644
Heizung und Ventilation.
Austrittspunkte zu verdichten und eine möglichst vollständige Verbrennung der Feuergase unddes Rauches zu erzielen. Nach dem Roste hin verengt er sich, so daß das Brennmaterial zu-sammengehalten wird. Der untere Teil ist zur Aufnahme des Aschenkastens 4 durchbrochen undauf der Rückseite dem Eintritt der Zimmerluft zum Roste eine Durchgaugsösfnung gelassen.Der obere Teil des Ofenschachtes ist durch vier Scheidewände aus Eisenblech in fünf Kanälevon rechteckigem Querschnitt geteilt, von denen die äußeren als Feuerzüge dienen, während dermittlere den Luftschacht 8 bildet und nach oben ausmündet, um die am Fuße des Ofens ein-tretende frische Außenluft oben im erwärmten Zustande in das Zimmer austreten zu lassen.Das Brennmaterial wird durch die mit einer Doppelthür versehene Heizösfnung (Abb. 700) inden Feuerkasten gebracht und darin entzündet. Von hier steigt die Flamme durch die halbkreis-förmige Öffnung in am Hinteren Ende im Kanal 1 empor, tritt oben durch die Öffnung n(Abb. 701) in den Zug 2 und wird bis zur Horizontalplatte i i hinabgeführt. Durch die Öffnung <>gelangen hierauf die Feuergase in den aufsteigenden Kanal s, um bei x nach dem abwärtsführenden Kanale 4 überzugehen und nach weiterem Niedergänge bei r durch das Rauchrohr zuentweichen. Infolge der Erwärmung der Jnnenlust des Mittelkanals 8 ivird diese nach obensteigen, so daß unten durch einen nach dem Freien geführten Kanal frische Luft zutreten kann.Ein Teil dieser Luft gelangt durch den Aschenfall unter den Rost zur Speisung des Feuers;die größere Luftmenge geht außerhalb am Feuerkasten empor und befindet sich beim Aufsteigenim Luftschachte 8 in steter Berührung mit den geheizten Kanalwänden. Zur Anfeuchtuug dererwärmten und dadurch vielleicht etwas trocken erscheinenden Luft kannan der oberen Mündung des Luftschachtes auch ein Wasserbecken angebracht werden, über dessen Wasserspiegel die Luft hinwegstreicht.Während auf diese Weise dem Zimmer eine genügende Menge frischerLuft zugeführt und durch deren Vorwärmung zugleich eine ausreichendeHeizung erzielt wird, sammelt sich auch in dem Ihönernen Ofenmaterialso viel Wärme auf, daß nach dem Erlöschen des Feuers und Abschlußdes äußeren Luftkanales die Temperatur des Zimmers noch längereZeit hindurch angenehm bleibt. Da der Rauch oberhalb keine hori-zontale Fläche berührt und die Züge nur durch vertikale Blechwändevoneinander geschieden sind, so setzt sich der etwa entstehende Rußhauptsächlich unterhalb ab; daher läßt sich derselbe durch Wegnahmedes unten am Rauchrohr sitzenden Deckels bequem beseitigen. DerOfen läßt sich leicht in eine architektonisch geschmackvolle Form bringenund ist zum Heizen größerer Räume sehr gut geeignet.
Für gewöhnliche Zimmerheizung ist der Riegersche Ofen(Abb. 704) zu benutzen; derselbe zeichnet sich durch einfache Ein-richtung und billige Herstellung aus und ergibt eine gute Wir-kung. Er hat ein gußeisernes kastenartiges Fundament, worinder Aschenkasten anzubringen ist und aus welchem sich der aus
^ Chamotte und Kacheln hergestellte vierseitige Oberbau erhebt,104 . Niesers Patent- innerhalb dessen die Züge durch abwechselnd eingelegte horizontaleThmiciftnofeii. Blechplatten gebildet sind, wobei zwischen jeder Kachelabteilung lcein vierkantiger eiserner Rahmen r mit senkrechten niedrigen Rändern des soliden Auf-baues wegen eingelegt ist. Die den Zug leitenden Querplatten d sind mit festen Eisen-schienen s durch Scharniere o derartig verbunden, daß sie beim Reinigen umgeklappt werdenkönnen, wodurch der Ruß von selbst nach unten fällt. Die Zugrichtung ist durch Pfeileangedeutet. Der Feuerraum dieses Ofens ist durch Anwendung der denselben nach hintenabgrenzenden Chamottewände in sehr vorteilhafter Weise angeordnet, indem dadurch dieFlamme zu einer wirbelnden, die Verbrennung des etwa entstehenden Rauches bewirkendeBewegung gezwungen wird.
Neuerdings hat der wiederum mit Eifer gepflegte Kunstsinn die Aufmerksamkeit aufdie vormals üblichen, aus einem blühenden Kunstgewerbe hervorgegangenen stilgerechtenund oft sehr geschmackvollen Formen der altdeutschen Kachelöfen gelenkt und derenBerücksichtigung zu Vorbildern im modernen Ofenbau herbeigeführt, so daß derartige Ofenzur geschmackvollen und behaglichen Zimmerausstattung dienen können, wie Abb. 705und 706 als Beispiel zeigt. Die Verkleidung dieses Ofens kann aus emaillierten, in denbeliebten Majolikafarben ausgeführten Kacheln, oder auch aus vernickeltem, mit Rücksichtauf möglichst billigen Preis auch aus einfachem schwarzen Gußeisen hergestellt werden.Der Ofen ist mit einem Korbrost versehen, dessen Boden mittels einer Zugstange zurEntfernung der Asche einfach umzukippen ist. An der Seite des Rostes ist in dem zur