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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Fabrikation der Schwefelsäure.

Inhalt der zunächst über ihr stehenden, welche sich wieder aus der folgenden füllt oder,sofern keine weitere vorhanden, mit roher Säure, wie sie die Kammern liefern, beschicktwird. So geht die Abdampfarbeit ohne Unterbrechung fort.

Die Erhitzung der Abdampfpfannen geschieht meistens von demselben Feuer aus,welches den gleich zu erwähnenden Platinkessel, und zwar diesen in nächster Nähe,heizt. Es dürfen aber natürlich wegen der Leichtschmelzbarkeit des Bleies nicht die Bödender bleiernen Pfannen mit der unter ihnen hinziehenden Feuerluft in direkte Berührungkommen; man schützt sie daher an den heißesten Stellen durch eine Lage stärkerer Ziegel,während man weiterhin schwächere und zuletzt Eisenplatten unter ihnen anbringt, so daß dieHitze möglichst gleichmäßig über die ganze Abdampffläche verteilt wird. Auf den Pfannenverliert die Säure so viel Wasser, daß sie schließlich etwa 77prozentig wird. Eineweitere Konzentration ist in diesen nicht möglich, weil so starke Säure das Blei bereitsreichlich löst. Diese muß entweder in Glasgefäßen oder in solchen aus Platin erfolgen.Die Konzentration in Glasgefäßen wird hauptsächlich noch in englischen Fabriken aus-geführt, während -auf dem Festlande ganz allgemein sich die Platinblasen eingebürgerthaben. So viele andere Methoden auch imLaufe der Zeit vorgeschlagen worden sind,so haben nur diese beiden Eingang in diePraxis gefunden.

Die sehr große Unbequemlichkeit, welchedas Füllen und Leeren großer Glasretortenim Laboratorium bietet, zumal wenn essich um solche mit konzentrierter Schwefel-säure handelt, die jeder, der dort mit ihnenzu thun hat, empfindet, ist in diesen Fabrikenjetzt völlig überwunden. Die zur Konzentra-tion benutzten Retorten bestehen nämlich garnicht aus einem, sondern aus zwei Stücken.

Der Teil ^ hat die Form einer Flasche mitziemlich weiter Öffnung, und auf ihn paßt derTeil 8, der die Form des Retortenhalses hat,ziemlich gut. Dieser Teil mündet in ein Rohr 0,welches mit dem Kamin in Verbindung steht,so daß im Retortenhals stets ein Zug nachinnen herrscht. Jede Retorte hat ihre eigeneFeuerung, und damit ihr Erwärmen gleichmäßig erfolgt, liegt sie in einem Sandbade,d. h. sie steht in einem passend geformten gußeisernen Topf, und ist der Raum zwischenihr und dessen Wand mit Sand ausgefüllt. Wird Säure von etwa 77°/o auf eine Stärkevon etwa 97—98°/o gebracht, so geht nicht nur Wasser fort, sondern es destilliert schonein Teil von ihr mit über. Will man die Säure gar lOOProzentig haben, so kannman mit dem Eindampfen nicht eher aufhören, als bis auch das Destillat lOOProzentigist, was sehr lange dauert und dadurch sehr kostspielig wird. Dies ist denn auch derGrund, weshalb die gewöhnliche Handelssäure meist nur 97°/o, nie mehr als 98°/ohat. Beim Eindampfen der Säure entweicht also schließlich verdünnte Schwefelsäure.Deren Dämpfe würden den Aufenthalt im Konzentrationsraum ganz unmöglich machen.Bei der angegebenen Einrichtung werden sie durch das Bleirohr 6 angesogen, kondensierensich in ihm und fließen als verdünnte Schwefelsäure irgendwo ab. Ist die Säure in denGlasgefäßen schließlich genügend konzentriert, so läßt man sie etwas erkalten und ziehtsie jetzt nach dem Abnehmen des Halses mittels Hebers aus der Retorte heraus, woraufman passend vorgewärmte neue Säure von den Bleipfannen her einstießen läßt.

Im Destillationshause herrscht stets eine Temperatur von 25—30°, und Doppel-thüren und Doppelfenster sorgen für Fernhalten jeden Zuges, welcher die hauptsächlichsteVeranlassung zum Springen der Retorten abgibt. Nach sechs Wochen ersetzt man dieRetorten durch neue, und beim Einhalten aller dieser Vorsichtsmaßregeln kommt ein

877. Konzentrationder Kchinefrtsänre in Glasgrfäßen.