütete Laufbrunnen sparsam speiste, machtman heute allgemein den Anspruch auf fast unbeschränkteWasserverwendung. Nicht immer sind die zur Verfügungstehenden Quellen ergiebig genug, um für alle Zwecke dieheutzutage geforderte erhebliche Menge zu liefern. Soentnimmt man denn oft für Straßenreinigung, Garten-besprengung und ähnliche Zwecke Wasser aus offenenFlüssen und Seen. Kann man es nicht vermeiden,letzteres in Ermangelung von ausreichendem Grundwasserauch zum Hausgebrauch, namentlich zum Genuß alsTrinkwasser, heranzuziehen, so sind meist Vorrichtungenzum Reinigen des so gewonnenen Wassers erforderlich.Immerhin gibt es auch Quellen und Grnndwässer, letzterenamentlich in älteren Städten, vor deren Genuß mansich zu hüten hat, während anderseits zahlreiche Wasser-werke aus Sammelteichen, Seen und Flüssen ein ganzgesundes Wasser liefern.

Die älteste Art der Wassergewinnung ist die durchBrunnen, welche in unkultivierten Gegenden einfache inurwüchsiger Weise gegen Einsturz gesicherte Gruben, inkultivierten Ländern dagegen, wie schon im ältesten Ägypten, gemauerte Cylinder sindund bis in diejenige oft sehr tiefliegende wasserführende Erdschicht reichen, aus der mandas Wasser entnehmen will. Sonst aus geschlossenem Manerwerk bestehend, werden siein der wasserführenden Sandschicht mit offenen oder durch Moos gedichteten Fugen oderaus gelochten Steinen hergestellt, durch welche das Grundwasser eindringt. Oft stehen sieauch, fest gemauert und außen mit Zement verputzt, aber mit offenem Boden, im Grund-wasser. Zum Bau eines Brunnens wird zunächst die Grube bis auf das Grundwasserausgehoben. Dann wird die Umfangswand auf einem hölzernen nach außen hin schwachkonisch zugespitzten und dort mit einem eisernen Schuh versehenen Ring, dem Kranz oderSchling, frei ausgemauert. Durch Untergraben oder Unterbaggern des Brnnnen-krauzes wird dieser und mit ihm die Ausmauerung in senkrecht abwärts gerichtete Be-wegung gebracht. Die Wassergewinnung erfolgt durch Schöpfen mittels Eimer oderdurch eine hineingestellte Pumpe. Bei letzterer ist zu beachten, daß die Saughöhe, der

4sa. Ziehbrunnen im Karthiinferhofin Frankfurt a. W. M. Jahrh.)Nach „Franlfun u. s. Bauten".