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Erster Band. Entwickelungsgang und Bildungsmittel der Menschheit.
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Heizung und Ventilation.

Ais Zentraktzeizungen.

Alle Zentralheizungen besitzen die charakteristische Eigentümlichkeit, daß sie von einerFeuerstelle aus, soweit dies eben nach der Natur des Wärmeübertragnngssystems möglichist, die Erwärmung eines Gebäudes, beziehungsweise wohl auch die Erwärmung einesGebäudekomplexes bewerkstelligen lassen. Das Ideal einer Zentralheizung würde eineAnlage sein, welche in ähnlicher Weise, wie dies in andrer Beziehung durch städtischeWasserleitungen und Gasanstalten geschieht, eine ganze Stadt, oder wenigstens einenStadtteil mit Wärme versorgt. Wenn der elektrische Strom eine wirtschaftliche Umsetzungin Wärme gestattete, so würde eine solche ideale städtische Zentralheizung durch einElektrizitätswerk gegeben sein, indem alsdann die Wärme durch ein elektrisches Leitungs-netz meilenweit ohne zu großen Verlust fortgesendet werden könnte. Vorläufig ist diesaber ein Zukunftsbild, dessen baldige Verwirklichung nur ein sachunkundiger Optimisterwarten kann. Demnach ist von der Elektrizität als Zentralheizungsmittel hier abzusehen,so daß für uns nur drei in dieser Beziehung zur wirklichen Verfügung stehende Medienzur Betrachtung übrigbleiben, nämlich Luft, Dampf und Wasser.

Nach der historischen Entwickelung ist die zentralisierte Luftheizung als die ältesteZentralheizung anzusehen, wie bereits in der Einleitung bei der Betrachtung der alt-römischen Badeanstalten oder Thermen angedeutet worden ist. Auch im Mittelalter fanddieses System der Zentralheizungen zur Erheizung größerer Räume gelegentlich An-wendung. Aber erst in diesem Jahrhundert wurde die rationell zentralisierte Luftheizungvon P. I. Meißner in Wien 1821 in der Schrift „Die Heizung mit erwärmter Luft"zu allgemeinerer Benutzung empfohlen und in ihren Grundsätzen klargelegt.

Die Dampfheizung soll von dem Engländer W. Cook 1745 erfunden wordensein, aber dieses System wurde erst 1784 von James Watt praktisch ausgeführt unddann von 1791 an durch John Hohle weiter ausgebildet und verbreitet. In Deutsch-land legte der Baumeister L. Katel in Pankow bei Berlin 1818 die erste Dampf-heizung an.

Die Wasserheizung und zwar die des Hochdrucksystems wurde dem EngländerA. M. Perkins 1831 patentiert, und durch dieselbe wurde die bereits mit der Dampf-heizung durch Hohle in Verbindung gebrachte Niederdruckwasserheizung in Englandrasch verdrängt, während in Deutschland die Hochdruckwasserheizung erst seit Ende dersechziger Jahre durch die Londoner Firma I. L. Bacon eingeführt wurde, aber weitweniger Benutzung fand als in England.

Aus diesen vier ursprünglichen Systemen, Luftheizung, Dampfheizung, Niederdruck-und Hochdruckwasserheizung, sind im Laufe der Zeit Kombinationen und Modifikationenje nach Bedürfnis und Anschauung entstanden, indem insbesondere die in Deutschland hochausgebildete Heiztechnik dazu trieb, die Zentralheizmethoden nach allen Richtungenhin auszubilden und zu vervollkommnen, wobei insbesondere auch das Bestreben maß-gebend war, die Heizung und Lüftung mit Rücksicht auf sanitäre und wirtschaftliche An-forderungen in rationelle Verbindung zu bringen. Durch diese Bestrebungen entstandendie Kombinationen der Luftheizung mit der Dampf- und Wasserheizung, um das erstereSystem auch auf größere Entfernung hin benutzen zu können und init der Wärmezuführungauch die Zuführung reiner Luft zu verknüpfen. Ferner wurde durch die Verbindung derDampfheizung mit der Wasserheizuug die erstere in ihrer Wirkung mehr regulierbargemacht und gemildert, indem man die unangenehme Wirkung der strahlenden Wärmedadurch beseitigte. Endlich gaben die verhältnismäßig hohen Anlagekosten der Warmwasser-niederdruckheizung Veranlassung, durch höhere Erwärmung des Heizwassers die Heizflächezu verkleinern, indem man das offene Niederdrucksystem durch Anbringung eines Sicherheits-ventils in ein geschlossenes System verwandelte und auf diese Weise das Warmwasser-mitteldrucksystem herstellte.

Es dürfte hier am Platze sein, einen Blick auf die Vorteile und Mängel der ver-schiedenen Heizmethoden zu werfen. In der Heiztechnik gibt es eben noch nichts absolut