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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

vollführt. Die ganze Operation erfordert ungefähr 2^ Stunden. Durch die Bildungvon Ätzkalk bezweckt man eine Auflockerung der Schmelzkuchen beim Auslaugen, indemsich der Kalk im Wasser hernach löscht. Die Umdrehung des Ofens ist anfangs nur einelangsame, etwa einmal in 20 Minuten, steigert sich aber dann auf 5—6 Umdrehungenin der Minute.

Schon ein rotierender Sodaofen in der abgebildeten Form erscheint recht kompliziert,doch hat man, um an Kohlen zu sparen, nachdem man sie allmählich ganz sicher zu hand-haben verstand, sie noch mit Gasfeuerung versehen und hinter den rotierenden Cylindereine Kammer eingebaut, die zum Absetzen mitgerissener fester Stoffe dient. Zugleich dientdie Wärme dieser Kammer dazu, um die Verbrennungsluft anzuwärmen, damit diese Wärmein dieser Form wenigstens teilweise wieder in den Ofen zurückwandert. Die gefährdetsteStelle des ganzen Systems liegt natürlich da, wo die Mündung der Feuerung derMündung des Cylinders gegenüber liegt. Hier ist deshalb, damit diese nicht direkt an-einander stoßen, ein besonderes Rohrstück welches das Auge heißt, eingeschoben, dasdaselbst meist frei an Ketten hängt. Hat es durch Verbrennen gar zu sehr gelitten, soist es in wenigen Minuten erneuert, ohne daß der Betrieb erwähnenswert gestört wird.

Die aus dem Cylinder, bezw. der hinter ihm liegenden Flugstaubkammer weiter nachdem Kamin abziehende Hitze dient in der in der Abbildung angegebenen Weise zum

Eindampfen von Lau-gen, über welche sie, wiein einem Flammofen,dahiustreicht.

Die mit Gasfeue-rung ausgestatteten Cy-linderöfen leisten wie-derum mehr als dieälteren Konstruktionen.Sie können täglich zwölfChargen machen undstellen in dieser Zeit25000 ÜA Soda her.

Chemische Vorgänge. Fragen wir nun, welche Veränderungen die Hitze in demGemisch von Glaubersalz, Kalk und Kohle zuwege bringt, so sind die Vorgänge sehr ver-wickelt. Jedenfalls finden die Umsetzungen der Hauptsache nach folgendermaßen statt. DieKohle reduziert in der Glühhitze das Glaubersalz zu Schwefelnatrium. Dieses tritt so-fort in Wechselwirkung mit dem Kalkstein. Er muß seinen Gehalt an Kohlensäure demNatrium abtreten, das hierdurch in kohlensaures Natrium übergeht, während gleichzeitigdas Calcium des Kalksteins sich mit dem frei werdenden Schwefel des Schwefelnatriumsverbindet, so daß Schwefelcalcium sich bildet. Da das Einfachschwefelcalcium nicht sounlöslich im Wasser ist, daß man durch nachheriges Auslaugen der Schmelze eine reineSodalösung erhalten könnte, nimmt man von vornherein etwas mehr Kalk, als nachder Berechnung notwendig wäre, und bewirkt dadurch das Entstehen einer Doppelverbindungvon Schwefelcalcium mit gebranntem Kalk (Calciumoxysulfid), welche im Wasser un-löslich ist.

Die erkaltete Schmelze bildet eine kompakte Masse, die für die fernere Bearbeitungzerschlagen werden muß. Sie ist durch ihren Gehalt an unverbrannt gebliebener Kohleschwarz oder grau und enthält, je nach dem Reinheitszustande der Rohstoffe, nach demMischungsverhältnis und der Dauer der Schmelzarbeit, sehr verschiedene Dinge in ver-schiedenen Mengen, denn die Behandlung im Ofen kann sowohl unzulänglich sein alsüber das Ziel Hinausgetrieben werden. Der Sodagehalt beträgt gewöhnlich 30—45°/odes Ganzen, das Calciumoxysulfid etwa ebensoviel; daneben kommen in kleineren MengenKoch- und Glaubersalz, Ätzkalk, Schwefeleisen und andere Substanzen vor.

Durch Auslaugen der Rohmasse in warmem Wasser, um aus ihr auf diesem Wegedie Soda zu gewinnen, werden die löslichen und brauchbaren Teile von den unlöslichen

388 . Notierender Cyiinderofe» für die Sodafobrikation.

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