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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Blutlaugensalzindustrie: Das Cyankalium.

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Arbeiter kann, unterstützt von einem Handlanger, im Laufe des Tages etwa 10 bis 12in Stangen gießen.

Das Cyankalium, das Kalisalz der Blausäure, ist, wie aus seiner Darstellung folgt,ein sehr feuerbeständiges Salz. Im Gegensatz dazu geht ihm die Beständigkeit in wässerigerLösung sehr ab. Liegt es auch nur an der Luft, so zieht es aus ihr Feuchtigkeit an, unddie Kohlensäure der Luft verwandelt es allmählich in kohlensaures Kali, während Blau-säure entweicht. Die Blausäure, jene wegen ihrer außerordentlichen Giftigkeit so bekannteSäure, ist eine Wasserhelle Flüssigkeit. Sie ist zuerst aus dem Berliner Blau dargestelltworden, hieß deshalb Berliner Blausäure, welchen Namen in abgekürzter Form sie danndauernd behalten hat. Das Cyankalium, also ihr Kalisalz, ist ebenso giftig wie sie selbst.Bis zur Mitte des Jahrhunderts fand es nicht einmal in den Laboratorien der Chemikerviel Verwendung. Seitdem sich dann aber gezeigt hat, daß es in einigen Beziehungenin der Technik ganz unersetzlich ist, wird es in größten Mengen verwendet. Man hörtdort eigentlich nie von Unglücksfällen, die es infolge seiner enormen Giftigkeit herbei-führt, indem die mit ihm Hantierenden sich durch die lange Übung vor seinen schädlichenWirkungen zu schützen wissen.

Die Fabrikation des Cyankaliums nahm ihren großen Aufschwung, seitdemChristosle zu Paris die echte Versilberung der Neusilberwaren einführte, an die sichdann bald die Versilberungweit billiger als das Neu-silber herzustellender weißerMetallgemische schloß. DieseVersilberung erfolgtbekannt-lich auf galvanoplastischemWege, indem man die Eigen-schaft des elektrischen Stro-mes, chemische Verbindun-gen zu zerlegen, hierfürverwendet. Der elektrischeStrom zerlegt z. B. dieLösungen von Metallsalzenso, daß er am positivenPol die Säure, am negativen das Metall ausscheidet. Dies ist zuerst ausführlich amschwefelsauren Kupfer studiert worden. Zugleich fand man, daß unter Einhaltungbestimmter Bedingungen der Niederschlag sich nicht pulverig ausscheidet, sondern denbetreffenden Pol ganz gleichmäßig und festanhaftend bedeckt, ihn also verkupfert. Über-trägt man diese Erfahrungen auf die Lösungen anderer Metalle, so kann man aufdiesem Wege auch versilbern, vergolden, vernickeln, wie das ja heute massenhaft ge-schieht. Während man also brauchbare Verkupferungen mit einem so leicht zugänglichenSalz, wie es das schwefelsaure Kupfer, der Kupfervitriol, ist, erhält, liegen die Verhält-nisse bei anderen Metallen nicht ganz so bequem. Das am leichtesten darstellbare Silber-salz ist z. B. der Höllenstein. Man erhält ihn, wenn man Silber mit Salpetersäurekocht. Während des Kochens löst sich das Metall auf, und in der Lösung hat man jetztsalpetersaures Silber, welches, wenn man die Flüssigkeit zur Trockne dampft, als weißesSalz zurückbleibt. Das salpetersaure Silber hat, nebenbei bemerkt, seinen uralten NamenHöllenstein deshalb erhalten, weil es selbst und weil auch alles, was man mit seiner Lösungbestreicht, im Tageslicht bald schwarz wird. Dies rührt daher, daß es durch das Lichtverändert zersetzt wird, wobei sich Silber als außerordentlich feines schwarzes Pulverausscheidet. Versucht man mit salpetersaurem Silber in der Art, wie mit dem schwefel-sauren Kupfer das Verkupfern gelingt, auf galvanoplastischem Wege andere Metalle mitSilber zu überziehen, so sind die Resultate wenig erfreuliche. Das Silber scheidet sichzumeist nämlich als graues, auf der Unterlage nicht haftendes Pulver aus. Selbst-verständlich begab man sich nunmehr auf die Suche nach Silberlösungen, die das Silberebenso schön galvanoplastisch niederzuschlagen gestatten, wie das Kupfer aus dem Kupfer-

sbs. Ktmigengntzform.