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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Abb. 707

707 — 709 . MriLinger-Gfcn.

Heizung und Ventilation.

Ein einfacher nnd sogar dnrch eine Nordpolreise erprobter Ofen ist der durch-709 dargestellte Meidinger-Ofen, welcher in verschiedener Weise durchseinen Mantel stilisiert und ausgestattet werden kann. Dieser Ofenwurde von Professor Meidinger in Karlsruhe auf Wunsch des be-kannten Nordpolfahrcrs Kapitän Koldewey für die zweite deutscheNordpolexpedition 1870 konstruiert nnd vom Eisenwerk Kaisers-lautern ausgeführt; seitdem wird derselbe auch von der Lüncr Hüttegebaut. Sämtliche Schiffe jener arktischen Reisewurden damit ausgerüstet, und es haben sichdiese Ofen laut Zeugnis des genannten See-fahrers ausgezeichnet bewährt, so daß auch dieFahrzeuge der österreichischen Nordpolexpedi-tion damit ausgerüstet wurden. Der Meidinger-Ofen besteht im wesentlichen aus einem guß-eisernen Füllcylindcr mit doppeltem Blech-mantel. Der Ofenmantel umschließt den eigent-lichen Heizofen in einem bestimmten Abstände,so daß zwischen Ofen und Mantel ein ring-förmiger Raum frei bleibt. Dieser Raum wirddurch den Heizofen erwärmt und dadurch dieLust unten angesaugt, welche emporsteigendsich erwärmt, oben ausströmt nnd im Zimmerverbreitet. Das Material der Mäntel bestehtje nach der Ausstattung und dem Preise desOfens aus Blech, Guß- oder Majolikakacheln.Der Füllcylinder wird aus einem Aschenkasten amit einer luftdicht aufgeschliffenen Thür b gebildet und ist aus mehreren ringförmigenStücken o zusammengesetzt, oben aber durch einen ähnlichen Teil ä mit dem Ranchrohr-ansatz abgeschlossen. Die Thür des Aschenkastens läßt sich zur Regulierung des Zugesseitwärts verschieben, so daß Lnftspalteu von verschiedener Weite gebildet werden können,um eine langsamere oder raschere Verbrennung zu erzielen. Die Ringe o des Heizkörpers

sind zur Vergrößerung der Heizflächeund Haltbarkeit außen mit Rippen ver-sehen, wie aus dem Querschnitt des Ofens(Abb. 708) ersichtlich ist. Die FüllthürS ist bei den älteren Ösen oben, bei denneueren seitlich bei o angebracht. DieDecke des Mantels ist durchbrochen. BeiSalonöfen ist der Mantel verziert nndmit einer Vase gekrönt. Dieser Ofen er-fordert eine sehr aufmerksame Bedienung,ist aber, wenn diese Bedingung erfülltwird, in seiner Leistung ausgezeichnet.Als Brennstoff wird am besten Anthracitoder Koks verwendet. Nach der Absichtdes Erfinders sollte der Ofen keinen Rosterhalten, es hat sich jedoch herausgestellt,daß die Anbringung eines Rostes vonwesentlichem Vorteil ist, indem dadurcheine gleichmäßigere Verbrennung erhalten wird. Je nach der Größe des Zimmers unddem Wärmebedürfnis ist die Größe des Ofens zu bemessen.

Die Pfälzer Schachtöfen (Abb. 710 u. 711) des Eisenwerkes Kaiserslautern haben sich ebenfalls als praktische Füllöfen bewährt. Abb. 710 zeigt einen solchen Ofen,der vom Vorraum aus zu heizen ist, so daß man den Brennstoff nicht in das Zimmer zu

Mälzer Schachtöfen.