Band 
Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
Seite
355
JPEG-Download
 

Darstellung des Alauns. Z55

die Einwirkung der Luft frei daliegen, schon bei gewöhnlicher Temperatur; dichtere Erzemüssen dagegen durch Erhitzen, beziehungsweise Glühen, vorher mürbe gemacht, geröstetwerden, wie man sagt, um sie der Einwirkung der Luft besser zugänglich zu machen.Formen und Dimensionen der Rösthausen sind sehr verschieden. In den großartigenAlaunwerken von Hurlet und Camp sie bei Glasgow umfassen die Rösthausen zweierFabriken allein einen Raum von ungefähr 5 iia und enthalten bei einer Länge von 40bis 60 nr, einer Breite von 7 in und einer Höhe von 5 in bis zu 26000 Tonnen Erz.Die Behandlung der Haufen in Bezug auf Regulierung der Hitze erfolgt ganz in derselbenArt wie die Verkohlung von Holz in Meilern betrieben wird. Im allgemeinen gebrauchtein Haufen von den angegebenen Größenverhältnissen, um vollständig durchgeröstet zuwerden, eine Zeit von 5—12 Monaten. Seine Auslaugung geschieht in gemauertenZisternen, in welche ein falscher Boden von Latten eingelegt ist. Auf diesen werden diegerösteten Erze etwa 50 oin hoch aufgeschichtet und mehrmals mit immer schwächerer Lauge,die von früheren Waschungen herstammt, behandelt, bis endlich die letzte Erschöpfung mitreinem Wasser erfolgt. Die Konzentration der Laugen erfolgt sodann in dem in Abb. 356wiedergegebenen Flammofen. In die Verdampfpfannen ää kommt die Lauge, über derenOberfläche a die Flamme vom Rost r ausgehend wegschlägt, worauf sie durch den Schorn-stein s entweicht. Die Lauge wird aus den Gefäßen kill mittels der Hähne i in diePfannen gelassen; die verschließbaren Öffnungen inin dienen zum Reinigen der Pfannen,nn zur Beobachtung des Prozesses. Durch das Rohr 5 leitet man die Lauge aus derhöheren Pfanne in die tiefere, und durch op läßt man die konzentrierte Lauge ab.

Außer einer verhältnismäßig geringen Menge fertig gebildeten Alauns enthält solcheRohlauge in der Regel schwefelsaure Thonerde und schwefelsaures Eisenoxydul als vor-wiegende Bestandteile, daneben aber schwefelsaure Salze von Natron, Kali, Magnesia,Mangan, ferner Chlorkalium, Kochsalz u. s. w. Das schwefelsaure Eisenoxydul wird beidem Eindampfen durch weitere Sauerstoffaufnahme aus der Lust in eine unlösliche roteEisenoxydverbindung umgewandelt, die sich als sogenannter Vitriolschmand ausscheidet.

S5S. Abdampfofrn für Nlminiiifüng.

iDW:

Ist durch das Eindampfen der entsprechende Konzentrationsgrad erreicht, so setztman der Flüssigkeit so viel schwefelsaures Kali zu, daß die schwefelsaure Thonerde mit ihmzusammen als schwefelsaure Kalithonerde, als Alaun, auskrystallisieren kann. Ein Teilder begleitenden Salze hat sich als weniger löslich bereits während des Abdampfens aus-geschieden und ist ausgesoggt worden; ein weiterer Teil setzt sich noch in den Kästen ab,in welche die Lauge geleitet wird, bevor der Zusatz des Alkali vorgenommen wird, undwird ebenfalls entfernt. Sobald die heiße Lange und die Lösung des schwefelsaurenKalis zusammenkommen, beginnt die Bildung und Abscheidung von Alaunkrystallen, weildies neue Salz weniger löslich ist, selbst in heißem Wasser, als jedes seiner beidenKomponenten.

Man sorgt dafür, daß die Mischung fortwährend durch Umrühren oder Schüttelngestört wird, um die Ausbildung großer Alaunkrystalle, welche viel von der unreinenMutterlauge einschließen würden, zu verhindern. So gewinnt man nur kleine Kryställchen,

45 *