Wasserversorgung der Städte. 503
Treppen von außen zugängliche 1,5 na breite Galerie, von welcher aus mittels Eimer dasWasser geschöpft wird. Letzteres ist sehr rein und klar, von gleichmäßiger Temperatur und findetzum Trinken und zum Hausgebrauche Benutzung. Der nicht überdeckte Quellenspiegel liegt überdem Hochwasser der Brigach .
Eine noch vollkommenere Fassung solcher Quellen wird erreicht, wenn ein geschlossenesGehäuse über der Einfassungsmauer errichtet wird. Man bewahrt dadurch das Wasservor den Einwirkungen des Frostes und der Hitze, muß aber für regelmäßige Lüftung desFassungsraumes Sorge tragen. Ein Beispiel ist die Sammelkammer für die Quellen vonArmentiercs, welche zur Vanne-Versorgung von Paris gehört. Sie ist kreisrund, von I 0 inDurchmesser, und mit einem sehr flachen mit Erde überfüllten Gewölbe bedeckt. Von außenist sie durch eine Thür zugänglich,
welche zugleich zur Lüftung dient, Scbnin Ükl8
und hat im Innern über demWasserspiegel eine begehbare Ga-lerie. Eine Überlanfvorrichtnngist nicht angebracht; außer demAblanfrohr nur ein Leerlauf zurReinigung des Behälters.
Treten die Quellen seitlichaus einem Gebirge aus, so wer-den sie gleichfalls durch eine ge-schlossene und bedeckte Brunnen-stube gefaßt, welche begehbar seinmuß und die erforderlichen Vor-richtungen für den Abfluß, für denÜberlauf bei zu starkem Wasser-zudrang und für den Ablauf zumReinigen des Beckens, sowie fürdie Lüftung enthält. Der Unter-schied gegen die eben beschriebeneFassung besteht nur darin, daßsie sich seitlich gegen den Berghin mit einem Stollen oder mitMauerschlitzen den wasserführen-den Schichten öffnet. GrößereBeispiele sind die Fassung in derMühlauer Klamm, zur Versor-gung der Stadt Innsbruck , undder Kaiserbrnnnen bei Wien , wel-cher die Quellen des Schneebergessammelt und einen Teil der Wie-ner Hochgucllenleitung bildet. ImSchneeberg ist es zerklüfteter Kaieine bedeutende Wassermenge birgt, die man der Wasserversorgung Wiens nutzbar machte.Eine Grotte, etwa 17 in lang und 1 in breit, die man durch Vortreiben eines Stollensin eine Quellenspalte auffand, bildete hier ein natürliches Reservoir, in welchem zahlreicheGrundwasserarme zusammentrafen, und von wo das Wasser, auf seinem Wege verstärktdurch mehrere andre aufsteigende Quellen, durch jene Spalte der nahen Schwärzn zufloß.Dieser Abfluß wurde durch ein gemauertes und überwölbtes Reservoir, das man auf denquellenreichen Felsboden aufsetzte, und das durch den Zugangsstollen mit der Grotte inVerbindung blieb, abgefangen. Die Sohle dieses sogenannten Wasserschlosses liegt 521,w nrüber dem Meeresspiegel. Tiefer als die Sohle liegt der das Wasser seiner weiteren Ver-wendung zuführende Abflußstollen, welcher auch als Leerlauf benutzt werden kann. 5,6 nrüber der Sohle befindet sich ein Überlauf, welcher den Überfluß an Wasser durch ein
Maßstab 1 : soo.
4SS u. 499. Fassung dar Anetten von Krnirntieres.
Nach Lueger, „Wasserversorgmig der Städte".
kfels, welcher in seinen Höhlen, Klüften und Spalten