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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Trübungen absetzt. Der feine Sand wird dadurch allmählich schleimig und um so mehrzum Reinigen des Wassers geeignet, je mehr diese schleimige Beschaffenheit zunimmt, bissich seine Zwischenräume gänzlich verstopfen. Die oberste Schicht wird daher von Zeit zuZeit abgeschält und endlich ganz erneuert.

Ein Beispiel ist die Filteranlage für das Neckarwasserwerk zu Stuttgart . Das demFlusse entnommene Wasser wird mit natürlichem Gefalle in einem teils gemauerten, teils be-tonierten Kanale von kreisrundem Querschnitte den Filtern zugeführt. Die Filter bestehen ausvier einzelnen gleich großen, wasserdicht gemauerten, 3,3» in tiefen Becken, welche auf eine Höhevon 75 bis 90 ein mit Kies von verschiedenen Sorten, darüber auf 70 cnn mit seinem Sandangefüllt sind. Wird eines der Becken gereinigt, so genügen die übrigen drei zur Klärung desgesamten Wasserbedarfs. Jedes Filterbett hat 700 grn nutzbare Fläche. Der Einlauf des Fluß-wassers oberhalb der Sandschichten kann mittels Schieber reguliert werden. Am Boden unterden Kieslagcrn befinden sich Sammeldohlen, d. h. mit seitlichen Schlitzen und mit Lüftungsrohrversehene Kanäle, in welchen das durchgesickerte Wasser zusammenläuft und von wo es an derdem Einlauf entgegengesetzten Seite durch ein gußeisernes Rohr den außerhalb der Filter an-gelegten quadratischen gemauerten Neinwasserschachten zugeführt wird. Jedes dieser Eisenrohreträgt an seinem Ende einen äußeren und einen inneren Schieber und dazwischen ein Aufsteige-rohr, dessen Überlaufskante 80 am tiefer liegt als der höchste Filterspiegel. Der äußere Schieberwird nur geöffnet, um das Bassin wasserleer laufen zu lassen, zu welchem Zweck dann auch diehier angeordnete Grundablaßleitung geöffnet wird. Der innere Schieber dient zur Regulierungder Überdruckhöhe des Filters. Für gewöhnlich werden in 24 Stunden 2,7 obm Wasser aufden Quadratmeter Filterfläche entnommen. Aus den der Zahl der Filterbetten entsprechendenvier Reinwasserschachten wird das Wasser einem größeren Bassin zugeführt, von wo es durcheine Pumpstation zum Gebrauch weiter befördert wird.

510 . Pont du Gard , altrömische Wasserleitung bei Zlimes.

-AlV

Zur Wasserversorgung einer Stadt durch Leitungen ist ein entweder über der Erdeausgemauerter oder in den Boden versenkter, überwölbter und mit Erde bedeckter gutgelüfteter Behälter oder auch ein Becken aus Gußeisen oder Schmiedeeisen in einemgemauerten und überdachten Turm erforderlich, also ein Wasserspeicher (Reservoir),welcher höher liegt als die höchsten Entnahmestellen in der Stadt. Bei geringem Betriebkann der Behälter durch ein eisernes Standrohr ersetzt werden. Liegt die Stelle derWassergewinnung höher als dieses Verteilungsreservoir, so kann man das Wasser dahinentweder mit stetigem Gefälle in gemauerten und überdeckten, gleichfalls mit Lüftung ver-sehenen Kanälen (Aquädukten) fließen lassen, oder mittels Druckrohrleitungen, auchSiphons genannt, welche der Form des zwischenliegenden Geländes folgen, dorthinbefördern. Liegt die Gewinnungsstelle tiefer als das Berteilungsreservoir, so bleibt nichtsübrig, als das Wasser durch Pumpwerke in Röhren hinauszubefördern.

Gemauerte Aquädukte mit stetigem Gefälle und mit Übersetzungen sehr breiter undtief eingeschnittener Thäler sind hauptsächlich von den Römern, welche Druckleitungen vongrößerer Lichtweite nicht herzustellen vermochten, erbaut worden. Eins der bekanntesten,verhältnismäßig noch gut erhaltenen derartigen Bauwerke aus der Römerzeit ist derPont du Gard bei Nimes in Frankreich , der nicht bloß als Aquädukt, sondern auch alsStraßenbrücke diente. Er besteht aus drei Reihen übereinandergesetzter Bogenstellnngen,von welchen die oberste den mit Steinplatten abgedeckten Wasserleitnngskanal trug,dessen Spiegel etwa 48 in über dem Niederwasserspiegel des Flusses Gardon lag.Interessant ist die im Laufe der Jahre durch Absatz erdiger Teile entstandene Kruste an