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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
reihen die Krankenzimmer an der einen Seite eines gemeinsamen Ganges anf, wenn sieihn nicht gar von beiden Seiten einfassen. In einfachster Form bilden sie im Grundrißein Rechteck, etwa mit den Krankenzimmern an der Südseite, dem Korridor an der Nord-seite, von welchem letzteren aus, gleichfalls an der Nordseite, die Nebenräume als Thee-küche, Baderäume, Aborte, Pflegeräume und Treppenhäuser vorspringen. In dieser Formsind die Krankenhäuser in Bremen, Zürich, Augsburg, Rotterdam , das städtische Kranken-haus zu Berlin, und neuerdings der Pavillon für zahlende Kranke in Hannover erbaut.Größere Anlagen gruppieren sich im Grundriß in der Form eines lateinischen it, wiedas Hospital für Brustkranke in London und das Hotel Dien in Chartres , oder in derForm eines Hufeisens, wie das ältere Krankenhaus in Hamburg und Bethanien in Berlin ,oder in der Gestalt eines geschlossenen Viereckes, wie die Naison äs sants niunioipals inParis. Die Kreuzform ist in Italien znr Anwendung gekommen. Diese komplizierterenGruppierungen haben den Nachteil, daß in den einspringenden Winkeln der Luftzug stocktund das Gebäude nicht von allen Seiten von Luft und Sonnenlicht umspült werden kann.Durch die enge Verbindung der verschiedenen Abteilungen kam es in den größeren Anstaltenvor, daß ansteckende Krankheiten sich innerhalb des Hauses weiter übertrugen. Unter den
577. Aas Privatkrankrnhaus a. d. Ktrangriede in Hannover (Korridorsystem).Grundriß des Erdgeschosses.
chirurgisch behandelten Insassen grassierten brandige Entzündungen. Ja, es kam vor, daßKrankenhäuser gänzlich verseuchten und zeitweilig außer Gebrauch gesetzt werden mußten.
Das Pavillonsystem, welches in neueren Anstalten jetzt fast überall zur Anwendungkommt, gruppiert die Kranken getrennt nach Geschlechten: und nach der Art ihres Leidens,ob medizinisch oder chirurgisch zu behandeln, ob ansteckend oder nicht, in gesonderten großenSälen, welche mit den erforderlichen Nebenräumcn, als Tageränmen, Jsolierzimmern,Theeküchen, Wärterzimmern, Badezimmern, Klosetts versehen, als einstöckige oder mehr-stöckige Pavillons aufgeführt, entweder durch einstöckige oder mehrstöckige Gänge ver-bunden sind, oder ohne solche frei auf dem gärtnerisch ausgestatteten Grundstück liegen.Als Hauptrichtung für die einzelnen Pavillons wählt man in Deutschland die von Nordnach Süd, welche den Krankensälen volle Besonnung am Vor- und Nachmittag bietet,während die Tageräume für die Genesenden an der kurzen Südseite, die sonstigen Neben-räume^an der Nordseite angebracht sind. Die älteren Anlagen dieses Systems rücktendie einzelnen Pavillons noch zu nahe aneinander, wie das Krankenhaus Lariboisiere inParis , wo sie nur 10 m voneinander entfernt sind. Die Entfernung der Langseiten zweierPavillons sollte zweckmäßig das doppelte ihrer Höhe nicht unterschreiten.
In lebhafteste Aufnahme kam das Pavillonsystem, seit sich im amerikanischen Bürger-kriege und später in den deutschen Kriegen von 1864, 1866 und 1870—71 der Bander Lazarettbaracken hervorragend bewährt hatte. Auf einem sehr ausreichend bemessenen