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Siebenter Band. Die Industrien der Steine und Erden. Chemische Industrie.
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Chemische Industrie: Alkalien und Säuren.

War das eine höchst unangenehme Aufgabe für die mit ihr beschäftigten Arbeiter, die sichehemals durch Verbinden von Mund und Nase mit nassen Tüchern möglichst gegen dasChlor zu schützen suchten, während man jetzt eigene Respirationsapparate für derartigeZwecke konstruiert hat.

Wir geben hier einen solchen nach System König konstruierten Apparat wieder, erist in vielen Tausenden von Exemplaren nicht nur in chemischen Fabriken, sondern auchin sonstigen Betrieben, in denen schädliche Gase vorkommen, verbreitet, und der IngenieurKleemann in Hamburg hat sich durch seine Einführung große Verdienste im Interessedes Arbeiterstandes erworben.

Wie wir sehen, besteht er aus einer passend montierten Maske, dem Lederhelm L.,dem ein Arbeiter vermittelst eines Blasebalges die nötige Luft zuführt, die auch gleich-zeitig eine Lampe L speisen kann, da es sich ja sehr häufig um dunkle Räume handelt.Eine Abzweigung des Luftzuführungsschlauches dient als Sprachrohr und ermöglicht esauch, dem sich innerhalb des ohne Schutz unbetretbaren Raumes Befindenden etwaige An-ordnungen zukommen zulassen.

In England wendet manfür die Chlorkalkfabrika-tion neuerdings statt derSteinkammern auch sehrgroße Bleikammern von30 in Länge und 10 naBreite an, die in der Artder Schwefelsäurekammernhergerichtet sind und aufPostamenten stehen. Letz-teres bietet den Vorteil,daß man sie durch eine imBoden angebrachte Klappeohne Öffnung der Kammernach Fertigstellung desChlorkalkesentle eren kann,indem man unter diese dieFässer bringt und das Hin-schieben des Chlorkalkesmit langen Krücken vonaußen her besorgt.

In den Bleikammern macht sich die äußere Temperatur natürlich weit rascher be-merkbar als in den Steinkästen, und da sie in Chlorkalkkammern nicht über 25° steigensoll, weil sich sonst statt Chlorkalk chlorsaurer Kalk zu bilden anfängt, sind sie auf demFestlande wegen der größeren Sommerhitze nicht sehr angebracht. Überhaupt ist es leichter,im Winter als im Sommer gleichmäßigen Chlorkalk zu produzieren.

Aus 100 KZ Kalkhydrat erhält man 150—165 von ihm.

ssg. Schutzhelm mit Luftmführrmg von hinten. 400. Lrnchtapparot.

Das chlorsaure Kali.

Ein weiteres in großen Mengen mit Hilfe von Chlor dargestelltes Präparat ist daschlorsaure Kali, vom Publikum Kalichloricum genannt. Läßt man Chlor auf heiße Kali-lauge wirken, so erhält man es nach der Gleichung

Kalilauge -1 Chlor --- Chlorsaures Kali -1 Chlorkalium -n Wasser6 LOH 6 0t --- LOIOg ^ 5L0I -l- 3 LzO.

aber es bildet sich, wie wir aus ihr ersehen, zugleich Chlorkalium, und zwar fünf Chlor-kalium auf ein chlorsaures Kali, ein gewiß wenig erfreuliches Verhältnis. Liebig machtedann den ausgezeichneten Vorschlag, das Chlor statt in Kalilauge in warme Kalkmilch