Band 
Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
Seite
358
JPEG-Download
 

358 Chemische Industrie: Alkalien und Säuren."

neutrale chromsaure Kali, das also in gelben Krystallen aus seiner genügend eingedampftenLösung sich ausscheidet.

Einfuhr und Ausfuhr des Deutschen Reiches an rotem chromsauren Kali und Natronin Mengen von 100

Rotes chromsaures Kali Rotes chromsaures Natron

Jahr

Einfuhr

Ausfuhr

Jahr

Einfuhr

Ausfuhr

1890

15398

2654

1890

7569

4762

1892

7342

2088

1892

1382

7081

1894

2904

5496

1894

541

22587

Dir Soda , das Kochlatz und dir mit ihnen verbundenen Industrien.

Wir wissen, daß alle Pottasche bis in die Mitte dieses Jahrhunderts aus Holzaschedargestellt werden mußte. Der Bedarf an Pottasche ist nun im Laufe der Zeit mit dersteigenden Kultur ununterbrochen gestiegen, denn Pottasche war bekanntlich nötig zurHerstellung des Glases, der Seife und für viele andere Industrien, so daß ihre Be-schaffung in hinreichender Menge immer schwieriger werden mußte, zumal in den Kultur-ländern die Wälder immer mehr abnahmen. So blieb denn nichts weiter übrig, als sieaus waldreichen weniger kultivierten Ländern zu beziehen. Rußland lieferte sie, Jllyrien,Nordamerika , kurzum, man holte sie von überall her, wo sie zu haben war. Dabeiwurde sie durch die hohen Transportkosten, die die Unvollkommenheit des älteren Ver-kehrs mit sich brachte, sehr verteuert, und so machte sich immer dringender die Not-wendigkeit geltend, für sie einen Ersatz zu schaffen. Ein solcher war allerdings bekannt,aber auch er war in größeren Mengen nicht zu haben und derzeit noch teurer als sie, eshandelte sich dabei um die Soda. Während Pottasche kohlensaures Kali ist, ist Sodakohlensaures Natron. Fertig gebildete Soda kommt in einigen Gegenden der Erde inerwähnenswerter Menge vor, nämlich in den sogenannten Natronseen Asiens . An denRändern dieser scheidet sich, wenn das Wasser verdunstet, Soda als krystallinische Krusteaus, und kann dort gesammelt werden. Auch in Ägypten gibt es solche Seen, derenProdukt unter dem Namen Trona in den Handel kam, ferner in Südamerika, Mexiko und in anderen Ländern. Die Gesamtmenge der so gewonnenen Soda blieb aber stetssehr unbedeutend. Eine allgemeinere Gewinnung der Soda fand auf industriellem Wegestatt, nämlich durch Einäscherung gewisser Meerespflanzen, sowohl solcher, die im Meereselbst wachsen, welche man als Tang bezeichnet, als solcher, die am Strande ihren Standorthaben. Im Lebensprozeß dieser Pflanzen vertritt das Natron das Kali, und sie hinter-lassen nach dem Veraschen kohlensaures Natron, Soda, gerade so wie die Landpflanzenunter dieser Bedingung kohlensaures Kali, Pottasche, geben. Wie die Landpflanzen diein sehr geringer Menge im Boden vorhandenen Kalisalze ansammeln, sammeln die See-pflanzen das im Meer so reichlich vorhandene Kochsalz, welches chemisch Chlornatrium ist.Die aus ihnen gewinnbare Soda ist sehr unrein, und die Strandbewohner haben stetsdie rohen Aschen verkauft, sich mit ihrer Reinigung nie viel Mühe gegeben.

Die an Soda reichste Asche wurde an einigen Punkten der spanischen Küste aus dervon den Botanikern 8al8olg. 8oän benannten Pflanze bereitet. Man kultivierte siegeradezu zur Gewinnung ihrer Asche, die unter dem Namen Barilla Handelsproduktwar, auf großen am Meere gelegenen Feldern, die von Zeit zu Zeit unter Wasser gesetztwurden. Die gereiften und getrockneten Pflanzen wurden nach Herausnahme der Samenin Erdgruben verbrannt. Der Rückstand repräsentiert sich dann in Form harter schlacken-ähnlich aussehender Klumpen. In Südfrankreich gewann man gleichfalls aus der 8alioorninnnnna einen Rückstand mit 15 "/§ Sodagehalt. In der Normandie führen die Aschen, diedurch Verbrennen getrockneter Seetange gewonnen werden, den Namen Varec, in Schottland den Namen Kelp. Auf der Insel Jersey im Kanal hatte z. B. ehemals die Seetangerntedie gleiche Wichtigkeit wie etwa heutzutage die Weinernte am Rhein . Jetzt werden dieseAschen, nachdem die Sodagewinnung aus ihnen längst unlohnend geworden ist, nur nochdargestellt, um das in ihnen in geringer Menge enthaltene Jod zu gewinnen. Aber auchdie Zeit hierfür scheint vorüber zu sein, indem Chile als Nebenprodukt seiner Salpeter-