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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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618 Beleuchtung.

werden und der Strom nicht mehr imstande sein, den Flammenbogen zu bilden, mithindas Licht erlöschen. Der Lichtbogen muß also stets eine gewisse Länge von etwa2—3 mm beibehalten, ohne daß plötzliche Schwankungen oder eine merkliche Unruhedes Lichtes und zischendes Geräusch entstehen. Auch das Entstehen des Lichtbogens beimAnlassen der Lampe soll möglichst geräuschlos und rasch vor sich gehen. Ferner soll dieEinrichtung der Lampe möglichst einfach und dauerhaft sein, so daß sich dieselbe ohneNachhilfe und Reparaturen lange Zeit hindurch im Betrieb erhält. Auch gegen äußereEinflüsse, besonders wenn die Lampe in freier Luft aufgehängt ist, soll dieselbe möglichstunempfindlich sein. Endlich wird aber auch noch verlangt, daß die Lampe in ihremMechanismus sich nicht sehr hoch aufbaut, eine lange Brenndauer hat und sich im Preisebillig stellt. Ein langer Weg war zurückzulegen, bis man eine Lampenkonstruktion erfand,die diesen Bedingungen genügte. Bei den ältesten Lampen mußte man gar die Kohlen mitder Hand stellen. Brauchbare Kohlenlichtregulatoren gaben zuerst Foucault-Dubosq, Serrinund Hefner-Alteneck (Siemens) an; der des letzteren zeichnete sich durch einfachere Kon-struktion und besondere Genauigkeit der Regulierung aus. Aber bei allen diesen Konstruktionenwar die Einschaltung mehrerer in einen Stromkreis ausgeschlossen, da jede einzelne LampeVeränderungen in den Widerstandsverhältnissen hervorruft, welche die selbstthätige Regu-lierung der übrigen Lampen verhindert; sie konnten daher nur als Einzellichter verwendetwerden. Erst die von Hefner-Alteneck 1879 eingeführte mustergültige Differential-lampe ließ eine Teilung des elektrischen Lichtes und damit eine ausgedehnte Ver-wendung zu; ihre Konstruktion wird im dritten Bande näher beschrieben. Verbreiteternoch als die hauptsächlich für Reihenschaltung berechnete Differentiallampe ist die fürParallelschaltung berechnete Nebenschlußlampe, die in vielen verschiedenen brauch-baren Konstruktionen benutzt wird. Bei dieser für Gleichstrombetrieb dienenden Lampewird der Nachschub der Kohlen durch das Gewicht des oberen Kohlenhalters bewirkt, indemdieser mittels Schnur, Kette oder Band ein Räderwerk in periodische Bewegung setzt,welches den Lichtbogen genau regelt. Dieses Räderwerk ist mit dem schwingenden Ankerdes Nebenschlußmagnets verbunden, so daß es durch diesen Magnet in feiner Lage beeinflußtwird, wobei der Magnet zur Wirkung kommt, sobald der Lichtbogen infolge eines sich er-weiternden Abstandes der Kohlenstabenden den Widerstand über eine gewisse Grenze erhöht.

Bezüglich der Betriebsweise der Bogenlampen ist zu bemerken, daß man in Deutsch-land von der ursprünglich benutzten Hintereinanderschaltung einer größeren Anzahl vonLampen bei Anwendung einer entsprechend hohen Spannung zu der für Glühlampenerforderlichen Spannung von 100—110 Volt übergegangen ist, wobei in den Stromkreisder parallel geschalteten Glühlampen nach Erfordernis die Bogenlampen paarweise inParallelschaltung eingefügt werden. Diese Schaltungsweise der Bogenlampen wurde des-halb notwendig, weil die städtischen Zentralanlagen in der Hauptsache für Glühlampen-betrieb einzurichten waren und die Bogenlampen, insofern sie nicht zur Straßenbeleuchtungdienten, sich auf viele einzelne voneinander unabhängige Abnehmer verteilten. Wenn essich aber darum handelt, sehr ausgedehnte Bezirke oder lange Strecken mit Bogenlampenzu versehen, wobei Glühlicht entweder ganz ausgeschlossen ist, oder doch nur in sehr be-schränktem Gebiete vorkommt, so ist es vom ökonomischen Standpunkte ratsam, die Lampenmit entsprechend höherer Spannung in Hintereinanderschaltung zu betreiben, wobei dieGlühlampen durch eine besondere Anlage zu versorgen sind.

Für die Beleuchtung von Juneuräumen ist die Zerstreuung des Lichtes von großerWichtigkeit, wie durch neuere Untersuchungen nachgewiesen worden ist. Sehr eingehende Studiensind in dieser Beziehung von dem englischen Elektrotechniker Sumpner angestellt worden. Der-selbe hat durch zahlreiche Versuche den Nachweis geliefert, daß die Beleuchtung eines Raumesim hohen Grade durch das von den bestrahlten darin befindlichen Flächen, insbesondere von derDecke und von den Wänden verstärkt werden kann. In vielen Fällen soll sogar bei der künst-lichen Beleuchtung das von solchen Flächen zurückgeworfene und dadurch zerstreute Licht einebedeutend größere Helligkeit verbreitet haben, als das direkt von den Lichtquellen auf eine Flächegestrahlte Licht. Das Tageslicht, welches bei heiterem Himmel die größte und angenehmsteHelligkeit erzielt, besteht in der Hauptsache nur aus zerstreutem Licht, indem die Sonnenstrahlenschon bei dem Durchgingen der scheinbar ganz klaren Atmosphäre vielfach reflektiert werden undsomit hauptsächlich diffuses Licht verbreitet wird. Die Zerstreuung des Lichtes ist aber noch in