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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Leleuchlung.

Allgemeines und geschichtliches.

D n der Kultnrentwickelnng des Menschengeschlechtes hat die technische und wirt-schaftliche Ausbildung des Beleuchtungswesens eine wichtige Bedeutung. InR der Urzeit sah man in der Leuchtflamme ein Geschenk der Gottheit undwidmete ihr sogar religiöse Verehrung, und die Freude am Licht lebt nochfort in dem Geschlechte. Durch die Benutzung der Leuchtflamme vermochte derMensch sich von der Natur und vom Zeitverkauf unabhängiger zu machen; siespendete ihm Licht im nächtlichen Dunkel. Am leuchtenden Feuer des häuslichen Herdesund mit Benutzung des flammenden Kienspanes konnte er auch nach Sonnenuntergangund in den vom Tageslicht nnerhellten Räumen der Höhlen und Hütten sein Thun undTreiben fortsetzen, und selbst eine Quelle des Vergnügens und der Sicherheit war ihmdadurch erschlossen.

Die Entfaltung dieses Zweiges der Technik beruht auf der Entdeckung undZubereitung der Leuchtstoffe, sowie auf der Erfindung und Vervollkommnung derBeleuchtungsapparate nebst den Beleuchtungsmethoden. Im allgemeinen besteht dieErzeugung des Lichtes in der Herbeiführung eines Glühzustandes, der in der ein-fachsten Weise durch die Verbrennung dazu geeigneter, weil kohlen- und wasserstoff-haltiger Substanzen, wie sie das Pflanzen- und Tierreich und selbst das Mineralreichin genügender Menge darbieten, herbeizuführen ist. Die so hervorgerufene Licht-erscheinung ist immer auch mit einer bedeutenden Wärmeentwickelnng verbunden, unddie Erfahrung hat gelehrt, daß aus der Wärmesteigerung auch eine Steigerung desGlühzustandes hervorgeht. Indem ein kohlenwasserstosfhaltiger Körper verbrennt, zer-setzt er sich in Gase, wobei zugleich feinzerteilter Kohlenstoff ausgeschieden wird, derbei genügend hoher Temperatur vor seiner Verbrennung zu Kohlensäure zum Glühenkommt und um so stärker glüht, je stärker die auf ihn einwirkende Hitze ist. Zur Her-stellung wirksamer Lichtquellen mittels Anwendung von geeigneten Brennstoffen ist deshalbdie Einrichtung so zu treffen, daß eine möglichst hohe Temperatur inner- und außerhalbder Leuchtflamme herbeigeführt wird, wozu außer der geregelten Zuführung des Brenn-stoffes auch eine geregelte Zuführung von Luft und zwar womöglich von schon vorge-wärmter Luft erforderlich ist. Neben der Verbrennung mit hellleuchtender Flamme kommenaber auch Verbrennungen mit sehr schwach leuchtender Flamme vor, die sich an und fürsich nicht für Beleuchtungszwecke eignen, wie dies z. B. bei den Flammen des Spiritus,des Wasserstoffes, des Knallgases, des Kohlenoxyds und leichter Kohlenwasserstoffe statt-ftndet, indem hierbei der in der Flamme zum Glühen kommende Kohlenstoff in nichtgenügendem Maße vorhanden ist, oder beim Wasserstoff ganz mangelt. In diesen Fällenkann aber doch ein Leuchten hervorgebracht werden, wenn man geeignete Körper in dieFlamme einführt, also wenn man entweder das kohlenstoffarme Gas mit einem kohlen-