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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

einer früheren Verarbeitung herrührenden Lauge übergössen wird, die sich erwärmendkräftig einwirkt. Nachdem diefe abgezogen worden ist, findet ein nochmaliges Laugen mitverdünnter Salzsäure statt, die den Rest des Kupfers auszieht. Weiteres sechs- bissiebenmaliges Ausziehen mit Wasser entfernt den Rest alles Löslichen. Der Rückstandenthält dann 96 °/g Eisenoxyd und wird von den Hochofenwerken gern gekauft.

Die konzentrierten, also die zuerst erhaltenen Laugen werden hierauf in folgenderWeise zu Gute gemacht. Um die Spuren Silbers zu gewinnen, die sie enthalten, setztman ihnen eine Jodzinklösung zu, welche das Silber als Jodsilber, stark mit Jodbleiverunreinigt, ausfällt. Von diesem wird hierauf die Lauge, nachdem es sich abgesetzt hat,abgezogen. Man läßt sie sodann in Kästen laufen, die mit altem Eisenblech gefüllt sind,und kocht sie in ihnen durch Einleiten von Dampf auf. Eisen scheidet Kupfer aus seinenLösungen ab, indem es an dessen Stelle in Lösung geht, und so ist die Flüssigkeit baldentkupfert. Das erhaltene Kupfer liegt als Schlamm am Boden und besteht nach demTrocknen aus etwa 75°/o Kupfer, während der Rest hauptsächlich Eisenoxyd, etwas Blei,sowie ein wenig Arsenik sind. Den Jodsilberniederschlag verwertet man nun so, daßman ihn, nach gründlichem Auswaschen mit Wasser, mit Salzsäure übergießt undmetallisches Zink zugibt. Es scheidet sich Silber aus, während Zink als Jodzink inLösung geht. Die so wieder erhaltene Jodzinklösung dient zu erneuter Fällung vonSilber in einer späteren Lange, so daß das Jod immer wieder in den Betrieb zurückkehrt.

» 76 . Konzentration der Kchrvefetsiinre.

Der erhaltene Niederschlag besteht im Durchschnitt aus 26 —30°/o Silber, 0,os—0,os°/oGold nebst 48 °/g Blei u. s. w. Eine englische Fabrik erzielte bei sehr gutem Arbeitennach diesem Verfahren 1896 folgende Resultate: 10 Millionen Abbrände ergaben158000 ÜA metallisches Kupfer, gleich 1,6 °/o, 3109 icx Silberniederschlag enthaltend26°/o Silber und 0,vsio/o Gold. Wenn wir die 10 Millionen Abbrände rund gleich20 Millionen Pyrit rechnen, so ergab diese Menge Pyrit also an Edelmetallen 810 KZSilber und 0,sss Gold, was etwa ^oooo "/„ Silber und °/i<,oooooa °/g Gold entspricht,die auf diesem Wege aus dem Rohmaterial noch gewonnen werden.

Die in den Bleikammersystemen erhaltene Säure hatte in älteren Zeiten höchstenseinen Gehalt von 62—68 °/o Schwefelsäure. Der Rest war Wasser, welcher den Trans-port nur unnütz verteuert und zugleich die Verwendung einer noch größeren Anzahl derso zerbrechlichen gläsernen Ballons, in denen sie verschickt werden muß, verlangt hätte.Diejenige Säure, welche den Gloverturm, also jene oben besprochene Verbesserung desSystems, passiert hat, zeigt einen Gehalt von 77—80°/o- Nur Fabriken, die so vielSchwefelsäure wieder verbrauchen, als sie selbst erzeugen, und das sind namentlich dieSodafabriken und die Superphosphatfabriken, können Säure von diesem Prozentgehaltdirekt verwenden, für alle Verkaufszwecke kommt sie in konzentrierter Form in den Handel,muß also eingedampft werden.

Das Eindampfen geschieht in flachen bleiernen Pfannen, die in der Breite 2—3 in.und das Vierfache in der Länge messen. Man bringt zwei, wie es Abb. 376 zeigt, auchdrei oder vier Abdampfpfannen nebeneinander an, und zwar so, daß die am weitestenvom Feuer entfernte am höchsten, jede folgende etwas tiefer steht. In jeder der vonunten geheizten Pfannen befindet sich Säure; die in der tiefsten Pfanne befindliche hatvorher alle höheren Pfannen Passiert und in jeder einige Stunden gekocht. Hat sie diegenügende Stärke erreicht, so wird sie abgelassen, und die leere Pfanne empfängt den