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Das elektrische Licht.
andrer Weise von ganz besonderer Wichtigkeit, indem dadurch der Charakter der Beleuchtunggeändert wird und dieselbe auf das Auge den wohlthuendsten Eindruck macht. Die Beleuchtungunterhalb einer elektrischen Bogenlampe beträgt vielleicht nur den zwanzigsten Teil der hellenTagesbeleuchtung, aber das Auge wird durch das von einer Bogenlampe ausgestrahlte Lichtviel eher ermüdet. Nach angestellten Versuchen scheint es, als könne das Auge ohne Blendungein sechzigmal stärkeres Licht von einer das Licht zerstreuenden Fläche, also zum Beispiel voneiner hell von der Sonne beleuchteten Wolke aufnehmen, im Vergleich zu dem in dichter Nähevon einer elektrischen Bogenlampe ausgestrahlten Lichte. Die blendende Wirkung zu grellenLichtes auf das Auge rüst eine mehr oder minder große Verengung der Pupille hervor, und dadie vom Auge aufgenommene Lichtmenge nicht nur von der Beleuchtung der im Gesichtsfeldebefindlichen Körper, sondern auch von der dem Lichte ausgesetzten Flächengröße der Netzhaut desAuges abhängt, so ist klar, daß irgend ein Einfluß, welcher eine Verengerung der Pupille herbei-iihrt, auch eine scheinbare Verminderung der Beleuchtung hervorruft. Bei der Abschätzung desNutzens, welcher bei einer Bogenlampe durch eine gut lichtzerstreuende Glasglocke herbeigeführtwird, muß daher sowohl die lichtabsorbierende Eigenschaft der Glocke, als auch die durch mindergrelle Lichtwirkung bewirkte Vergrößerung der lichtaufnehmenden Fläche der Augennetzhaut inBetracht gezogen werden. Wenn die Glocke zum Beispiel 30 °/„ des Bogenlichtes absorbiert,gleichzeitig aber die lichtaufnehmende Fläche des Auges sich um 40 vergrößert, so wird dievom Auge aufgenommene Lichtmenge und also auch die scheinbare Helligkeit der Beleuchtungtrotz der lichtschwächenden Glasglocke doch bedeutend verstärkt. Diese Wirkung des zerstreutenLichtes auf das Auge ist sehr beachtenswert, es scheint jedoch, als wenn in dieser Beziehungnoch keine ausreichenden Messungen stattgefunden hätten, wahrscheinlich deshalb, weil derenAusführung ziemlich schwierig ist. Erst wenn derartige Messungen bestimmte Ergebnisse gelieferthaben, ist natürlich ein sicheres Urteil in dieser Beziehung möglich, aber der allgemeine Gebrauchvon Milchglasglocken und andren Lichtzerstreuungsvorrichtungen hat jedenfalls einen guten Grund,so daß die einfache Thatsache, daß derartige Glocken 30—40"/„ Licht absorbieren, nicht von solcherBedeutung ist, wie öfter behauptet wird. Ein Photometer (auf das wir später zu sprechen kommen)mag entscheiden, nur das Auge selbst kann in dieser Angelegenheit ein berechtigtes Urteil fällen
In einem Zimmer, dessen Wände mit Tapeten von mittlerer Reflexionskraft bekleidet sind,ist die Beleuchtung durch die Reflexion der Wände ebenso wichtig, wie die Beleuchtungdurch die direkten Strahlen der künstlichen Lichtquellen, und diese Beleuchtung durch zerstreutesLicht nimmt nicht mit der Entfernung der Lichtquellen ab, wie dies bei der direkten Beleuchtungder Fall ist, sondern sie ist im ganzen Raume gleichförmig verteilt; sie wirft keine Schatten undist so gut zerstreut, wie das Tageslicht.
Um zu einer Abschätzung über die Wirkungsgröße der Zimmerwände bei der Beleuchtungzu gelangen, sei angenommen, daß die Lichtquellen im Zimmer bis zu 100 Kerzenkraft besitzenund daß die mittlere Reflexionskraft der Wände, der Decke u. s. w. 50 °/o betrage. Das aufdie Zimmerflächen fallende Licht wird dann bei der Zurückweisung in das Zimmer die Be-leuchtung um etwa 50 Kerzenkraft erhöhen. Die Strahlen dieses Lichtes fallen aber wiederumauf die Wände und ergeben für die Beleuchtung ungefähr 25 Kerzen und so fort. Die Sum-mierung der Reihe 100, 50, 25, 12,5 u. s. w. ergibt aber 200; hieraus folgt, daß durch dieWirkung der Reflexion infolge der Lichtzerstreuung an Zimmerwänden, Decke u. s. w. die Helligkeitder Beleuchtung eines Zimmers wenigstens nahezu verdoppelt werden kann. Ist die Reflexions-kraft der Wände noch größer als 50°/„, so wird natürlich auch die Steigerung der Helligkeit imZimmer entsprechend größer sein. Nach Sumpners Versuchen ergeben hellweiß angestricheneWände etwa 80"/„ reflektiertes Licht; gelbe Tapete gibt dagegen nur 40°/^ und blaue Tapete 25"/„;von schwarzem Tuch werden nur 1,2"/„ und von schwarzem Sammet gar nur 0,4 des auf-fallenden Lichtes zurückgestrahlt. Wären Wände und Decke aber z. B. mit Glasspiegelnbelegt, welche etwa 90bis92"/„ des auffallenden Lichts zurückstrahlen, so würde das Verhältniswie 8:100 sein, so daß also die direkte Beleuchtung von 100 Kerzen durch die Reflexion aufwenigstens 1200 Kerzen in Form von zerstreutem Lichte verstärkt werden würde. Das von einerLichtquelle zwischen reflektierenden Flächen ausgestrahlte Licht wird so lange reflektiert, bis dieseFlächen das Licht ebenso rasch absorbieren, als es ausgestrahlt wird.
Bei der Beleuchtung von Jnnenräumen mit elektrischem Bogenlicht lassen sich verschiedeneVorkehrungen treffen, um eine Lichtzerstreuung hervorzubringen und dadurch den grellen Glanzzu mildern, so daß die Beleuchtung deni Tageslicht ähnlich wird. Für kleine Jnnenräume wirddies von der Elektrizitäts-Aktiengesellschaft "vormals Schnckeri L Co., Nürnberg , nach einemVorschlage von Uppenborn dadurch bewirkt, daß in den Bogenlampen unterhalb des Lichtpunktesein kleiner Konus aus Milchglas angebracht wird, der im durchstrahlenden Bogenlichte als einglühender Körper erscheint, welcher das Licht in so großer Verteilung ausstrahlt, daß es nichtmehr blendend wirkt. Für größere Räume, insbesondere für Arbeitssäle werden von dergenannten Firma die Bogenlampen mit einen: kugelförmigen Reflektor gebaut, welcher dienach unten gehenden Strahlen nach oben zurückwirft, wie es in Abb. 671 durch punktierteLinien ersichtlich gemacht ist. Durch eine darüber befindliche Laterne mit Milchglas wird dasemporgeworfene Licht gleichmäßig gegen die weiße Decke und die weißen Wände geworfen, welchedasselbe als vollkommen gleichmäßig zerstreutes Licht in den Raum zurücksenden. Das Bogen-licht ist zur Bodenbeleuchtung großer Räume besonders geeignet, weil es bei Gleichstrombetriebnur etwa 6 seiner Strahlen nach oben sendet und seine Maximalstärke bei einem Winkel von
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