Die Gasbeleuchtung. 61 Z
daß die Entzündung der Gaslaternen in großer Zahl und im weiten Umkreis stattfinden kann,auch soll dabei jeder Gasverlust vermieden werden. Dieser Apparat soll gute Dienste thunund wird zu einem mäßigen Preise geliefert. Das Prinzip desselben besteht darin, daß durcheinen elektrischen Stromschluß der Vierweghahn geöffnet wird und daß zugleich ein elektrischerF-unke die Zündung des ausströmenden Gases bewirkt. Durch einen zweiten Stromschluß wirdder Hahn wieder zugedreht, so daß die Flamme erlischt, wenn man die Beleuchtung unter-brechen will. Abb. 666 zeigt die ältere Einrichtung des Zünders, wobei zum Öffnen undSchließen des Hahnes eine einzige Kontaktvorrichtung dient. Aus der Abbildung ersieht mau,daß ein Elektromagnet 8 den Anker -tk. beeinflußt; beim Anziehen des Ankers wirkt ein Gesperre 8durch die Klinke s auf das Antriebsrad II des Gashahnes. 6 ist das Gasrohr. Durch dasAnziehen des Ankers wird gleichzeitig der Kontakt bei I' gebildet, so daß bei k der Funke über-springt. Bei dem zweiten Stromschluß wird der Anker wieder angezogen und damit derGashahn abgesperrt. Die Sperrvorrichtung wird durch Biegen des Armes 8 geregelt. Um dasZurückdrehen des Hahnschlüssels beim Zurückgehen der Sperrklinke e zu verhüten, ist oberhalbderselben eine Feder I angebracht, welche in Abb. 667 sichtbar ist; dieselbe ist an der Scheibe 6befestigt und greift mit ihrem freien Ende in Las Zahnrad dicht vor der Sperrklinke ein. Wenndie Sperrklinke vvrwärtsgedreht wird, so hebt sie die Feder, geht sie aber zurück, so greift dieFeder in daS Zahnrad ein und hemmt dessen Drehung. — Bei Auerlichtbrennern wird durchden elektrischen Funken zunächst eine kleine Zündflamme angesteckt, welche dann die Leuchtflammedes Bunsenbrenners entzündet.
Neben diesen einfachen Apparaten werden auch Gasfernzünder mitDoppelkontakten hergestellt, bei denen ein Kontakt die Öffnung, ein
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669. Elektrischer Gasziindrr.
670. Zinkes nutornatischcrGasxünder.
zweiter Kontakt die «chließung des Gasrohres bewirkt. Zu dem Zweck ist der Apparat mitzwei Elektromagneten ^ und L versehen, wie Abb. 668 zeigt. Der erste Kontakt führt denStrom in den Elektromagneten 8, welcher den Anker i anzieht und in der angegebenen Weiseden Gashahn öffnet, sowie die Zündung herbeiführt. Der zweite Kontakt führt den Strom zumElektromagneten der den Anker 1> anzieht und dadurch den Gashahu schließt. Die Strom-verbindung ist durch punktierte Linien angedeutet.
Das Leitungsschema (Abb. 66g) zeigt die Anordnung der ganzen Einrichtung. Der einePol einer galvanischen Batterie ist mit der Erde verbunden und steht hierdurch mit dein Gas-rohr, sowie mit den Gaslampen in leitender Verbindung. Der andre Batteriepol führt nach
einer Induktionsspule und verzweigt sich von dort nach der Kontaktklemme L,, L- u. s w.,der Elektromagnet II,, IF n. s. w. »ach den Brennern 6,, 0^ u. s. w. In diese Zweigleitungenwerden die Kontakldruckknöpse eingeschaltet. Auf Grund praktischer Versuche ist für verschiedeneLeituugslängen die folgende Anzahl von galvanischen Elementen erforderlich:
Bei 30 in Leitnngslänge.4 Elemente.
30-90.3
„ »0-140.6
„ 140—l»0.7
„ 190—240 „ „ „ .8 „
Der Widerstand des Elektromagnetfystems beträgt etwa 2,8 Ohm. Mittels eines Kurbelschalterskann man eine größere Zahl von Gasflammen gleichzeitig reihenweise oder einzeln nach Beliebenbis auf große Entfernung ein- und ausschalten.
Durch elektrische Zündvorrichtungen wird gewissermaßen ein fremdes Element in die Gas-beleuchtungsanlage gebracht, und es läßt sich nicht verkennen, daß die Anwendung der Elektrizitätfür diesen Zweck mit Unbequemlichkeiten verbunden ist, indem elektrische Batterien zu beaufsichtigensind, die nicht immer zuverlässig wirken; auch die elektrischen Kontakte sind subtile Vorrichtungen,