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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

grüße. Der Hintere Teil des Cylinders zieht sich vor seiner Einmündung in die Kammerhalsartig nach oben. Wird nun der Schwefel in ihm bis zum Sieden erhitzt und darinerhalten, so treten die sich bildenden Dämpfe in die Kammer über und verdichten sich hierzu dem unter dem Namen Schwefelblumen bekannten feinen Pulver, das sich am Bodender Kammer absetzt. Alles, was nicht der Verflüchtigung fähig ist, bleibt zurück, und derübergetriebene Schwefel ist somit frei von allen erdigen Stoffen. Die Bildung von sub-limiertem Schwefel oder sogenannten Schwefelblumen findet nur zu Anfang des Be-triebes statt, im weiteren Verlaufe nehmen die Kammerwände und die Luft in der Kammerdiejenige Temperatur an, bei welcher der Schwefel schmilzt (112°), und die Schwefel-blumen schmelzen daher. Den geschmolzenen Schwefel ^ zapft man bei U ab, sammelt

,,, ihn in 6l und gießt ihn in die bekannte

Stangenform, wie bei l zu sehen ist. L dientzum vorläufigen Aufspeichern der fertigenStangen. Will man ausschließlich Schwefel-blumen erzeugen, was mit demselben Appa-rate geschehen kann, so muß mau die Tempe-ratur der Kammer stets unter dem Schmelz-punkte des Schwefels zu erhalten suchen, etwadadurch, daß man mit Unterbrechungen, d. h.nur bei Tage arbeitet, oder man muß beifortgesetztem Betriebe eine Kammer von be-deutend größeren Dimensionen anwenden.

Eine sehr zweckmäßige neuere Einrich-tung an'diesen Apparaten ist ein über deroder den Retorten angebrachter Vorwärme-kessel U, der 750—800 Schwefel faßt.In ihm schmilzt das Rohmaterial, läutertsich durch Absetzen, und aus ihm werden diedarunterliegenden Retorten durch Öffnungdes Hahnes im Verbindungsrohr U gespeist,wenn in ihnen der Schwefel zur Neige geht.So wird einesteils Brennstoff gespart, dadieser Vorwärmer durch dieabziehende Hitze geheizt wird,und anderseits der wesent-liche Vorteil erreicht, daßman die Retorte beschickenkann, ohne sie öffnen zumüssen, was nicht ohne eineschädliche Lufterneuerung inderKammer geschehen könnte.

S66. Raffinieren des Schwefels.

In dieser verbrennt nämlich, weil sich die Luft nie ganz abschließen läßt, immer etwasSchwefel zu schwefliger Säure, die sich in die Schwefelblumen zieht, wo sie durch Auf-nahme von noch mehr Sauerstoff aus der Luft zu Schwefelsäure wird; daher sind dieSchwefelblumen des Handels stets etwas sauer, und um sie zu medizinischem Gebrauchgeeignet zu machen, muß sie der Apotheker mit Wasser auswaschen (gewaschener Schwefel).

Die Kammer des Raffinierapparates hat außerdem noch eine Thür, welche geöffnetwird, wenn Schwefelblumen herauszuschaffen sind, sonst ist dieselbe dicht geschlossen. Umaber die Luftausdehnung im Innern, welche durch die Hitze bewirkt wird, auszugleichen,ist im Deckgewölbe ein Ventil v L angebracht, aus welchem die überschüssige Luft ent-weichen kann.

Die Benutzung des Schwefels an sich ist eine sehr mannigfaltige, wie die zuSchwefelfäden und Zündhölzern, zur Pulverfabrikation, zu Feuerwerk, zu Abgüssen u. s. w.Auf die wichtige Verwendung des Schwefels zum Vulkanisieren des Kautschuks kommen