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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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576 Beleuchtung

stoffreichen Gase vermischt, oder gewisse Feuerstoffe, in hellen Glühzustand zu versetzendeKörper benutzt, wobei die Hitze der Flamme in Leuchtkraft umgesetzt wird. Auf dieseWeise kann matt sehr vorteilhaft nichtleuchteiide Flammen als starke Lichtquellen zurGeltung bringen, wie man dies neuerdings thatsächlich in sehr praktischer Weise erreichthat. Aber auch schon früher wurde die Erfahrung bei dem Drummondschen Kalklichtenutzbar gemacht, welches man dadurch erzeugte, daß man ein cylindrisches Kalkstück der sehrheißen Flamme eines Knallgasgebläses aussetzte. Ähnlich wirksam ist das durch Ver-brennung eines Draht- oder bandartigen Magnesiumstückes hervorgebrachte Licht, welchesbekanntlich in der Photographie das Sonnenlicht zu ersetzen vermag.

So sehr nun aber auch die Lichtstärke einer Lichtquelle durch die Erhöhung der Tempe-ratur gesteigert werden kann, so hat doch die genaue Untersuchung in Übereinstimmung mitden jetzt geltenden Grundsätzen der Physik gelehrt, daß die Wärmestrahlung einer Licht-quelle auf einen schlechten Nutzeffekt dieser Lichtquelle hindeutet, indem die Kraftleistung,welche in der Wärme ausstrahlt, für die als Licht wahrnehmbare Kraftstrahlung verlorengeht. In der That ist die günstige Wirkung der durch Heißflammen erzeugten Glühlichternur der Umwandelnng der Wärmestrahlen in Lichtstrahlen zuzuschreiben. Auf Grunddieser Erfahrung könnte sogar die moderne Beleuchtungstechnik ihre höchste Aufgabe darinerblicken, kaltes Licht zu erzeugen, wie solches die Natur durch geheimnisvolle Prozesse

S 04 . Antike römische Lampe.

evs. Ktte Kandlampr.

in den Glühwürmern und andren Leuchttieren unzweifelhaft auf ökonomischste Weise, dasheißt mit möglichst geringem Kraftaufwande zustande bringt. Einen zur Erzeugung einesderartigen Lichtes dienenden Weg hat der berühmte Elektriker Tesla durch Anwendungrasch Pulsierender, auf luftleere Glashüllen einwirkender elektrischer Ströme angedeutet,jedoch kann nach diesem Verfahren vorläufig nur ein Zukunftslicht erhofft werden.

Für eine zweckmäßige, dem Auge wohlthuende Beleuchtung ist aber nicht nur dieLichterzengung, sondern auch die Lichtverteilung von wesentlicher Bedeutung. Indieser Beziehung hat man erkannt, daß zerstreutes, das heißt durch große weißeFlächen in geeigneter Weise zurückgeworfenes Licht dem unmittelbar von der Lichtquellegegen die Augen ausgestrahlten Lichte bei weitem vorzuziehen ist, weil solches Licht demTageslichte am nächsten kommt und nicht zu grellen Gegensätzen von Licht und SchattenAnlaß gibt. Überhaupt haben in dem modernen Belenchtnngswesen neben den wirt-schaftlichen Rücksichten auch die Bedingungen der Gesnndheitslehre eine maßgebende Be-deutung gewonnen.

Hinsichtlich des Nutzeffektes, welcher vom wirtschaftlichen Standpunkte scharf insAuge zu fassen ist, lassen die heutigen Lichtquellen thatsächlich noch viel zu wünschenübrig, indem von der für die Lichterzeugung mittelbar oder unmittelbar aufgewendetenWärmemenge nur ein sehr geringer Bruchteil als Licht nutzbar gemacht wird. Durchsorgfältige Messungen hat man beispielsweise gefunden, daß die Petroleumlampe höchstenseinen Nutzeffekt von 0 , 40 / 0 , die gewöhnliche Gasflamme des Schnittbrenners noch nicht0,s«/o, ein großer Regenerativgasbrenner etwa 1°/o, ein Gasglühlicht 1,Z°/o, eine elek-trische Glühlampe 6°/o und eine Bogenlampe durchschnittlich 25°/o Nutzeffekt erreichen