Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
Seite
512
JPEG-Download
 

512

Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.

Die Wasserrohre legt man mit Rücksicht auf die Frostsicherheit 1,s — 2 in unter dieStraßenoberfläche und zwar möglichst unter die Bürgersteige, um störende Aufbrüche desStraßenpflasters zu vermeiden. Wo mehrere Leitungen zusammenlaufen, werden stehendeoder liegende Teilkästen in gemauerten Schächten eingebaut. Diese Schächte erhaltenAblaßvorrichtungen zum Zwecke von Strangspülungen und Entleerungen. Es empfiehltsich, an Rohrsträngen von 25 om Luftweite nur Hydranten und Brunnen, nicht aberPrivatliegenschasten anzuschließen, damit, falls die Nebenleitung abgestellt werden muß,noch den Hydranten und Brunnen Wasser für Haushaltszwecke entnommen werden kann.Das Material der Rohre ist in den Straßen meist Gußeisen, nur zu Unterführungenoder Überbrückungen von Flußläufen oder kreuzenden andern Kanälen oder unter Eisen-bahndämmen Pflegt man Schmiedeeisen zu verwenden. In den Häusern benutzt manasphaltierte Gußeisenrohre oder geschwefelte Bleirohre zu den Leitungen nach der

SI2. Drr Mrangolbrnmic» im Tiergarten zn Scriin, modelliert von Hagen .

^ Ü,.

-.°

Entnahmestelle, dem Zapfhahn oder dem Wasserklosett. Zur Vermeidung von Stößen werdendie Steigleitungen am oberen Ende mit Windkesseln versehen. Zapf- und Durchgangs-hähne sollten immer zum Niederschrauben eingerichtet sein. Außer der Häuservcrsorgungwerden auch in den Straßen Entnahmestellen, Hydranten, angebracht, welche zumFeuerlöschen, Rinnstein- und Kanalspülen, Straßensprengen dienen. Man ordnet sie inEntfernungen von 50—100 m an, außerdem an allen Röhrenden und an solchen Punkten,wo die Leitung selbst zeitweilig gespült werden soll, oder wo Spüleinlässe der Ent-wässernngskanäle vorhanden sind. Man unterscheidet Überflurhydranten, d. h. solche mitfestem über dem Boden hervorragenden Standrohr, und Unterflurhydranten, welche ebensowie die Sperrschieber in der Straßenfläche durch eine gußeiserne Kappe abgedeckt sind unddaher dem Verkehr nicht hinderlich werden können. Ausgiebige Verwendung findet dasWasser auch zu öffentlichen Bedürfnisanstalten. Entnahmestellen, welche sich eignen, mitihrer Nützlichkeit ansprechende, ja monumentale Ansehnlichkeit zu verbinden, sind Brunnen,Lauf- oder Springbrunnen. Zahlreicher Beispiele in älteren und neueren Städten zugeschweige^ ist namentlich Rom , die wasserreichste Stadt der Welt, mit solchen Anlagen