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Fabrikation der Soda nach Leblanc.
mit Schaufeln gewendet, dann der Ofen geschlossen und die Hitze höher getrieben, bisdas Ganze zu einer teigartigen Masse zusammenschmolz und Blasen zu werfen begann,welche beim Zerplatzen mit blauen Flämmchen verbrannten; das Verbrennende ist Kohlen-oxydgas. Die Temperatur, bei welcher die Umsetzung in der Sodaschmelze stattfindet,beträgt etwa 1000° 0., also Silberschmelzhitze. Gleichzeitig begann das Rühren undDurcharbeiten seitens der Arbeiter, um die chemischen Vorgänge zu befördern. Allmäh-lich werden die blauen Lichter, die anfänglich in großer Menge und Lebhaftigkeit er-scheinen, seltener und schwächer, und man schließt den Prozeß ab, noch ehe sie ganz ver-schwinden, weil dies von Vorteil für die Ausbeute ist. Die immer noch teigige rotglühendeMasse wird aus dem Ofen in unter-gesetzte eiserne Kästen gekrückt, wo siebald zu dem schwarzen steinigen Körpererhärtet, der die Schmelze heißt.
Zuerst in England sind dann, umdas Rühren entbehrlich zu machen, neueSodaöfen,dierotierendenCylinder- ^ SE«tschai°.
ösen, in Anwendung gekommen, die sich
gut bewährt haben, so daß dort keine Handöfen mehr betrieben werden. In der Anlagesind diese Öfen allerdings viel kostspieliger, sie kosten etwa 40000 Mark, sie bieten indessengroße Vorteile: man braucht etwa 25°/g weniger Feuerung als bei einer entsprechendenAnzahl Handöfen, das Produkt ist entschieden besser (hochgradiger) als das aus den altenÖsen, und endlich wird der Fabrikant von den immer höher steigenden Ansprüchen derSodaschmelzer und ihrer Geschicklichkeit emanzipiert, indem die Bearbeitung der schmelzendenMasse mit den Krücken wegfällt. Während in einem Handofen in England Pro Tag 24 bis27 Chargen zu je 3 Zentner Sulfat verarbeitet werdenkonnten, verschluckt ein Cylinderofen kleinster Art300 Zentner Sulfat täglich. Diese Öfen eignen sichdaher nur für sehr große Fabrikanlagen. In Englandsind aber schon vor Jahren in einer Fabrik zehn solcherÖsen in Betrieb gewesen, welche 800000 Zentner cal-cinierte Soda pro Jahr produzierten, während die ge-samte deutsche Sodaproduktion sich im Jahre 1872 nurauf 724539 Zentner calcinierte und 128 776 Zentnerkrystallisierte Soda beließ
Jeder einzelne Cylinderofeu erfordert eine Dampf-maschine, selbst wo mehrere derselben vorhanden sind,weil man die Umdrehungsgeschwindigkeit und Manipu-lation des Cylinders beim Füllen und Entleeren nur aufdiese Weise völlig beherrschen kann. Eine Eisenbahn läuftüber alle Öfen in solcher Höhe hin, daß ein Einfüllungs-krichter, in welchen man den Inhalt derWagen stürzt, nochimmer hoch genug über den Cylindern bleibt, um ihre Ro- s«7. Mtrr Sodaofen.
tation nicht zu hindern. Eine kleinere Eisenbahn ist quer
unter den Ofen gelegt, auf welcher die die fertige Schmelze aufnehmenden Wagen laufen.Man füllt immer erst die Kreide oder den Kalkstein mit ^ der Kohle in großen Stücken ein;die hohe Temperatur, der die Blöcke plötzlich ausgesetzt werden, bringt in wenigen Minutendie immer in ihnen enthaltene Feuchtigkeit zum explosionsartigen Verdampfen und zerteiltden Kalkstein in viel billigerer Weise, als es durch Mahlen geschehen würde, und man läßtnun den Kalkstein mit der Kohle so lange rotieren, bis sich ein Teil desselben in Ätzkalk verwandelt hat. Die genaue Beobachtung des Zeitpunktes, in welchem man mit dieserOperation aufhören soll, ist die Hauptaufgabe für den Arbeiter, der vor einem Schaulochein der Hinteren Stirnwand des Cylinders sitzt und den Hebel der Dampfmaschinevor sich hat; in der Regel dauert diese vorbereitende Arbeit eine Stunde. Erst dannwird das Sulfat mit dem Rest der Kohle zugesetzt und die eigentliche Schmelzung
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