Einzelheizung. Die Thonöfen.
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Herbeiführung der Luftzirkulation dienenden Mantel ein aus Marienglas bestehendesFenster zur Beobachtung der Flamme angebracht, durch welches das Feuer ähnlich wiebei einem Kamin heransscheint. Es kann dieser Ofen schon als ein halber Füllöfengelten, indem der Kvrbrost einen ziemlichen Kohlenvorrat zu fassen vermag, der durch diehier mögliche Regulierung der zutretenden Luft zum langsamen Verbrennen zu bringenist. Die starken, aus Chamotten bestehenden Ofenwände dienen zur Wärmeaufspeichernng.Der abgebildete Ofen entspricht einem Modell des-Eisenhütten- und EmaillierwerkesNeusalz a. O., welches derartige Öfen in sehr verschiedenen Ausführungen liefert. ÄhnlicheÖfen werden auch vom Eisenwerke Kaiserslautern , der Linier Hütte u. a. gebaut.
Die bisher betrachteten Ofenkonstrnktionen lassen erkennen, daß das dazu benutzteMaterial auf die Wirkungsweise dieser Heizapparate bezüglich der mehr oder minderraschen Aufnahme der Wärmeund auf die dauernde Wärme-abgabefähigkeit derselben einenwesentlichen Einfluß ausübt. MitRücksicht auf das Konstruktions-material lassen sich daher auchdrei Kategorien von Öfen unter-scheiden, von denen wir bereitszwei Kategorien, die Thon- undKachelöfen und die Thoneisen-öfen, betrachtet haben. Wir ha-ben unsre Aufmerksamkeit nun-mehr der dritten Kategorie, denEisenöfen, zuzuwenden, welchein großer Vielgestaltigkeit aus-gebildet worden sind.
Das Eisen ist als ein dauer-haftes, gut wärmeleitendes unddurch Gießen leicht in beliebigeFormen zu bringendes Materialschon frühzeitig znrOfenkvnstruk-tion benutzt worden. EiserneÖfen bieten, wie schon eingangserwähnt wurde, den Vorteil, daßsie die aus dem Brennmaterialentwickelte Wärme leicht auf-nehmen und rasch nach außenabgeben, wodurch aber geradewieder der Nachteil entsteht, daß
70 S u. 706 . Moderner Kachelofen in altdeutschem Stit.
ein Eisenofen nach Abbrennen des Feuers auch wiederum rasch abkühlt, bei starkem Feueraber eine zuweilen lästig werdende Wärme ausströmt. Es ist deshalb nötig, die Feuerungder Eisenöfen regelmäßig in kurzen Zeitabschnitten zu beschicken, wenn man währendlängerer Zeit eine möglichst gleichmäßige Temperatur erhalten will. Diese Unbequemlich-keit hat man durch die Füllöfen zu umgehen gesucht, deren Konstruktion von den Fach-leuten große Aufmerksamkeit gewidmet worden ist.
Im folgenden wird eine Anzahl besonders zweckmäßiger Konstruktionen solcher Öfenbeschrieben werden. Ihre Aufstellung ist äußerst einfach und bequem. So liefern z. B.die Lüner Hütte (zu Lünen a. d. Lippe), sowie das Eisenwerk Kaiserslautern und auchandre große Werke diese Öfen mit fertig eingebautem Chamottesutter, wobei der ganzeUnterofen zu einem Stück fest in sich verschränkt ist. Es eignen sich diese Füllöfen fürStückkohle, Nußkohle, Braunkohle und Koks, sowie auch für Gruskohle, und sie könnenfür bloße Zirkulation der Zimmerluft durch den Mantel oder auch für Zuführung vonfrischer Luft eingerichtet werden.