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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

führung der schwefligen Säure in Schwefelsäure findet also in Bleikammern statt, weildieses Metall allein genügend der Schwefelsäure widersteht. Man hat sie im Laufe derZeit immer weiter vergrößert und geht jetzt bei 5 —10 in Breite und bei 12—15 in Höhebis zu 100 in Länge. Man stellt sie aus gewalzten Bleiplatten her, und sie werden durchein entsprechendes Gerüst, welches zumeist aus Holz gebaut ist, gehalten. Auch erbaut mansie in einer gewissen Höhe über dem Erdboden, um etwaige undichte Stellen sogleich wahr-nehmen zu können. Sie sind mit den nötigen Einrichtungen versehen, durch welche dieGase in sie eintreten und aus ihnen austreten können, die zur Oxydation nötige Salpeter-säure in sie einlaufen und die fertige Schwefelsäure, die sich am Boden sammelt, vonZeit zu Zeit oder kontinuierlich abfließen kann.

Die benutzten Bleibleche sind 2,s bis 3,s mm stark, und die Vereinigung der einzelnenTafeln geschieht nicht durch Löten in gewöhnlicher Weise, sondern durch Aufeinander-schmelzen ihrer Ränder mittels einer mit Luft angeblasenen Wasserstoffgasflamme, derenhohe Temperatur für diesen Zweck notwendig ist. Den Rändern wird stets ein kleiner Über-schlag gegeben, so daß das Blei an diesen Stellen doppelt liegt. Die in der Kammerentstehende Schwefelsäure löst ein wenig Blei als schwefelsaures Blei auf, welches sichwiederum in der Schwefelsäure auflöst. Da dieser Prozeß ununterbrochen vor sich geht,muß er sich doch, wenn auch das Blei von Schwefelsäure nur in sehr geringem Gradeangegriffen wird, allmählich geltend machen. Man nimmt daher an, daß Kammerndurchschnittlich 8 bis 10 Jahre halten, wobei sie in den letzten Jahren schon viele Re-paraturen erfordern, es ist jedoch auch schon eine Dauer bis zu 25 Jahren beobachtet.

Links unten bei O und L lag meist in zwei Abteilungen der Schwefelbrennofen,der ehemals zugleich einen Dampfkessel mit heizte. Doch werden seit langem besondereDampfkessel vorgezogen, weil die Dampfentwickelung nach dieser Art zu unregelmäßig war.

In der ersten schmalen Abteilung U des Apparats, deren staffelförmiges Innere späterzu erklären ist, steigen die Dämpfe der durch den verbrannten Schwefel erzeugten schwef-ligen Säure auf und gelangen von oben rechts in die erste Kammer, ein starker Dampf-strom weist ihnen den Weg und fördert den Zug, reißt auch durch ein Rohr, das sich nachaußen öffnet, noch mehr Luft ins Innere von In dieser Abteilung vollzieht sichsomit eine innige Mischung von schwefliger Säure, Luft und Wasserdampf. In derfolgenden, 8, wird die Salpetersäure vermittelst der Rohrleitung a auf ihren Verteilungs-apparat geleitet, und beginnt deren Einwirkung. In der großen Kammer 6 vollzieht sichdann der hauptsächlichste Teil der Säurebildung, und in sie wird auch der meiste Dampfeingelassen. In einer gewöhnlich noch folgenden Abteilung bildet sich zwar aus den bis-her unverbundenen Resten noch etwas Säure, aber bis zur gänzlichen Erschöpfung kommtes auch hier nicht. Um daher die noch unbenutzt gebliebenen aus der Salpetersäurestammenden Gase möglichst zurückzuhalten, läßt man das Gas- und Dampfgemisch, bevor esdurch den Schlot entweicht, in den nach seinem Erfinder benannten Gay-Lussacturmtreten; hier bahnt es sich einen Weg durch eine Schicht Koks (0), welche aus einem höherstehenden Gefäß fortwährend mit konzentrierter Schwefelsäure durchtränkt werden. Imkonzentrierten Zustande hat nämlich diese Säure die Fähigkeit, die Nitrosen Dämpfe zulösen und festzuhalten. Die salpetrige Säure verbindet sich hierbei mit der Schwefelsäurezur Nitrosylschwefelsäure, deren Lösung in konzentrierter Schwefelsäure, im FabrikbetriebNitrose Säure genannt, an und für sich sehr beständig ist; beim Verdünnen mit Wasseraber und nachherigem Erwärmen entweichen die Stickstofssauerstoffverbindungen wiederund können so von neuem dem Betriebe zugeführt werden, welches die ehemalige Art ihrerAufarbeitung war. Diese Nitrose Säure sammelt sich unterhalb der Koks und fließt ineinem Bleirohr d nach dem anderen Ende des Apparates, wo sie in dem Gefäße o eineinstweiliges Unterkommen findet. Von Zeit zu Zeit wird sie von hier entleert, indemdurch eine Hahnvorrichtung der Rückweg gesperrt und ein Dampfweg aus dem Kesselgeöffnet wird, man nennt solche Vorrichtung einen Montejus. Der aus die Oberflächeder Schwefelsäure wirkende Druck dieses Dampfes treibt sie durch das schräge Steigerohrin das Gefäß k, und von hier fließt sie in den sogenannten Gloverturm, der seit 1864eingeführt ist und seinen Namen nach seinem Erfinder trägt. Dieser Turm ist mit säure-