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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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628
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628 Beleuchtung.

Die beistehende Abb. 678 gibt ein Bild eines Mastes mit der Lampe, welche inAbb. 679 u. 680 noch besonders im Auf- und Grundriß in größerem Maßstabe dar-gestellt ist. Wie ersichtlich, ist die Lampe auf einem schmiedeeisernen Ausleger mit demerwähnten von der Leitung umwundenen Eisenkern montiert. In der Abb. 679 ist auchnoch der doppeltglockige Porzellanisolator im Durchschnitt ersichtlich. Das ganze Gestängenebst der Leitung ist durch oberhalb angebrachten Stachelzaundraht gegen Blitzgefahrgeschützt. Die Leitung der Nordseite ist sowohl unter dem Kanal selbst als auch unterden in den Kanal einmündenden Wasserstraßen vermittelst arinierter Kabel durchgeführt.Diese Kabel sind 1 in tief in das Kanalbett eingebaggert. Die Anlage arbeitet vollständigbetriebssicher, und dabei ist jede Lampe von der andern unabhängig.

Die effektvolle und bequeme Beleuchtung, welche das elektrische Licht für Schaustellungenund Theater gewährt, ist gleich bei dem Auskommen dieser Lichterzeugung erkannt worden.Im Laufe der Zeit hat die elektrische Bühnenbeleuchtung eine großartige Ausbildung erhalten.Man hat zu dem Zweck besondere elektrische Apparate unter der Bezeichnung „Bühnen-regulatoren" konstruiert, mit welchen ein Mann die ganzen, sür die größten modernenFeerien erforderlich erachteten Beleuchtungseffekte, sowie überhaupt alle Beleuchtungswechsel sürTag- und Nachtszenen, Mondschein, Blitzleuchten, Alpenglühen u. s. w. bequem in der Hand hat.Die Bühne selbst ist an der Rampe, hinter den Coulissen und Soffitten, sowie hinter den Vor-satzstücken und Transparents mit Beleuchtungskörpern aus weißen, roten und blauen, beziehungs-weise grünen Glühlampen in reiheuweiser senkrechter und wagrechter, sowie in geeignetergruppenweise! Anordnung ausgerüstet. Diese sämtlichen Beleuchtungskörper sind mit demBühnenregulator durch elektrische Leitungsdrühte verbunden. Jede Farbengattung der Glüh-lampen hat ihre besondere Stromzuleitung sür jeden dieser Beleuchtungskörper, während dieRückleitung für alle drei Farben gemeinsam ist. Der Bühnenregulator dient dazu, alle Lampendes Theaters, auch die im Zuschauerraume befindlichen, von einer Stelle aus ein- und aus-zuschalten oder durch Einschalten von elektrischen Widerständen in der Lichtabgabe abzuschwächen,je nachdem dieser oder jener Beleuchtungseffekt erhalten werden soll. Der Apparat, den Abb. 68 kin der von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft in Berlin gewählten Einrichtung darstellt,besteht aus einer dem Zweck entsprechenden Anzahl von Reguliercylindern, auf welche Drähtezur Herbeiführung geeigneter Stromwiderstände gewickelt sind; außerdem sind die dazu nötigenUmschalter vorhanden. Durch Hinzufügung von je zwei Cylindern kann der elektrische Strommittels des eingeschalteten Widerstands beliebig bis zum düsteren Brennen der Lampen ab-geschwächt werden. Die Kontaktstücke, zwischen welche die Abstufungen des Wiederstandesin entsprechender Weise eingeschaltet sind, bilden einen Cylinder, der dem Kommutator einerGleichstrommaschine ähnlich ist. Auf diesem Cylinder schleifen zwei Bürsten, welche beide andenselben Pol der elektrischen Stromquelle angeschlossen sind, während das obere und untereEnde des Widerstandes, je nach der Stellung des Umschalters, mit den Lampen in Verbindungsteht. Die eine der Bürsten ist fest mit einer Kurbel, die andre mit einer Scheibe verbunden,welch letztere für sich allein bewegt oder auch mit der Kurbel verkuppelt werden kann. In dereinen Drehungsrichtung schiebt die erste Bürste die andre vor sich her; bei der entgegengesetztenDrehung dagegen bleibt die zweite Bürste stehen, sobald die Scheibe von der Kurbel losgekuppeltist. Zu jedem Beleuchtungskörper gehören drei Umschalter, von denen jeder einer der drei Farbender Lampen entspricht. Man kann daher die Farben des Lichts beliebig aus- und einschalten undsomit z. B. nur eine Farbe, etwa rot, allmählich Heller werden lassen, während weiß allmählichmatter wird oder auch seine Helligkeit beibehält, je nachdem der Beleuchtungseffekt dies erfordert.Auf diese Art sind sehr viele Mischungen und Abtönungen des Lichts mit Leichtigkeit herbeizuführen.

Die Kurbeln des Regulators können nach Belieben einzeln gedreht oder durch Verschiebenihrer Griffe in radialer Richtung au eine endlose Kette gekuppelt werden, wodurch alsdann dieDrehung der links, beziehungsweise rechts befindlichen Handräder eine gemeinsame Bewegungder Kurbeln zu gleicher Zeit und in gleicher Richtung gestattet.

Bei der Theaterbeleuchtung bildet die Zahl der Lampen, deren Lichtstärke während derVorstellung geregelt wird, den überwiegenden Teil der gesamten Beleuchtung, denn es gehörendazu nicht nur die Lampen auf der Bühne, die in den Soffitten, Coulissen, Rampen und Vor-satzstücken angebracht sind, sondern auch die des Bogenhauses, insbesondere der Krone und derFestbeleuchtung, welch letztere gewöhnlich an den Balkönen und Galerien verteilt ist. EinzelneVorsatzstücke sind aber zuweilen noch mit transportabel:! Beleuchtungsapparaten versehen, diewichtigeren, häufig benutzen Vorsatzstücke müssen jedoch mit den übrigen Lampengruppen von derZentralstelle aus regulierbar sein. Dennoch handelt es sich bei größeren Theatern stets umviele Hunderte, ja selbst lausende von Lampen, die in verschiedenen Gruppen angeordnet,besondere Regulierung erfordern. Außer den gewöhnlichen Funktionen, welche zur Herstellungder verschiedenen Tages- und Nachteffekte, Morgen- und Abenddämmerung, Alpenglühen, Feuer-schein u. s. w. bestehen, hat der Bühnenregulator auch die Aufgabe "zu erfüllen, Gewitter-erscheinungen durch blitzartige Lichteffekte nachzuahmen. Dieses Blitzen wird dadurch bewerkstelligt,daß gewisse weiße Lampengruppen plötzlich und in rascher Aufeinanderfolge von totaler Ver-finsterung bis zur vollen Lichtstärke erhellt werden. Da auf den Bühnen der Raum meistenssehr beschränkt ist, so muß dieser in Abb. 681 dargestellte Apparat möglichst gedrängt gebaut