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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Beseitigung der flüssigen und festen Abfallstoffe. 521

fände. In weitausgedehnten Orten auf flachem Boden kann bei hoher Lage des Grund-wassers der Bau von tiefliegenden Kanälen, in Größen wie sie die Mitableitnng desRegenwassers erfordern würde, so hohe Kosten verursachen, daß ein Trennsystem vor-zuziehen ist. Auch wo ältere Kanäle vorhanden sind, die bei weniger sorgfältiger durch-lässiger Bauart zwar für Ableitung von Regenwasser aber nicht von Brauchwasserbenutzbar sind, kann eine gesonderte Wegführnng des letzteren am Platze sein. In Orten,welche in schmalen Thälern liegen, ist zuweilen für die Thalsohle Trennsystem, für dieAbhänge Schwemmsystem geeignet, wie z. B. in Karlsbad . Der längs des Rheins liegendeTeil von Köln hat Trennsystem, während die übrige Stadt durch Schwemmkanalisationentwässert wird. Göttingen besitzt Trennsystem, jedoch derart der Schwemmkanalisationsich nähernd, daß die Abflüsse der Dächer und Höfe zur Spülung der Brauchwasserkanälebenutzt werden.

S2S. Entwäsftrunzssystrm »on Köln (Abfangsysteml.

Trennsysteme sind die von Liernur und Verlier, welche nur die Auswurfstoffemit Ausschluß des Spülwassers in engen Röhren mittels verdünnter Luft absaugen.Liernur hat später noch das Brauchwasser zugelassen. Das System Shone sammelt dasBrauchwasser in Behältern an, aus denen es dann mittels Preßluft m Röhren weggedrücktwird. Das Maringsche System benutzt keinerlei mechanische Einrichtungen, sondern er-zielt für den dickflüssigen Kanalinhalt ausreichende Vorflut durch Hmzufugung emes Spül-bassins am oberen Ende eines jeden Rohrstranges von mindestens 1 odin Große auf520 Einwohner, aus welchem die Röhren ein- bis zweimal täglich gespult werden. DieHausanschlüsse werden ohne Einschaltung eines Wasserschlusses m das Straßemohr geführtund durch über Dach geführte Röhren oder Anschluß an Schornsteinen gelüftet. Allediese Systeme haben nur sehr mäßige Anwendung gefunden. Es scheint, als ob dasWaringsche, welches in Memphis in Amerika, dann in Oxford und auch m kleinem Um-fang in Paris ausgeführt wird, das brauchbarste von den dreien ist.

Eine Forderung, welcher die Schwemmkanalisation unter allen Umstanden zu genügenhat, ist Ausschluß der Frostgefahr. Es ergibt sich aus dieser Rücksicht eine Tiefenlageder Kanalsohle von mindestens 1 m. Andre Umstände aber führen auf weit erheb-kichere Tiefen So würde mnn Zu bedeutenden Schwierigkeiten gelungen, fotmtd mun imBoden andre Leitungen für Wasser, Gas, Elektrizität, u. s. w. durchkreuzen müßte. Es

Das Buch dcr Erfind. I.