Sanitäre Wvhlsahrtseinrichtungen der Städte: Städtische Krankenhäuser. 5gi
frcigelegenen Grundstücke wurden in großer Anzahl und genügender Entfernung einstöckigeKrankensäle leichtester Bauart errichtet, mit flachem Dach, ohne Zwischenbodenraum undmöglichst noch über dem Erdboden frei erhoben, so daß die Luft sie überall umspülenkonnte. Die Weiträumigkeit des Grundstückes und die Einstöckigkeit der Gebäude über-trug man bald auch auf massive Krankenanstalten und hat lange daran fest gehalten,obgleich für nichtansteckende medizinische Kranke und, nach Erfindung der antiseptischenWundbehandlung, auch für chirurgische Kranke die Unterbringung in zwei oder drei Stock-werken gar kein Bedenken hat und nur für ansteckende Kranke darin mehr Vorsichtgeboten ist. Wohl aber ist Wert darauf zu legen, daß die Baulichkeiten ohne jeglicheabgelegene, schwer zugängliche Winkel, welche zu Schmutzansammlnngen Anlaß geben
578 — 581 . Krankenhäuser nach dem Panillonsystern.
578. Stadtkrankenhaus in Wiesbaden <1876—1878). ^ Verwaltung, « Küche. 6 Waschhaus, v Innerlich Kranke.
« Syphilitische Kranke, Chirurgische Kranke. 6 Typbuskranke, n Blatlernkranke, I Leichenhaus, L Künftige Erweiterung. —
579. Carolakrankenhaus in Dresden (1876—1878). ^ Verwaltung, ö Kückengebäude, V Krankenhäuser (zweigeschossig),
v Waschhaus, « Krankenpavillons (eingeschossig). I?Jsoliergebäude. t- Leichenhaus. n Thorwärter und Deamre. — 580. StädtischesKrankenhaus im Friedrichsbain zu Berlin (1870—1874). ^ Unteriahxt, «Verwaltung. 6 Wohngebäude des Direktors.D Krankenpavillons zu 64 Betten, k Pavillons für chirurgrsche Kranke zu 32 Betten, r' Jsolierpavillons zu 44 Betten. S Badehaus.u Leichenhaus, I Ökonomie. L Maschinenbaus, « Eishaus. Ll Beamtenwohnungen, X Luftschachte, 0 Erhöhter Verbindungsweg. —581. Hospital Lariboisiöre in Paris (1839—1854). L Krankenpavillons (dreigeschossig). « Wärterinnen und Magazine.
6 Wäscherei und Wohnungen, v Verwaltung, L Kapelle. I? Bäder, v Operationssäle, » Depots.
können, mit Steinfußböden, abwaschbaren Wänden und Decken und mit guten Heizungs-vorrichtungen und sehr reichlicher Winter- und Sommerlüftung versehen werden. DieRäume, welche zum Aufenthalt der Kranken dienen sollen, sind so zu bemessen, daß aufdas Bett mindestens 8 gm Grundfläche und 40 odin Luftraum in den Sälen, undinindestens 10 giu Grundfläche und 50 odm Luftraum in Einzelzimmern vorhanden sind.Die Zahl der Betten in einem Saal beträgt in einzelnen Anstalten 20—30, welche zubeiden Seiten nahe den Fenstern aufgereiht werden.
Die Anordnung einer größeren Anstalt nach dem Pavillonsystem geschieht zweckmäßigso, daß der Eingang durch das Verwaltungsgebäude führt, und zwar durch eine geräumigezugfreie Halle, in welcher auch ein Wagen mit Pferden halten kann. Das Verwaltungs-gebäude enthält im Erdgeschoß die Aufnahmeräumlichkeiten, Schreibzimmer^ und Registratur,ferner die Zimmer der Oberärzte nebst Vorzimmern und Untersuchungszimmern, sowie
Das Buch der Erfind. I. 71