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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Schweflige Säure. 369

In den sehr großen Bottichen steht die Kalkmilch etwa 5 in hoch, das entspricht, wie wiraus der Physik wissen, etwa einer halben Atmosphäre Druck. Schaltet man also selbstzwei Bottiche hintereinander, damit, wenn im ersten der saure schwefligsaure Kalk fertiggebildet ist, der Überschuß der schwefligen Säure nicht etwa in die Luft entweicht, sondernim zweiten festgehalten wird, so sieht man, daß schon eine Atmosphäre Überdruck genügt,um das schwefligsaure Gas durch beide zu pressen, und die ist vermittelst der Luftkom-pressoren leicht zu beschaffen. Kocht man also Holz mit der so erhaltenen Flüssigkeit, undzwar benutzt man am besten Weißtannen, bei einigen Atmosphären Überdruck, so löst siealle die Cellulose im Holze inkrustierenden, d. h. sie zusammenklebenden Substanzen auf,und wäscht man hernach die so behandelte Masse mit viel Wasser, so hinterbleibt reineCellulose von so vorzüglicher Beschaffenheit, daß sie in der Papierfabrikation nicht einSurrogat, sondern geradezu einen Ersatz für leinene Lumpen repräsentiert.

Bevor wir zur Schwefelsäure übergehen, wollen wir auch noch des vorhin ge-nannten unterschwefligsauren Natrons gedenken. Dieses Salz erhält man auf demWege, daß man schwefligsaures Natron mit Schwefel kocht, dann löst sich in der Flüssig-keit genau so viel Schwefel auf, als in dem schwefligsauren Natron bereits enthalten ist,und sie enthält jetzt unterschwefligsaures Natron, welches beim Erkalten aus der Lösungin schönen glasigen Krystallen anschießt.

8S7. KoriilNitalcr doppeltwirkender Kompressor für den direkten Painpfkctrirk.

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Schwefligsaures Natron -s Schwefel — Unterschwesligfaures Natron.

Es dient vornehmlich zwei Zwecken. Von dem einen von diesen her hat es auch denNamen Antichlor erhalten. Daß das Chlor zum Bleichen dient, wollen wir an dieser Stelle alsbekannt voraussetzen. Chlor zerstört aber nicht nur Farben, sondern zerstört auch die Gewebe,auf denen sie sich befinden, wenn man ihm Zeit dazu läßt, und deshalb muß man, sobald dieStoffe gebleicht sind, seinen Überschuß abstumpfen. Dazu eignet sich nun kaum etwas besser alsunser unterschwefligsaures Natron. Es ist für die Gewebe absolut unschädlich, dabeisehr billig, und weiter geht es, indem es das Chlor abstumpft, ihm also seine zerstörendeKraft nimmt, in ebenfalls für das Gewebe völlig unschädliche Verbindungen, der Haupt-sache nach in Glaubersalz über. Würden die Hausfrauen sich des Antichlors bedienen,sie hätten keinen Grund, auf den, das läßt sich nicht leugnen, sehr bequemen Chlorkalkals Bleichmittel zu verzichten, vor dem sie jetzt meist ein gewisses Grauen wegen derZerstörung der Wäsche, die mit seiner Verwendung im Haushalt oft verbunden ist,empfinden. Sie könnten die große Unbequemlichkeit der Rasenbleiche ebenso gut wie dieFabrikanten von Weißzeug, die ja auch ihr Fabrikat nicht auf dem Rasen bleichen können,ersparen. Sie müßten nur wie diese Fabrikanten, nachdem die klare Lösung des Chlor-kalks, oder das Lau äs lavslls ihre Wirkung auf die Wäsche ausgeübt haben, diesesogleich in Wasser bringen, in dem sie etwas unterschwefligsaures Natron aufgelöst haben.

Buch der Erfind. VII. ä?