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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Die Einzelheizung. Eiserne Füll äsen. 64g

ergeben, wobei die Temperatur der dem Ofenmantel entströmenden Luft beim Austritt130" 0. beträgt. Der Ofen ist deshalb auch für große, stark mit Menschen angefüllteRäume, z. B. Schulzimmer, Restanrationslokale, Gerichtszimmer, Krankensäle u. s. w.,bis zu 400 obm Größe vollständig ausreichend. Der kleinste Ofen dieser Art erheiztohne Ventilation Zimmer bis zu 140 obm Größe. Der diesen Ofen umhüllende Mantel(Abb. 715) gibt zugleich ein Beispiel der geschmackvollen Formen und Ausschmückung,welche die Anwendung des Gußeisens für solche Öfengestattet.

Abb. 716 zeigt gewissermaßen als Gegenstück zudieser schrankartigen, im modernen Renaissancestil aus-geführten Form des Schmölckeschen Ofenmantels die säulen-oder turmartig schlanke gotische Form eines unter derBezeichnung „Augustaofen" vom Eisenwerk Kaisers-lautern ausgeführten Füllofenmantels.

Ein ebenso zweckmäßiger wie eleganter Füllofen derLüner Hütte ist in Abb. 717 u. 718 in zwei rechtwinkeliggegeneinander gestellten Vertikaldurchschnitten und inAbb. 719 mit seinem Mantel in äußerer Ansicht dar-gestellt. Die Einrichtung und Wirkungsweise dieses Ofensist aus den Abbildungen leicht verständlich. Bei a und bsind die Abzugskanäle, und die Einrichtung ist so getroffen,daß die Feuergase bei Schluß der Klappe am Kanale aerst durch Öffnen der bei a befindlichen Klappe direkt indas Rauchrohr ziehen. Bei ä sind die Lüftungskanäleangebracht, und bei o befindet sich eine für die Regelungdes Ofenzngs dienende Klappe.

Die aus dem Feuerkasten entweichenden Rauchgaseumstreichen die Kochkacheln von allen Seiten und beförderndurch die Öffnungen ä ä die aus den Kochgefäßen auf-steigenden Dünste nach dem Schornstein. Der Fenerkastenist mit einem Feuertopf aus Thon oder Gußeisen versehen;die Thür b hat einen Regnlierschieber, und hinter dieserThür befindet sich ein kleiner leicht abnehmbarer Hänge-rost. Der liegende Rost besteht aus drei Teilen, vondenen der mittlere des Reinigens wegen herauszunehmenist, worauf Asche und Schlacken in die darunter befind-liche Aschenschublade fallen. Die Böden der Kochkacheln,sowie die Abdeckplatte des Gesimses sind mit Ring undDeckel ausgelegt, wodurch ein bequemes Reinigen desOfens ermöglicht ist.

Um auch bei diesem Ofen eine Lüftung herbeiführenzu können, sind die seitlichen Kanäle s a so angebracht,daß sie sich an einen Frischlnftkanal anschließen lassen.

Will man eine verhältnismäßig sehr lang ausdauernde Heizung ohne Bedienung desOfens haben, so ist dazu ein Ofen nach der Einrichtung des in Abb. 720 abgebildetenNeusalzer Dauerbrandofens zu benutzen. Dieser vom Eisen- und Emaillierwerk zuNeusalz a. O. gebaute Ofen ist hauptsächlich nur für Anthracit oder guten klcinstückigenGaskoks zu benutzen und für backende und stark aschende Kohlen ungeeignet; bei gutemZug kann mau auch eine Mischung magerer oberschlesischer Steinkohle mit stückiger Braun-kohle oder mit zerkleinerten Briketts verwenden. Der Rost wird zuerst durch die Thür 6mit Kleinholz beschickt und der Schacht alsdann mit dem eigentlichen Brennstoff gefüllt,worauf die Thür D geschlossen wird; nunmehr wird erst das auf dem Rost befindlicheHolz und Spänematerial in Brand gesteckt, worauf man die Rostthür und die äußereThür 0 verschließt, aber die Klappe O, sowie die Aschenthür 0- noch eine Zeitlang offen-

Das Buch der Erfind. I. 82

716. Augustaofen, ausgeführt vomEisenwerk Kaiserslautern.