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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Einzelheizung. Eiserne Füllöfen. 647

bringen braucht. In Abb. 711 ist dagegen ein solcher Ofen dargestellt, welcher dieHeizung von zwei nebeneinander befindlichen Zimmern besorgt.

Diese Ofenkonstruktion vereinigt das Prinzip und die Vorteile des FUllofens. mit derSchachlfeuernng und ist für alle Kohlensorten zu benutzen. Die in den Millschacht durch dieKlappthüre L eingefüllten Kohlen sinken allmählich auf den Rost hinab, wobei sie oberhalb ver-koken. Bei der Einrichtung des größeren Ofens (Abb. 711) ist zugleich die Vorkehrung getroffen,daß die aus der verkokenden oberen Kohlenschicht sich entwickelnden Rauchgase durch einen Kanal mdurch Öffnungen in der F-üllklappe eindringende Luft und damit den zur Verbrennung nötigen Sauer-stoff zugeführt erhalten. Außerdem ist im Füllschacht durch eine abwärts sich erstreckende Scheide-wand Ic ein mit der Öffnung m verbundener Kanal gebildet, durch welchen beim Offnen derF-üllklappe ^ etwa im Füllfchachte befindlicher Rauch bei in in den Ofen übergeführt wird, sodaß derselbe nicht nach außen treten kann. Die Bedienung dieser Pfälzer Öfen ist sehr einfach,und die Wärmeabgabe kann genau geregelt werden, indem man durch die nach dem Aschen-raum ül führende Thür mittels Drehung einer geschlitzten Scheibe mehr oder weniger Luft ein-treten lassen kann. Bei s ist ebenfalls eine mittels eines

Schiebers zu öffnende oder zu schließende Öffnung an- ,

gebracht, um die Zimmerlnft in den Mantel eintretenzu lassen und so durch Luft-zirkulation eine rasche underhöhte Erwärmung desZimmers zu erreichen. Beidem für äußere Beschickungeingerichteten Ofen, <Nbb.

710) kann diese Öffnungdazu dienen, um durch denKanal n frische Luft vomKorridor oder kühlere Lustvom Nebenzimmer eintretenzu lassen. Die Mäntel die-ser Öfen können selbstver-ständlich beliebig stilisiertund ornamentiert werden.

Zur Heizung größererRäume von etwa 400 bis900 abin dient der in Abb.

712 im Vertikaldurchschniltdargestellte Saals chacht-ofen, der sich von denPfälzer Öfen nur durch dievergrößerte Heizfläche unter-scheidet. Diese Vergröße-rung der Heizfläche ist ohneErhöhung des Öfens da-durch erreicht worden, daßder eigentliche F-euereylinderdurch einen oberen Quer-kanal mit einem zweitenengeren, unten in das Rauchrohr einmündenden Heizeylinder verbunden ist, wobei beide Cylinderaußerdem noch zur besseren Wärmeabgabe mit vertikalen Rippen versehen sind. Die Mänteldieser Öfen können natürlich geschmackvoll ornamentiert werden, wie Abb. 713 zeigt.

Ein andrer ebenfalls mit Rücksicht auf zweckmäßige Wirkung nach den Regeln derHeizkunst eingerichteter Ofen ist der Schmölcke-Ofen (Abb. 714 n. 715). Wie aus demBertikaldurchschnitt (Abb. 714) zn ersehen, ist dieser Ofen ebenfalls für Lüftung eingerichtetund zwar derart, daß nicht nur eine stetige Einführung frischer vorgewärmter Luft statt-findet, sondern auch eine stetige Entfernung der verdorbenen Luft herbeigeführt wird.Dies geschieht in der folgenden Weise: Die frische Luft tritt durch einen unter dem Fuß-boden oder in der Hausmauer befindlichen Kanal bei a oder W in den Ofensockel, steigtvon da zwischen Ofen und Mantel empor, wobei sie erwärmt wird und schließlich obenin das Zimmer entweicht. Im Zimmer kühlt sich diese Luft wieder allmählich ab undsenkt sich infolge ihres zunehmenden spezifischen Gewichts herab, so daß sie durch den bei dausmündenden, sehr stark erwärmten Abzugskanal 1 des Ofens angesaugt und in denSchornstein übergeführt wird. Auf diese Weise wird ein ununterbrochener Luftwechsel imZimmer erreicht, welcher natürlich nur durch einen entsprechenden Mehraufwand von

712 u. 7is. Saalschachtascn des Eisenwerkes Kaiserslautern .