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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Das rote Blutlaugensalz. Der Alaun.

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Verbindung, als sogenannter Farblack, sogleich abzuscheiden. Zieht man daher einen Stofferst durch Thonerdelösung, tränkt so seine Fasern mit dieser, und zieht ihn hernach durcheine Farbstofflösung, sagen wir Fuchsinlösung, so ist der Stoff hernach echt rot gefärbt,indem das Fuchsin als Farblack gebunden an Thonerde in der Faser sitzt. Die Färber nennen die Thonerdelösung, sowie alle Lösungen, die ähnliche Eigenschaften gegenüberder Faser zeigen, Beizen, wie das ja ausführlich im Abschnitt über das Färben derGespinstfasern in Band VIII dargestellt ist. Nun ist das einzig leicht krystallisierende undauch nicht schwer aus Naturprodukten gewinnbare wasserlösliche Thonerdesalz die Doppel-verbindung von schwefelsaurem Kali mit der schwefelsauren Thonerde, also der Alaun.Da die Färber seine Brauchbarkeit als Beize von alters her kannten und seine Lösungals solche benutzten, ist auch seine Fabrikation eine uralte und noch heutzutage sehrausgedehnte, zumal er ihnen infolge seiner ausgezeichneten Krystallisationsfähigkeit ingrößter Reinheit, was sie durchaus beanspruchen, geliefert werden kann. Allerdings be-ginnt die Chemie, seitdem sie ihn bis auf Herz und Nieren geprüft hat, ihm das Terrainein wenig streitig zu machen. Da man jetzt weiß, daß nur die Thonerde das an ihmWertvolle ist, stellen chemische Fabriken nämlich geradezu schwefelsaure Thonerde her(siehe weiterhin), suchen also das schwefel-saure Kali zu ersparen.

VondemAlaunsprichtschonPliniusin seiner „Historie naturalis", indessengeht aus seinerBeschreibung hervor, daß ermitdemselben Namen zweierlei verschiedeneSalze bezeichnet hat, den Eisenvitriol, wel-chen er schwarzes aluiusnnennt,und unserenAlaun, Weißes aluiuvn. In ähnlicher Weisesind wohl auch die von Dioskurides undanderen gebrauchten Benennungen nichtganz strikt auf das jetzt mit dem NamenAlaun bezeichnete Salz zu beziehen. Dochist er den Alten, wenn wohl auch nicht inganz reinem Zustande, bekannt gewesen,denn die Art seines Gebrauchs, welche sieangeben, stimmt mit seiner heutigen Ver-wendung überein. Geber, der früher er-wähnte arabische Chemiker, gedenkt des Alauns in unverkennbarer Weise und gibt die Artund Weise seiner Gewinnung an. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts finden wir Alaun-werke in Kleinasien (Smyrna), in Italien , namentlich im Neapolitanischen, auf der InselSizilien und im 15. Jahrhundert die zu Tolfa im Kirchenstaate erwähnt. Die Kunst derAlaundarstellung war aber aus dem Orient hierher verpflanzt worden. Die Errichtung derAlaunwerke im Kirchenstaate soll dadurch veranlaßt worden sein, daß ein gewisser Johannde Castro, welcher einen Handel mit Farben und Zeugstoffen nach Kleinasien trieb, in derGegend von Tolfa eine Pflanze (Ilsx aguikoliuin) sehr häufig wachsend antraf, die auch inden Alaungegenden Kleinasiens sehr gewöhnlich war. Daraus schloß er, daß sie in Italien dieselben Bodenbestandteile zu ihrer Ernährung finden möchte wie dort, und daß sichaus dem angegebenen Grunde die Anlage von Alaunsiedereien in Italien lohnen würde.Der Erfolg bestätigte seine Vermutung, und der Bedarf des vielgebrauchten Salzes, welcheseinst allein von den Mauren und Türken bezogen worden war, konnte seitdem durch dieinländische Produktion vollständig gedeckt werden. Papst Pius II. suchte sogar die Dar-stellung des Alauns zu monopolisieren, indem er durch allerhand Einschränkungen denBezug von auswärts erschwerte. Daß sich in Deutschland manche Gegenden zur Alaun-siederei eigneten, weil das Salz in gewissen Grubenwässeru enthalten sei, erwähnt schonBasilius Valentinus in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, und kurze Zeitspäter erfahren wir, daß an verschiedenen Orten, im Lüneburgischen, bei Reichenbach inSachsen u. s. w., Alaun erzeugt worden ist.

Buch der Erfind. VII.

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