621
Das elektrische Licht.
ebenfalls von Grabowski konstruiert worden. Hierbei wird ein Teil des von der Lampe nachunten gestrahlten Lichtes durch einen Glasring von prismatischem Querschnitt zerstreut. DieEinrichtung beruht auf einem sorgfältigen Studium sowohl der durch die Bogenlampe bewirktenLichtverteilung, als auch der bei der Beleuchtung durch Tageslicht bestehenden Verhältnisse. Dergrößte Teil des Lichtes wird den Arbeitsplätzen zugeführt durch reflektiertes zerstreutes Licht.Der Schirm der Deckenlampe ist kreisförmig und mit schräg nach unten gerichteten Rändernversehen, welche das Licht aufsaugen und nach unten werfen. Ein Teil der Strahlen des ober-halb befindlichen Lichtkraters ivird aber von dem schon erwähnten Ringprisma aus der ursprüng-lichen Strahlungsrichtung gegen die Horizontalrichtung abgelenkt und dadurch ebenfalls denSeitenwänden des Schirmes zugeführt, welche dasselbe nach unten hin zerstreuen. Diese Apparatesind ziemlich umfänglich, indem ein solcher Schirm etwa 1,5 m. Durchmesser hat. Um einenweniger umfänglichen Apparat für Junenbeleuchlung zu schaffen, ist von der Firma Schuckertdie in Abb. 674 dargestellte Laterne gebaut worden, mit welcher eben-falls eine gute Wirkung erzielt würd, die aber auf keinen so weitenUmkreis verteilt ist, wie bei dem Grabowskischen Apparat. Die Lampe befindet sich hierbei in einem nach oben und unten geschlossenen Gehäuse,das die Gestalt einer flachen vielseitigen Doppelpyramide hat. Dieuntere Hälfte besteht aus Spiegelglas, das nach oben reflektierend wirktund gar kein Licht nach unten durchgehen läßt. Die obere Pyramidebesteht dagegen aus Mattglas oder Überfangglas, welches lichtzerstreuendwirkt. Soll der Lichtverlust aber möglichst gering sein, so wird dieserTeil aus geriffeltem Glase hergestellt. Da bei dieser Lampe auf dielichtzerstreuende Wirkung der Zimmerdecke gerechnet ist, so muß diesenatürlich hellweiß sein.
Eine noch andre Art der Lichtzerstreuung wird bei den Bogen-lampen durch die in Frankreich zuerst aufgekommenen Holophan-glocken bewirkt: dieselben haben neuerdings auch Anwendung bei demGasglühlicht gefunden, dessen blendende Helligkeit ebenfalls zu dämpfenist, wobei zugleich oft die Forderung erfüllt werden soll, daß ein mög-lichst gleichförmiges Licht nach einer bestimmten Richtung hin geworfenwird. Durch die vom französischen Beleuchtungstechnik« Fredureaukonstruierte Holophanglocke (Abb. 675) wird diesen Forderungen genügt,indem damit nach glaubwürdigen: Urteil eine vollkommene Verteilungund Zerstreuung des Lichtes ermöglicht und gleichzeitig die Helligkeitunter der durch den Leuchtpunkt gelegt gedachten Horizontalebene wesent-lich gesteigert wird. Hierdurch ist in der Beleuchtung von Junenräumenein bedeutender Fortschritt erzielt worden. Der Lichtverteilungsapparatder Holophanglocke besteht aus einer Übereinanderlagerung von prismatischen ringförmigen Glas ^körpern, welche in ihrer Zusammenstellung eine kugelförmige Glocke bilden und ähnlich denkatadioptrischen Ringsystemen wirken, welche bei den Reflektoren der Leuchttürme benutzt werden,jedoch ist die Wirkungsweise derselben eine wesentlich andre.
Die erste Glühlampe ist 1840 von Grove konstruiert worden, der Platindraht alsGlühkörper benutzte. Ihm folgte im Jahre 1845 Starr; dessen Lampe bestand aus einemblattdünn abgeschliffenen Stäbchen von Retortenkohle, das in einem luftleer gemachtenGlasballon durch den Strom einer elektrischen Batterie oder einer magnet-elektrischenMaschine zum Glühen gebracht wurde. Im Jahre 1858 trat Changt) mit einer ähn-lichen Konstruktion -hervor, nur benutzte er statt des Kohlenstäbchens einen Platindraht.Diese Lampen sind jedoch zu keiner praktischen Verwendung gekommen, ja sie gerieten soin Vergessenheit, daß die gleich derjenigen Starrs mit einem Kohlenstäbchen montierteVakunmlampe, die Ladyguine 1873 der Petersburger Akademie vorlegte, als völligneue Erfindung angesehen wurde. Aber auch er vermochte mit der Lampe keinen dauern-den Erfolg zu erzielen, und die Glühlampen blieben ohne jede praktische Bedeutung, bisEdison, der 1876 in Menlo Park bei New Jork sein Laboratorium gegründet hatte,mit einer neuen Konstruktion derselben hervortrat, die für die weitere Entwickelung deselektrischen Glühlichtes epochemachend wurde. Edisons erste Glühlampe bestand im wesent-lichen aus einer Platinspirale in einem luftleeren Glasballon: später benutzte Edison anStelle des Platindrahtes verkohltes Papier und endlich verkohlte Pflanzenfaser (Bambus).Näheres hierüber vergl. Bd. III. Die zahlreichen Konstruktionen, die nach dem Vorgänge vonEdison von Swan, Maxim, Lane-Fox, den Hamburger Fabrikanten Müller, Siemens u. a.auf den Markt gebracht worden sind, unterscheiden sich von der Edisonschen fast nur durchdie Herstellung und Form der Kohlenbügel sowie die Art der Verbindung der letzteren mitden Zuleitungsdrähten; Swan verwendet aus dünnen Baumwollfäden hergestellte Kohlen-
67S.
Aoiophan-Giasgiockr.