378 Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.
apparat des Gay-Lussacturmes, indem mit einer Plattensäule von 2 m Höhe das gleicheResultat wie mit einem Koks Gay-Lussac von vierfacher Höhe geleistet wird. Zwischender letzten Kammer eines bestehenden Bleikammersystems und dem Kokstnrm eingeschaltet,
wirkt der Plattenturm außer-dem als Regulator des Kam-merganges, sichert einen gleich-mäßigen Verlauf desselbenund damit ein möglichst ren-tables Arbeiten.
Bevor wir zur Konzentra-tion der im Kammersystem er-haltenen Schwefelsäure über-gehen, haben wir noch diePyrite als Lieferanten derschwefligen Säure zu be-sprechen.
Wie bereits erwähnt, stiegim Jahre 1838 der Preisdes sizilianischen Rohschwefelsplötzlich in unerhörter Weise,und man wandte sich gezwun-genermaßen anderen Schwefel-quellen zu. Es finden sichnun in der Natur ungeheureMengen von Schwefel anMetall, z. B. Eisen, gebundenunter dem öfters erwähntenNamen Pyrit. Beim Erhitzenan der Luft verbrennt er wiealle Schwefelmetalle. DenProzeß nennt man Rösten;er spielte von jeher eine großeRolle in der Metallurgie,Weil dort auf diesem Wegeder Schwefelgehalt der Erzein Form von schwefliger Säureentfernt wird. Das Metallselbst verbrennt beim Röstenzu Oxyd z. B.
Pyrit (Schweseleisen)
2 k's 8.,
-s Sauerstoff aus der Lust110
---- Schweflige Säure-- I8O2-i- Eisenoxyd
In jenem Jahre gaben nuninnerhalb weniger Monate soziemlich alle englischen Fabri-ken den Gebrauch von Schwefel auf und begannen mit der Benutzung heimischer Pyrite.Man brennt sie etwa im umstehend abgebildeten Ofen, der aber sehr viel variiert wordenist, zumal jetzt auch sehr viel fast staubförmiger Pyrit verwendet wird. Die Öfen werdenerst durch ein Kohlenfeuer stark erhitzt, hernach brennt dann der eingetragene Pyrit von
872.
Mit Klei ausgekleideter Plattrnturm xnr Anwendung in derSchwefelsäurefakrikatian.
87». Einschaltung eines Nlattcnturmrs.