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Fabrikation der Schwefelsäure.
Vereinigen sich anderseits schweflige Säure, der Sauerstoff der Luft und Wasserleicht unter passenden Bedingungen zur wasserhaltigen Schwefelsäure — dieses ist derProzeß der Darstellung der englischen Schwefelsäure — so zerfällt, was ebenfalls langebekannt ist, die wasserhaltige Schwefelsäure „bei sehr hoher Temperatur" wieder in dieseihre Bestandteile, und mit Hilfe dieser Reaktion wird nun dies Schwefelsäureanhydridhergestellt.
Schwefelsäure, zerfällt bei hoher Temperatur in schweflige Säure Sauerstoff Wasser.
Man läßt nämlich in eine eiserne, mit Porzellanstücken gefüllte Retorte, welche imOfen möglichst stark erhitzt wird, die englische leicht zu habende Schwefelsäure tropfen.Bei der hohen Temperatur zerfällt sie in der angegebenen Weise, und aus der Retorteentweichen jetzt schwefligsaures Gas, Sauerstoffgas und Wasser in Gasform. DurchAbkühlen entfernt man den -größten Teil des letzteren, den Rest absorbiert man vollständigmittels wasseranziehender Mittel, und so hat man schließlich ein trockenes Gemisch vonschwefliger Säure und Sauerstoff, welches, wie wir uns sagen können, diese beiden Gasegenau in dem Verhältnis enthalten muß, in welchem sie zur Bildung von Schwefelsäure-anhydrid nötig sind. Leitet man dies Gemisch daher über den erhitzten platinierten Asbest,so vereinigt es sich mit Leichtigkeit zu Schwefelsäureanhydrid.
So ist denn in dieser modernen Fabrikation der uralten inBöhmen monopolisierten Gewinnung der rauchenden Schwefel-säure eine wahrscheinlich übermächtige Konkurrenz entstanden,die durch geschickte Übertragung von im Laboratorium längstausgeführten Arbeiten auf die Praxis die chemische Industrievon dem Zufallsvorkommen jener böhmischen Schiefer unab-hängig gemacht hat.
Die englische Schwefelsäure, zu deren Fabrikationwir jetzt übergehen, hat ihren Namen daher, daß die Art ihrerFabrikation in England ihren Ursprung genommen hat. Heutebereitet fast jedes Land die „englische" Schwefelsäure, die esbraucht, sich selbst. Dieser Zweig der Technik hat eine langeSchule durchzumachen gehabt, bis er zu derjenigen Ausbildunggelangte, in der wir ihn heute sehen, wo eine weitere Ver-vollkommnung nach manchen Richtungen nicht mehr angänglicherscheint, denn es wird in der heutigen Praxis aus einer gegebenen Menge Schwefelfast genau diejenige Menge Säure gewonnen, welche sich der Theorie nach aus ihrberechnet. In der möglichsten Vereinfachung des Betriebes werden dagegen natürlichimmerfort Verbesserungen angestrebt.
Sieht man die großen Einrichtungen einer modernen Schwefelsäurefabrik mit ihrenPyritöfen, ihren gewaltigen Bleikammern, hört in ihr vom Gloverturm und vom Gay-Lussacturm reden und erfährt gar, daß die Schwefelsäure schließlich in Platingefäßeneingedampft und trotzdem 1 von ihr für wenige Pfennige verkauft wird, so erscheintalles so kompliziert, daß man kaum hofft, den Zusammenhang des Ganzen in Kürze be-greifen zu können. Da bietet denn, wie bei all derartigen Gelegenheiten, die Darlegungder allmählichen Entwickelung einer solchen Industrie den besten Weg, sie unserem Ver-ständnisse näher zu bringen. Auf diesem Wege sieht man, wie sich eines auf dem anderenfußend, sozusagen organisch entwickelt hat, und indem es uns nicht schwer fällt, jene Denk-Prozesse in gegebener Reihenfolge unsererseits zu durchdenken, die zu den schließlichenErfolgen mit ihren scheinbar so komplizierten Einrichtungen geführt haben, werden unsauch diese verständlich.
Daß das olsnin Vitriole , die rauchende aus Vitriolstein gewonnene Schwefelsäure,identisch mit dem olsurn sulkuris sei, einem Öle, das man aus Schwefel erhalten könne,hat zuerst Libavius 1595 behauptet. Dieses olounr sulkuris erhielt man durch Verbrennen ,von etwas Schwefel in einer feuchten Flasche. In ihr bildet sich aus der durch dieVerbrennung entstehenden schwefligen Säure durch Weiteroxydation in ganz geringer
»»». Frosche zurGewinnung der Kchwefrisiinre.