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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Spezifisches Gewicht der Flüssigkeiten. — Das Kalkbrennen.

dem ersten und dem jetzigen Eintauchungspunkte teilte er in fünfzehn Teile, deren jedernunmehr einen Grad Baume repräsentiert. So findet man, daß die Handelsschwefelsäure,die das spezifische Gewicht 1,si hat, 66« L zeigt, was also dasselbe bedeutet. Für Arbeiterist jene letztere Zahl sicher weit bequemer. Wie sich spezifisches Gewicht und Baumegradezu einander verhalten, ersehen wir aus folgender kurzen Tabelle.

Grade ^

nach Baume

. SpezifischesGewicht

Grade

nach Baums

_ SpezifischesGewicht

Grade

nach Baume

— Spezifisches

— Gewicht

i

1,0070

30

1,2682

53

1,5830

5

1,0360

35

1,3211

56

1,6370

10

1,0716

40

1,3846

59

1,6950

15

1,1163

45

1,4545

62

1,7580

20

1,1613

48

1,5000

66

1,8470

25

1,2101

50

1,5819

70

1,S460

Das Kalkbrennen.

Mörtel und Zement.

Die ältesten erhalten gebliebenen Bauten bestehen aus Mauern, die durch Über-einandertürmen von Steinen gebildet sind. Kein Bindemittel ist verwendet, um diesezusammenzuhalten, und man bezeichnet die in Europa von ihnen vorhandenen Überresteals pelasgischen Ursprungs nach dem Volke der Pelasger, welches vor den HellenenGriechenland bewohnt haben soll. Zur Herstellung von Mörtel , mit dem man dieeinzelnen Steine der Bauten verkittet, bedarf man des gebrannten Kalkes, und so altdie Erfindung des Kalkbrennens auch ist, fallen doch jene wenigen übrig gebliebenenPelasgischen Reste noch vor diese Zeit.

Das Material, aus dem der gebrannte Kalk hergestellt wird, ist der Kalkstein,chemisch als kohlensaurer Kalk zu bezeichnen, welcher zu den in der Natur weit ver-breiteten Körpern gehört. Das Nähere über sein Vorkommen und seine Abarten findenwir S. 31 f.

Der Vorgang, der sich bei seinem Brennen abspielt, ist in chemischer Beziehung mitunseren jetzigen Kenntnissen leicht erklärt. Er zerfällt unter dem Einfluß der Hitze in dieBestandteile Kalk und Kohlensäure:

Kohlensaurer Kalk — Kalk -t- Kohlensäure6 a 60 g -- OaO -t- OO^.

Die Öfen, welche zum Brennen des Kalksteins dienen, finden wir ebenfalls bereitsS. 39 f. beschrieben.

Nur müssen wir hier in Rücksicht auf die chemische Industrie erwähnen, daß dieChlorkalkfabrikanten die größten Ansprüche an die Reinheit und Gleichmäßigkeit des ge-brannten Kalks stellen. Sie können für ihre Zwecke nur einen möglichst reinen Kalksteinverwenden, der also fast frei von allen Verunreinigungen ist, damit der Chlorkalk späterrein weiß aussieht, und brennen ihn in Flammöfen. Abbildungen solcher finden wirweiterhin im Buche in der Industrie der Soda u. s. w.

Außer dem gebrannten Kalk liefert ein Kalkofen natürlich sehr reichlich Kohlen-säure, einmal diejenige Menge, die in ihm aus den Kalksteinen, also dem kohlensaurenKalk, ausgetrieben wird, und zweitens diejenige, welche die zu Kohlensäure verbrennendeKohle des Feuerungsmaterials erzeugt. Seit zwanzig Jahren etwa dienen daher dieKalköfen in einigen Industrien, die wir später kennen zu lernen Gelegenheit habenwerden, als Kohlensäurequelle.

Der gebrannte Kalk, wie er aus dem Ofen gekommen und erkaltet ist, sieht nichtviel verschieden vom Kalkstein aus. Er stellt eine durchaus harte Masse dar, und obgleicher durch das Brennen an 40 Prozent seines Gewichtes in Form von Kohlensäure ver-loren hat, hat sich sein Volumen nicht viel vermindert, und muß er daher jetzt ziemlichPorös sein. Er zeigt nun das so bekannte höchst merkwürdige Verhalten zum Wasser.