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Gemeinnützige bauliche Einrichtungen der modernen Städte.
die Apotheke. Die oberen Geschosse können zu Dienstwohnungen und Gesellschaftsräumensür die Ärzte benutzt werden, um so mehr als die Anstalten oft weiter vom Mittelpunktder Stadt entfernt liegen und es zweckmäßig ist, namentlich die jüngeren Ärzte auchaußerhalb der Besuchszeiten in der Nähe zu halten. Auf dem Grundstück dienen etwadie vorderen Pavillons der Chirurgie, die entlegeneren der Medizin, und zwar je fürMänner und Frauen getrennt. In der Mitte zwischen Männer- und Frauenseite in derchirurgischen Abteilung liegt das Operationshaus, mit einem nach Norden gerichtetenhalbkreisförmigen Saal, der an seiner gebogenen Wand mit abgeblendeten Spiegelscheiben,in seiner Decke mit schrägem Oberlicht derart versehen ist, daß bei größter Helligkeit doch»> » das direkte Sonnen-
licht möglichst ver-mieden wird. Wändeund Fußboden sindmit weißem undurch-lässigen Material,erstere mit Marmor,Milchglas oder gla-sierten Thonplatten, letzterer mitSteingutplatten bekleidet. Ruhe-zimmer, Warteräumc, Zimmerfür den Arzt und die Gehilfenund eine Verbandfabrik sind imOperationshause nicht zu ent-behren. Gleichfalls in der Mittezwischen Männer- und Frauen-seite in der medizinischen Ab-teilung liegt zweckmäßig das Bade-haus mit vollständiger Einrichtungrömisch-irischen, russischenWannen- und Brausebädern. Imweiteren Verfolg der Mittelachsekann man das Wirtschaftsgebäudeanordnen, welches die Kochkücheund die Waschküche mit allem Zu-behör und das Kessel- und Ma-schinenhans enthält. Die Jsolier-abteilung liegt möglichst gesondert.Abgelegen und versteckt ist das Lei-chenhaus anzubringen, welcheseinen Leichenkeller, einen Secier-raum, einen Aufbahrungsraumenthalten muß. Ein kapellen-artiger Raum zur Einsegnung der Toten ist nicht unbedingt erforderlich, wohl aber Neben-räume für mikroskopische und bakteriologische Arbeiten und Sammlnngszimmer für Präparate.
Von dem eben geschilderten Typus werden selbstverständlich je nach der Örtlichkeitallerlei Abweichungen vorkommen. Von neueren städtischen Kranckenhäusern, welche nachden geschilderten Grundsätzen ausgeführt sind, nennen wir das Barackenlazarett zu Mvabitin Berlin , mit leichten einstöckigen Bauten und 800 Betten, die im wesentlichen zweistöckigenAnstalten im Friedrichshain mit etwa 800 und am Urban daselbst mit etwa 600 Betten,sowie das neue Krankenhaus in Hannover mit zunächst 400 Betten, ferner das Krankenhausin Eppendorf bei Hamburg mit bis vor kurzem l 300 Betten, deren Zahl jetzt noch vermehrt ist-Ebenso wichtig, wie die Heilung der Krankheiten, ist die Verhütung derselben,namentlich der Verbreitung der Ansteckungsgefahr. Diesem Zweck dienen die städtischenDesinfektionsanstalten, wie sie unter andern in Berlin, Hamburg, Hannover erbaut