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Überführen des Kochsalzes in Soda . Der Schwefel.
Werden. Um ihren Verpflichtungen gegenüber der dortigen Regierung mit Nutzen nach-kommen zu können, erhöhten die Monopotbesitzer den Preis der Tonne sogleich von 100auf 280 Mark. Unter diesen Verhältnissen hätte die englische Sodaindustrie, die damalsder Hauptabnehmer für den Schwefel war, zu Grunde gehen müssen, wenn nicht dieenglische Regierung sich in ihrem Interesse entschlossen hätte, der neapolitanischen sehrernstliche Vorstellungen zu machen, die, unterstützt von einigen vor Neapel auffahrendenKriegsschiffen, denn auch den gewünschten Erfolg hatten und den Preis des Schwefelswieder auf den normalen Stand brachten.
Weit wichtiger noch als der Schwefel selbst sind die aus ihm gewinnbaren Säuren,namentlich die Schwefelsäure, die eine solche Rolle in der chemischen Industrie spielt,daß ihr Verbrauch in dieser von keinem anderen chemischen Produkt, sondern nur nochvom Verbrauch an Brennmaterial übertroffen wird.
Der Schwefel ist eines der wenigen Elemente, welche die Natur an gewissen Örtlich-keiten gleich gediegen d. h. rein und nicht mit anderen Stoffen verbunden, zuweilen selbstin schönen Krystallen (Abb. 363) darbietet, woher denn auch seine Kenntnis und Benutzungbis in die ältesten Zeiten zurückreicht. Die Fundorte des gediegenen Schwefels liegenvorzugsweise, wenn auch nicht ausnahmslos, invulkanischen Gegenden, und noch fortwährendsind vulkanische Kräfte thätig, aus dem ErdinnernSchwefel an die Oberwelt zu fördern. Was ausden Kratern und kleineren Rauchlöchern der Vul-kane, den Solfataren, ausströmt, besteht zum Teilaus einem eigentümlichen Gas, dem Schwefel-wasserstoffgas. Tritt dieses an den Mündungender Krater mit der Luft in Berührung, so wird »es. KchwrfrtkrystMr.
es zu schwefliger Säure verbrannt, welche sogleich
auf nachfolgendes Gas einwirkt und mit diesem sich so umsetzt, daß Schwefel abgeschiedenund Wasser gebildet wird.
Schwefelwasserstoff -i- schweflige Säure -- Schwefel -n Wasser2L8 4 - 8 O 2 -^38 4 - 2^0.
Der Schwefel scheidet sich in Substanz aus und setzt sich an kälteren Stellen ab.In mehreren Vulkanen von Mexiko ist diese fortwährende Neubildung von Schwefel soergiebig, daß sie den dortigen Bedarf deckt. Auch in Kalifornien sind reiche Schwefel-lager aufgefunden worden. Europa muß sich an die Ausbeutung älterer Lager halten,in denen sich der Schwefel in Höhlungen und Klüften von Gips, kalkigen und thonigenGesteinen abgesetzt hat, tuffartige oder auch erdige Massen durchdringend, und daher inden verschiedensten Graden der Reinheit vorkommt. Am reichsten an solchen Schwefellagernist also die Insel Sizilien ; sie bildet noch immer die Hauptbezugsquelle für die großenMengen, die die europäische Industrie braucht. Das Festland von Italien findet seinenBedarf in der Romagna , wo die Produktion fortwährend im Steigen begriffen ist. Ineinem späteren Jahrhundert wirft sich die Ausbeutung vielleicht auf die jetzt noch un-benutzten Schwefelreichtümer der Insel Island . Weit verbreiteter als in gediegenemZustande ist der Schwefel in Gesellschaft mit Metallen, von denen die Verbindungen desSchwefels mit Eisen, die Schwefelkiese, so häufig sind, daß sie fast in jedem Lande vor-kommen. Analoge Verbindungen sind Schwefelkupfer oder Kupferglanz, Schwefelbleioder Bleiglanz, Schwefelzink oder Zinkblende u. s. w. Außerdem findet er sich auch nochin Form von schwefelsauren Salzen sehr häufig, so z. B. als schwefelsaurer Kalk (Gips),als schwefelsaurer Strontian (Cölestin ), als schwefelsaurer Baryt (Schwerspat) u. s. w.
Daß der Schwefel nicht bloß als totes Mineral existiert, sondern auch im aktivenNaturleben eine wichtige Rolle spielt, sei beiläufig bemerkt. Viele Pflanzen verdankennämlich den eigentümlichen Charakter ihres Geruchs und Geschmacks ihrem Gehalte anorganischen schwefelreichen Verbindungen, so z. B. die Lauche und Zwiebeln, wie auch diekostiäa (der eingetrocknete Saft einer Steppenpflanze Mittelasiens, nämlich desStinkasands).
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