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Verwendung der Schwefelsäure.
Bottiche, in welchen verdünnte Schwefelsäure von 5—8 °/g (4—7 Beaume) enthalten ist.Nach dieser Zeit wird diese Naßbeize durch Zeutrifugieren möglichst abgeschleudert, woraufdie feuchte Masse erst bei 40—50°getrocknet und dann bei 90—95° karbonisiert, gebranntwird, wie die Fabrikanten sagen. Nach dem Karbonisieren klopft eine Maschine die zuPulver zerfallene Baumwolle aus dem Material heraus. Die karbonisierte Wolle istnatürlich weniger gut als Shoddy und Mungo, die kein Schwefelsäurebad passiert haben,läßt sich aber sehr wohl mit verspinnen.
Die Fabrikation der Kunstwolle inklusive der Karbonisation ist heute über alleIndustriestaaten der Welt verbreitet, und sie liefert jährlich mehrere hundert MillionenKilogramme nochmals verspinnbarer Wolle aus den Lumpen zurück. Dadurch lassen sichWollstoffe weit billiger als ehemals herstellen, und dies ist wohl mit einer der Gründe, daßdie Bekleidung auch der weniger wohlhabenden Volksklassen sich in den letzten dreißig bisvierzig Jahren so sehr gebessert hat, indem jetzt Wollstoffe, wenn auch nicht von ersterQualität, viel billiger als früher geworden sind. Ja man sieht nicht einmal mehr sozerlumpte Bettler wie auf den Bildern noch aus der Mitte des Jahrhunderts, indem diesejetzt weit leichter noch gut erhaltene Kleidungsstücke geschenkt bekommen als ehemals, woderen Ersatz durch neue mit so viel bedeutenderen Kosten verknüpft war, was auch dieWohlhabenden veranlaßte, sie in weit höherem Maße abzunutzen.
381. Nalrunmerstcrotor.
sso. Ersircntor.
Der Chemiker im Laboratorium kommt bei seinen tausendfältigen Zerlegungen, Zu-sammensetzungen und Prüfungen fortwährend in die Lage, sich der Schwefelsäure als einesunentbehrlichen Hilfsmittels bedienen zu müssen. Sehr groß ist die wasseranziehende Kraftder konzentrierten Säure, von der er häufig Gebrauch macht. Ein abgeschlossener Raumkann durch Einstellen einer offenen Schale mit ihr völlig ausgetrocknet werden. Diese be-queme Trockenmethode wird häufig zum Austrocknen von Stoffen benutzt, die kein Er-wärmen vertragen. Zugleich sind sie in solchem Raume vor Staub geschützt und ziehen,wenn sie einmal trocken sind, nicht von neuem Feuchtigkeit an. Man bezeichnet die Apparate,die nur aus einer Glasglocke und aus einer Schale mit Schwefelsäure bestehen, als Ex-siccatoren. In dem kleineren L, in welchen man Schwefelsäure direkt auf den Boden gießt,bewahrt und transportiert man die zu quantitativen Analysen bestimmten Substanzen.Exficcator 0, bei welchem die Glasglocke auf der Glasplatte v möglichst gut aufgeschliffen,trägt einen Hahn, und verbindet man ihn vermittelst dieses mit einer Luftpumpe, so kannman die Luft leicht aus ihm Heraussaugen und so das Trocknen über der im unterstenGefäße ^ befindlichen Schwefelsäure im luftleeren Raume besorgen. Letztere Art ne^intman Vakuumexsicc.itoren. In ihnen läßt sich, wie wir sehen, die scheinbar so schwierigeAufgabe, Gegenstände im luftleeren Raum zu trocknen, also auf das bequemste ermög-lichen. Wenn man will, kann man den Apparat natürlich warm stellen, oder eine Heiz-
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