Der Alaun. Das chromsaure Kali. Z57
eingetreten, so gießt man sie in flache Bleipfannen und erhält sie nach dem Erkalten indurchscheinenden weißen Tafeln, welche die Handelsware bilden. Wie man sieht, ent-halten diese all die Verunreinigungen, welche in der Lauge vorhanden sind, weil schwefel-saure Thonerde nicht auskrystallisiert, so daß keine Mutterlauge übrig bleibt, in welcherdie Verunreinigungen gelöst bleiben, und so besteht die Schwierigkeit dieser Fabrikationdarin, die Lauge vor dem Eindampfen von allem zu befreien, was, wenn sie später denAlaun vertreten soll, sich als schädlich erweisen würde. Dahin gehört namentlich die voll-ständige Entfernung des Eisens aus ihr.
Das chromsaure Kali. Das Element Chrom wurde von Vauquelin 1797 ent-deckt und erhielt von ihm wegen der vielen schönen Farben, die es in seinen Ver-bindungen zeigt, seinen Namen (/pL^« die Farbe). Technisch verarbeitet wird von densich in der Natur findenden Chromverbindungen hauptsächlich der Chromeisenstein, deretwa 50 — 60 °/y Chromoxyd, 20°/y Eisenoxyd, Thonerde, Magnesia u. s. w. enthält.Seine Überführung in chromsaures Kali (oder chromsaures Natron) erfolgt so, daß manihn fein pulverisiert im Flammofen unter Zugabe von Kalk und Pottasche (bezw. Soda)erhitzt. Im Flammofen tritt hierbei Oxydation des Chromoxyds zur Chromsäure ein,die sich an das Kali (Natron) bindet, so daß, wenn man die erkaltete Schmelze hernachauslaugt, chromsaures Kali (chromsaures Natron) in Lösung geht. Das Ausschließendes Chromeisensteins, das wir hier in seinen Grundzügen skizziert haben, ist schwierig,und fortwährend tauchen Verbesserungsvorschläge aus, während die einzelnen Fabrikenihre besonderen Erfahrungen auf diesem Gebiete möglichst für sich zu behalten versuchen.
Im Jahre 1890 betrug die Einfuhr an Chromeisenstein ins Deutsche Reich3 933 600 die Ausfuhr 98100 üx. Im Jahre 1897 bewertete man ihn mit 50 °/§Chromsäuregehalt auf etwa 85 Mark für 100
Zwischen der Chromsäure und dem Kali gibt es zwei ausgezeichnete krystallisierendeVerbindungen, das Kaliumpyrochromat, seiner Farbe nach als rotes chromsauresKali bezeichnet, und das Kaliummonochromat, gelbes chromsaures Kali genannt.Da in diesen Salzen die Chromsäure das Wertvolle ist, und ersteres Salz, das auchdoppeltchromsaures Kali genannt wird, weit mehr von ihr enthält, so arbeitet manmeistens auf dieses hin. Es krystallisiert aus der vermittelst des Schmelzprozesses aufdem erwähnten Wege erhaltenen Lösung, wenn man die Flüssigkeit ansäuert, wozuSchwefelsäure dient.
Das rote chromsaure Kali findet sehr mannigfaltige Verwendung. Setzt man zuseiner Lösung essigsaures Blei, so scheidet sich chromsaures Blei aus, welches als gelbeMalerfarbe dient; auch stellt man mit seiner Hilfe eine ganze Anzahl grüner Farben her,aber ebenso gut hilft es rote, braune unh schwarze Farben liefern. Außerdem benutzendie Färber es sehr viel nicht als eigentliches Färb-, sondern als Oxydationsmittel, da esleicht Sauerstoff abgibt, indem seine Chromsäure wieder in Chromoxyd übergeht. Diesist zugleich der Grund, aus welchem es so häufig in den galvanischen Elementen, z. B.den so verbreiteten Tauchelementen, Verwendung findet. Hier dient es dazu, den sichwährend der Benutzung des Elementes am negativen Pol ausscheidenden Wasserstoffmomentan zu Wasser zu oxydieren, wodurch, indem nun die feinen Bläschen dieses Gasesden Pol nicht zu bedecken vermögen, die Kraft des Elements eine anhaltend gleichmäßigewird. Dabei bildet sich dann aus der Chromsäure Chromoxyd, welches sich als un-lösliches Pulver abscheiden würde, wenn nicht die Flüssigkeit von vornherein mit Schwefel-säure angesäuert wäre, die das Chromoxyd im Entstehungsmoment bereits wieder löst.Da nun die Lösung des schwefelsauren Chromoxyds sehr dunkel gefärbt ist, geht diehellrote Farbe der frischen Füllung eines solchen Tauchelementes sehr bald in eineschwarzbraune über. Setzt man eine Lösung des Salzes zu Gelatine, so wird diese ausGründen, deren Klarlegung uns hier zu weit führen würde, lichtempfindlich, eine Eigen-schaft, die die Herstellung der Photolithographien ermöglicht hat, und mit deren Hilfeman jetzt die wundervollen Photographischen Buntdrucke, sogenannten Pigmentdrucke,herstellt. Fügt man zu einer Lösung von saurem chromsauren Kali eine Lösung vonPottasche, so bildet sich, indem die Kohlensäure des kohlensauren Kalis entweicht, das