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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

sogenanntes Alaunmehl. Dieses Mehl wird hierauf durch mehrmaliges Übergießen mitkaltem Wasser von der anhängenden Mutterlauge befreit, in einer Pfanne durch hinein-geleitete Wasserdämpfe wieder gelöst und die konzentrierte Lösung der Ruhe überlassen.Aber auch hier bilden sich noch keine großen durchsichtigen Krystalle, vielmehr setzt sichdas Salz als eine dichte Weiße Masse an den Wänden ab, und erst nochmaliges Um-krystallisieren liefert es in der im Handel beliebten Form.

Einfuhr und Ausfuhr des Deutschen Reiches an Alaun in Mengen von 100

Jahr

Einsuhr

Ausfuhr

Jahr

Einfuhr

Ausfuhr

1890

2721

137706

1894

4253

175225

1892

3627

18391S

1896

2759

214334

Um die Verpackung des fertigen Alauns zu ersparen, verfährt man auch so, daßman die zum Krystallisationspunkt eingedampfte Reinlauge in Bottiche laufen läßt, dieso durch eiserne Reifen zusammengehalten werden, daß nach deren Entfernung die Daubenleicht auseinander genommen werden können. Ist die Krystallisation beendet, so hat

der auskrystallisierteAlaun etwa eineWandstärke von 10 bis12 oiu. Man läßtjetzt die Mutterlaugeablaufen, entfernt dieDauben und kann nundie außerordentlichharte Krystallmasse,bei der eine Gefahr,daß sie zerbrechenwerde, fast ausge-schlossen ist, unverpacktverschicken. Der Preisdes Alauns beträgtjetzt etwa 11 Markfür 100 Außerin der Färberei wirdAlaun hauptsächlich inder Weißgerberei zurHerstellungdes alaun-

Sd7. Wuschrn des Alauns. garen Leders, sowie

in der Papierfabrika-tion bei der Leimung des Papiers (siehe Band 'VIII) verwendet, namentlich aus letztererhat ihn aber die schwefelsaure Thonerde jetzt wohl ganz verdrängt.

Die im vorhergehenden öfters erwähnte schwefelsaure Thonerde, welche alsoseit einigen Jahrzehnten als Ersatz des Alauns fabriziert wird, wird zumeist so ge-wonnen, daß man einen von Eisen möglichst freien Thon schwach glüht, fein mahlt undhierauf mit Schwefelsäure in Bleipfannen erhitzt. Bleipsannen werden gewählt, weil diesegegen Schwefelsäure am widerstandsfähigsten sind. Die Schwefelsäure wirkt in derWärme auf den Thon so ein, daß sich schwefelsaure Thonerde bildet, während sich dieim Wasser unlösliche Kieselsäure abscheidet, die durch Filtration aus der Flüssigkeit ent-fernt wird.

Thon -i- Schwefelsäure --- Schwefelsaure Thonerde -l- Kieselsäure,oder streng im Sinne der heutigen Chemie ausgedrückt

Kieselsaures Aluminium -i- Schwefelsäure — Schwefelsaures Aluminium -l- Kieselsäure.

Die erhaltene Lösung von schwefelsaurer Thonerde wird hierauf so weit eingedampft, bisdie Masse dickflüssig ist und eine herausgenommene Probe rasch erstarrt. Ist dieser Punkt