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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

Die Darstellung des Alauns geschieht meist derart, daß man Gesteine, in denensich entweder der Alaun bereits fertig gebildet vorfindet, oder aus denen er durchVerwitterung entstehen kann, oder aus denen er sich bildet, wenn man den einen oderden anderen fehlenden Bestandteil zusetzt, zuerst der oxydierenden Einwirkung der Lustaussetzt, worauf man sie auslaugt und ihn aus der Lösung durch Auskrystallisieren ge-winnt. Für diesen Zweck brauchbare Gesteine sind erstens die Alaunschiefer, bituminöseSchiefer von schmutzig dunkler, zuweilen sogar schwarzer Farbe, die sich durch einenGehalt an Schwefelkies, das ist Schwefeleisen, welches durch Oxydation in schwefelsauresEisen übergeht, und so der Lieferant für die Schwefelsäure wird, auszeichnen, undzweitens der Alaunstein oder Alunit, ein Mineral, welches aus etwa 30"/g Thonerde,10o/g Kali, 35°/o Schwefelsäure nebst Wasser besteht. Alaunerze im großen ganzennennt man weiter alle die natürlich vorkommenden Mineralien, welche Thon und

355. Atannfetd mit Röstofen.

Schwefelkies enthalten und bei ihrer Verwitterung, also unter dem oxydierenden Einflußder Luft, den wichtigsten Bestandteil des Alauns, schwefelsaure Thonerde, zu bilden ver-mögen. Um das Doppelsalz darzustellen, wird man bei diesen meist schwefelsaures Kalizusetzen müssen. Bei manchen Alaunsteinen, z. B. bei denen von Tolfa, welche sowohlKali und Thonerde als auch Schwefelsäure enthalten, genügt schon, sie für die Alaun-fabrikation stark zu erhitzen und sodann mit Wasser zu extrahieren. Dieses Auslaugen mitWasser und das nachherige Abdampfen, Reinigen und Krystallisierenlassen der Lösunggeschieht auf ganz ähnliche Weise, wie wir es bei der Blutlaugensalzfabrikation ausführlichkennen gelernt haben.

Komplizierter ist dagegen die Darstellung des Alauns aus den sonstigen Alaunerzen.Der Hauptmasse nach bestehen diese Gesteine aus kieselsaurer Thonerde mit beigemengtemSchwefelkies. Der Schwefel des letzteren soll sich erst durch Sauerstoffaufnahme aus derLuft in Schwefelsäure verwandeln und in dieser Form an die Thonerde binden. Diesesgeschieht bei lockeren Porösen Gesteinen, in denen die einzelnen Schwefeleisenpartikelchen für