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die leicht versagen. Um diese llbelstände zu umgehen, ist von der altrenommierten FirmaS. Elster, Berlin neuerdings der auf einem andern Prinzip beruhende Dukesche Gas-anzünder in den Handel gebracht wurden, der in Abb. 670 im Auf- und Grundriß ab-gebildet ist. Der Dukesche Selbstziindcr beruht auf der bekannten Eigenschaft des Platin-schwammes, Gase begierig anzusaugen und sich dabei bis zum Glühen zu erhihen. Zu demZiveck ist bei diesem Zünder Platinschwamm in einer Mefsinghiilse neben dem Brenner ange-bracht, wobei aus dieser Hülse ein Bündel dünner Platindrähte herausgeht, das über denBrennerkopf derartig gelegt ist, wie die Abbildung zeigt. Sobald der Gashahn geöffnet wird,kommt der Platinschwamm nebst diesen Drahten zum Glühen und die Flamme wird nach6—8 Sekunden entzündet. Man kann also durch Aufdrehen eines Hanpihahnes eine große Anzahlvon Gasflammen, die mit diesem Zünder ausgestattet sind, in kürzester Zeit entzünden, was unterUmständen sehr erwünscht ist. Der Apparat ist einfach und soll lange betriebsfähig bleiben.
Die giftigen Eigenschaften des Leuchtgases erheischen Vorsichtsmaßregeln. Wasdie mit Einführung der Gasbeleuchtung in Zimmern drohende Möglichkeit der unbeab-sichtigten Gasentweichung und der Vermischung des Gases mit der Luft anbelangt, so istzu beachten, daß sich diese Vermischung schon bei sehr geringen Mengen des Leuchtgasesdurch einen diesem Gase eigentümlichen Geruch bemerkbar macht. Nach einer vom Kreis-physikus und Sanitätsrat Dr. Jakobs in Köln auf Grund eigner Beobachtungen undErfahrungen 1875 herausgegebenen Broschüre: „Über die Vergiftung durch Leuchtgas"sollen 3°/g Beimischung dieses Gases zur Luft beim Einatmen mit Erstickung drohen; esist aber mit Bezug hierauf durchschnittlich anzunehmen, daß 1—2 Volumenteile Leuchtgas in 10000 Volumenteilen Luft, das ist 0,m— 0 ,v 2 °/o, selbst von weniger fein organisiertenPersonen noch deutlich durch den Geruch wahrgenommen werden können, während eineempfindliche Nase sogar noch bis 0,oos"/o Leuchtgasgehalt der Luft zu riechen vermag.Was nun den Geruch des Leuchtgases anbelangt, so sind dessen Bestandteile Wasserstoff,Sumpfgas und Kohlenoxyd, welche zusammen etwa 80°^ des Gases ausmachen, völliggeruchlos. Das Leuchtgas enthält aber außerdem noch schwere Kohlenwasserstoffe, ins-besondere stark riechendes Acetylen, obschon in sehr geringen Mengen, und ferner auch nochstickstoff- und schwefelhaltige Verbindungen, wie Schwefelcyan, Schwefelwasserstoff u. s. w.,die ebenfalls stark riechen. Als untere Grenze, an welcher überhaupt eine schädliche Ein-wirkung der mit Leuchtgas vermischten Luft noch nicht zu befürchten ist, wird von Genberim „Archiv für Hygiene" (1883, Bd. I, S. 185) 0,s — 1«/g Leuchtgas angenommen.Erstickend oder vielmehr vergiftend, weil blntzersetzend, wirkt im Leuchtgase hauptsächlichdas Kohlenoxyd, von welchem eine Beimischung von 0,«s°/o in der Atmungsluft schongefährlich werden kann. Nach Dr.Fischer (in der „Zeitschrift für öffentliche Gesundheits-pflege", 1883) ist die Verunreinigung der Luft durch Kohlenoxyd bei Gasflammen, diein Glascylindern brennen, nicht mehr zu befürchten, weil hier dieses schädliche Halb-verbrennnngsprodukt nicht mehr entstehen kann, indem aller Kohlenstoff zu Kohlensäureverbrannt wird. Bei freien Gasflammen dagegen entweicht Kohlenoxyd in die Luft.Jedenfalls ist in Räumen, wo viel gewöhnliche Gasflammen brennen, für ausreichendenLuftwechsel zu sorgen, wozu die von den Gasflammen erzeugte Wärme als Zugmittel zubenutzen ist. Auersche Glnhlichtbrenner sind in dieser Beziehung bedeutend besser, indemdieselben bei gleich starker Beleuchtung im Vergleich mit gewöhnlichem Gaslicht etwa nurein Fünftel der Kohlensäure erzeugen, welche die gewöhnlichen offenen Gasflammenliefern. Noch besser ist vom hygienischen Standpunkte die Beleuchtung mit elektrischenGlühlampen, weil diese überhaupt keine Verbrennungsgase in die Luft senden.
Was die Wärmeerzeugung bei Gasbeleuchtung und elektrischer Beleuchtung anbelangt,so liegen darüber Versuchscrgebnisse von Dr. Fischer und von Penkert vor. Wir ent-nehmen bezüglich derselben dem „Journal für Gasbeleuchtung u. s. w." von 1885 diefolgenden Angaben. Bei einer Lichtstärke von zehn Normalkerzen wurden stündlich diefolgenden Wärmemengen entwickelt:
bei elektrischem Bogenlicht .... 57 Wärmeeinheiten
bei elektrischem Glühlicht durchschnittlich 400 „
bei Siemcnsscher Regencrativlampe . 1500 „
bei Argandgasbrenner. 4800 „
bei Zweilochbrenner.12150 „