Band 
Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Wasserversorgung der Städte.

großartigster Ausführung reich bedacht. In der Montana Trevi stürzen an einer Palast-front kolossale Wassermassen herab von künstlichen Felsen, auf denen sich der Meeresgottmit seinem Gefolge tummelt. Unter und neben antiken Obelisken springen auf den öffent-lichen Plätzen mächtige Wasserstrahlen empor und fallen schäumend zurück in kunstvollgeschmückte Becken. In neuerer Zeit ist opferfreudiger Bürgersinn öfter darauf verfallen,die Vaterstadt mit Zierbrunnen zu beschenken. Nachahmenswerte Beispiele sind derGutenbergbrunnen in Hannover und der Mendebrunnen in Leipzig .

Ist das Stadtgebiet ein sehr ausgedehntes, oder liegen die einzelnen Stadtteile inverschiedenen Höhen, oder muß man zur Trinkwasserversorgung ein andres Wasser ver-wenden als zum Spülen und Fenerlöschen, so werden mehrere Rohrnetze nebeneinander nötig.

SIS. Der Schloßbrimnen in Drriin, modelliert von Reinhold Vegas.Nach einer Photographie.

In sehr großen Städten ist eine einheitliche Versorgung weder wünschenswert nochdurchführbar. In der That ist auch keine einzige sehr große Stadt einheitlich versorgt.London , mit im Jahre 1890 etwa 5 660 000 Einwohnern, besitzt ein auf 7660 km aus-gedehntes Rohrnetz und verteilt durch dasselbe in einem Jahre eine Wassermenge von290 623 000 odm. Nicht weniger als 184 Dampfmaschinenanlagen mit 21 659 Pferde-stärken pumpen dieses Wasser aus verschiedenen Entnahmestellen in die Verteilungs-reservoire. Ungefähr die Hälfte des verteilten Wassers wird der Themse entnommen,-weitere 38 °/„ liefern der unterhalb der Stadt mündende Nebenfluß Lea und ähnlicheBezugsquellen. Der Rest wird in der Hauptsache aus Quellen und artesischen Brunnenbezogen: er kommt fast ausschließlich im°Osten dieser Riesenstadt zur Verteilung. Paris mit etwa 21/2 Millionen Einwohnern verteilt pro Tag rund 500 000 obm Wasser,182 500 000 obm im Jahr und bezieht dasselbe durch fünf Zuleitungen unter natür-lichem Druck, von welchen die bekanntesten der Ourcqkanal und die Quellwasserleitungenvon der Dhuis und der Banne sind. Die Dhuisqnellenfassung liefert pro Tag 20000 bis